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Lob für Ehrenamtliche

Kirchenkreissynode in Luckenwalde Lob für Ehrenamtliche

Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) hat bei der Kreissynode des Kirchenkreises Zossen-Fläming in Luckenwalde das Engagement der Kirche, vor allem der Ehrenamtlichen aus den Gemeinden, für Flüchtlinge gelobt. Die Synode verabschiedete Leitlinien für den Umgang mit Flüchtlingen und richtete eine Projektstelle für Flüchtlingsarbeit ein.

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Pfarrer Wolfgang Scholz, Landrätin Kornelia Wehlan und Pfarrerin Julia Daser. Sie übernimmt die Projektstelle für Arbeit mit Flüchtlingen.

Luckenwalde. Die aktuelle Flüchtlingssituation stand im Mittelpunkt der Herbstsynode des evangelischen Kirchenkreises Zossen-Fläming im Luckenwalder Biotechnologiepark am Sonnabend. Die Herbstsynode ist eine von zwei jährlichen Sitzungen des Kreiskirchenparlaments. Etwa 90 Synodale, Vertreter der Kirchengemeinden, Pfarrer, Katecheten und Kantoren sowie Mitarbeiter kirchlicher Werke und Einrichtungen des Kirchenkreises, beraten dort Grundsatzfragen und treffen Entscheidungen.

Unter den Gästen war auch die Landrätin von Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke). Für Wehlan war es der zweite Auftritt vor den Kirchenparlamentariern, Berührungsängste gibt es von ihrer Seite nicht. Die Kirchen der Region seien wichtige Partner. „Seit eineinhalb Jahren sind wir zu Flüchtlingsfragen miteinander im Diskurs und ich schätze besonders, dass hier nicht vordergründig Probleme thematisiert, sondern Nächstenliebe praktiziert wird“, sagte die Landrätin.

Nach ihren Ausführungen ist die Flüchtlinssituation in der Region relativ geordnet, aber wenig planbar. Da sich die prognostizierten Zahlen der Zuwanderer ständig nach oben verschieben, ist die Arbeit der Ämter und Einrichtungen zur Beschaffung und Ausstattung von Wohnraum sowie zur Planung der weiteren Schritte zur Integration bis hin zur Bereitstellung von Schul- und Kitaplätzen schwierig.

Ging man Anfang 2015 von 600 Flüchtlingen für den Kreis aus, so sind es aktuell 2400. 1200 von ihnen sind bereits im Kreis, genauso viele werden bis Jahresende noch erwartet. Die Eingetroffenen, unter ihnen 270 Kinder und Jugendliche, sind zur Freude von Kornelia Wehlan winterfest in elf Gemeinschafts- und vier Notunterkünften einquartiert. Die Suche nach weiteren Flächen und Immobilien läuft permanent und unter Hochdruck.

Wehlan hob die besondere Rolle der Mittelzentren bei der Unterbringung der Flüchtlinge hervor, da diese vom Land besser finanziert würden. Für 2016 hat der Kreis 11,5 Millionen Euro Kosten eingeplant, dem gegenüber stünden jedoch nur 9 Millionen Erstattung durch Land und Bund. „Da wir in der Haushaltssicherung sind, können wir nicht mit so einer Lücke leben“, so die Landrätin. Sie dankte den Kirchenvertretern, dass sich die Gemeinden so engagiert vor Ort um Flüchtlinge kümmerten. Ohne die vielfältigen Initiativen, Spenden und Netzwerke wäre der Landkreis nicht in der Lage, die Unterbringung und Integration zu stemmen.

Holger Lehmann vom Diakonischen Werk Teltow-Fläming erläuterte Initiativen der Flüchtlingshilfe im Kirchenkreis. Das seien Hilfen wie Möbeltransporte, Bereitstellung von Räumen als Treffpunkte, Dolmetscherdienste beim Arzt, aber auch die Unterstützung gemeindlicher Arbeit und Dienstleistung zwischen Förderstellen und Initiativen. Integrationsbegleiter Karsten Stolze stellte das Projekt „Brandenburg – Deine Chance“ vor, bei dem Diakonie, Kreishandwerkerschaft und IHK Flüchtlingen bei der Suche nach Arbeit und Ausbildung helfen. 50 aktive Teilnehmer gebe es derzeit, 130 Interessierte hätten sich gemeldet.

Daneben beriet die Synode Leitlinien für das Zusammenleben mit Flüchtlingen. Unabhängig von deren Religion wollen die Christen an ihrer Seite stehen, sie begleiten, Beratung vermitteln und ihnen helfen, sich zurechtzufinden. An Formulierungen, etwa, ob nur christlichen Flüchtlingen das Hineinwachsen in die Gemeinden erleichtert wird, wurde noch gefeilt, bevor das Papier mit einer Gegenstimme verabschiedet wurde. Zudem beschloss die Synode, eine halbe Stelle für die Flüchtlingsarbeit einzurichten. Diese Aufgabe wird die Luckenwalder Pfarrerin Julia Daser zusätzlich übernehmen, die bisher nur in Teilzeit beschäftigt war.

Von Andrea von Fournier

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