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Lichterfelder tragen Licht und Saat in die Welt

Esel-Pilgerer unterwegs Lichterfelder tragen Licht und Saat in die Welt

Für eine Reise der besonderen Art rüsten sich derzeit ein Vater und sein Sohn aus Lichterfelde. Begleitet von Eseln und einem Eselführer nehmen sie 60 Kilometer unter die Hufe und sammeln für einen guten Zweck.

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Andreas Lust (M.) mit seinem Sohn Benjamin, Eselführer Jan Prowazni und den Eseln.

Quelle: Andreas Koska

Lichterfelde. „Unser Kampf um den Erhalt der Kirche gleicht dem Kampf Davids gegen Goliath“, sagt Andreas Lust. „Aber David war schlau und wusste sich zu helfen. Das versuchen wir auch.“

Stolze 250 000 Euro müssen die Mitglieder des Fördervereins „Sanierung Lichterfelder Dorfkirche“ aufbringen, um den Turm vor dem Einsturz zu retten und auch das übrige Gotteshaus zu erhalten. Mit Benefizkonzerten und durch Sponsoren haben sie knapp ein Fünftel der Summe aufgebracht.

Nun machen sich Vereins-Vize Andreas Lust und sein zwölfjähriger Sohn Benjamin selbst auf die Hufe, um Menschen in anderen Orten um Mithilfe zu bitten. Gemeinsam mit dem Eselnomaden Jan Prowazni, der in Neuendorf bei Brück einen Eselhof betreibt, und drei seiner Esel wollen sie am 29. Juli von Lichterfelde aus auf Pilgerreise gehen. Ziel ist das gut 60 Kilometer entfernte Rangsdorf, wo Lust aufwuchs. Drei Tage haben sie für die abenteuerliche Unternehmung veranschlagt. 17 Orte wollen sie auf ihrer Tour ansteuern.

„Wir bitten um Hilfe, aber kommen nicht mit leeren Händen, sondern bringen den Menschen Licht und die Früchte des Feldes“, blickt Lust lustvoll auf das symbolträchtige Spiel mit dem Ortsnamen voraus. „In jeder Kirche wollen wir eine Kerze aufstellen und hoffen, dass die Menschen etwas von dem Weizen kaufen, den ich selbst in Lichterfelde gesät und geerntet habe“, sagt der Wandersmann.

250 kleine Säckchen davon und die Kerzen sollen auf den Rücken von zweien der Esel transportiert werden. Der vierjährige Hengst Kaspar ist zu Höherem berufen und darf das Geld befördern, dass während der drei Tage zusammenkommt. Symbolisch verkaufen wollen Andreas Lust und seine Begleiter auf ihrer Pilgerwanderung auch die neuen Biberschwanz-Dachziegel. „Für zwei Euro setzen wir auf die Rückseite der Ziegel dann den Namen und den Wohnort des Spenders. Wenn dann in 70, 80 Jahren unsere Nachfahren das nächste Mal das Dach anfassen müssen, kann jeder nachlesen, wer uns damals geholfen hat.“

Fleißig gesummt hat in den vergangenen Wochen die Nähmaschine von Elfriede Ewald. Denn echte Pilgerer tragen natürlich keine Jeans, sondern Kutten, die die Werbigerin aus Leinen gefertigt und für die Aktion gesponsert hat. Was jetzt noch fehlt, sind die kleinen Säckchen für das Getreide. „Auch hier würden wir uns über Helfer sehr freuen“, sagt Lust. Gebraucht werden neun mal 13 Zentimeter große Beutel aus weißem Baumwoll- oder Leinenstoff ohne Bündchen. Abgeben kann man diese bei Andreas Lust in der Dorfstraße 4. Auch zum Start der Tour, die am 29. Juli um 9 Uhr an der Kirche beginnt, hoffen die Pilgerer auf Publikum.

Die erste Etappe führt über Sernow, Riesdorf, Schlenzer, Wahlsdorf, Petkus und Ließen bis Stülpe. Wann und ob sie den Ort erreichen, hängt von der Tagesform der Esel ab. Am zweiten Tag soll es bis Zossen gehen und tags darauf ins Ziel. Per Internet-Blog halten die Wanderer alle Interessierten von unterwegs auf dem Laufenden.

Von Uwe Klemens

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