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Lösung für Militär-Altlasten in Sicht

Verhandlungen zwischen Land und Bund Lösung für Militär-Altlasten in Sicht

Bei seinem Besuch in Jüterbog am Donnerstag hat Thomas Kralinski (SPD), Bevollmächtigter des Landes Brandenburg beim Bund, Hoffnung auf eine Lösung bei der Beseitigung von Militär-Altlasten gemacht. Man stehe kurz vor einer Einigung mit dem Bund, sagte er.

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Thomas Kralinski (r.) im Museum des Kulturquartiers in Jüterbog.

Quelle: Gertraud Behrend t

Jüterbog. Bis 2006 hatte Brandenburg einen Konversionsbeauftragten. Der kannte die Altlastenprobleme bestens. Doch neue Leute verschaffen sich nun aufs Neue einen Überblick über die Sorgen der Bürgermeister. An Donnerstag war Staatssekretär Thomas Kralinski (SPD) in Jüterbog, Kloster Zinna und bei Sik-Holz in Langenlipsdorf zu Gast. Der Bevollmächtigte des Landes Brandenburg beim Bund und Beauftragte für Internationale Beziehungen hörte Bürgermeister Arne Raue (parteilos) gut zu, als der ihm die Nöte bei der Brandbekämpfung schilderte. Um die Feuerwehrleute zu schützen, dürften sie nicht in die kampfmittelbelastete Zone. Hubschrauber löschen nicht mehr aus der Luft, da sie 1000 Meter Abstand halten müssten, um nicht von Munition getroffen zu werden. Aus der Entfernung komme das Wasser nicht mehr dort an, wo zu löschen sei, ergänzte der Staatssekretär und sagte beim Gespräch im Kulturquartier über die Rüstungs-Altlasten: „Wir sind so nah dran wie noch nie, eine Lösung mit dem Bund zu finden.“

Kampfmittelberäumung ist nicht das einzige Problem, das den Bürgermeister drückt. So zeigte er mit Kloster Zinnas Ortsvorsteherin Gabriele Schröder (SPD) und Museumsleiter Norbert Jannek die Abteien in Kloster Zinna. Dort geht es um die energetische Sanierung, um Betriebs- und Personalkosten. Die waren auch im Kulturquartier Jüterbog Thema. „Wir müssen das kulturelle Erbe pflegen. Es ist wichtig, dass sich Politiker dafür interessieren“, sagte Raue wesentlich versöhnlicher als noch vor wenigen Wochen, als er bezweifelte, dass der Erhalt dieser Stätten eine kommunale Aufgabe sei. Er hofft, dass der Gast seine Kontakte zum Wohle der Stadt nutzen wird.

Kralinski sicherte zu, in der Landesvertretung in Berlin für die Ausflugsziele im Land zu werben. Gesehen hatte er bei der Führung in „einer der schönsten Bibliotheken Brandenburgs“, wie er sagte, genug. Wo schon überall geworben wird, erläuterte ihm der Museumsleiter. Wenn Kindergruppen kämen, ergänzten sich Museum und Bibliothek unkompliziert.

„2014 hatten wir 458 Veranstaltungen mit 52 000 Gästen im gesamten Hause“, ergänzte Karola Langer. Die Leiterin der Bibliothek schilderte, das es auch 9600 elektronischen Medien gebe, die eher von Älteren ausgeliehen werden. „Das ist bei meiner Oma auch so“, sagte der Jüterboger Landtagsabgeordnete Erik Stohn, der den Staatssekretär begleitete.

Das Museum und die der Reformationsgeschichte mit dem originalen Ablassbrief interessierte Kralinski, der auch die Zukunft im Blick hat. „Wenn die Berliner meinen, sie dürfen das Tempelhofer Feld nicht bebauen, ist es gut für uns.“ Platz für Wohnraum habe Brandenburg genug.

Bei Kaffee und Keksen zum Schluss in Jüterbog erläuterte der Gast, welche Mehrheiten nötig sind, um im Bundesrat etwas zu bewegen. Deshalb erbat er sich konkrete Zahlen von Jüterbogs Bürgermeister zum Mautvermeidungsverkehr – auch das ein Problem, das mehrere Kommunen bewegt – möglichst mit Verbündeten anderer Städte und Gemeinden, am besten mit Partnern aus mehreren Bundesländern.

Von Gertraud Behrendt

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