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Lokalheld oder Blender

Trebbin will sich künftig Clauertstadt nennen, das sorgt für Diskussion Lokalheld oder Blender

Trebbin ist die Clauertstadt – zumindest im allgemeinen Sprachgebrauch. Bald soll der märkische Eulenspiegel aber ganz offiziell zum Namenspatron werden; die Verwaltung will eine Namensänderung in „Clauertstadt Trebbin“ beantragen.

TREBBIN. . Bereits vor sieben Jahren sollte das geschehen. Damals hatte das Brandenburgische Innenministerium ein Veto eingelegt. Seit März dürfen Städte und Gemeinden aber selbst entscheiden, ob sie ihren Namen ändern möchten.

Mit der „Clauertstadt Trebbin“ will Bürgermeister Thomas Berger (CDU) eine Identität schaffen. Und was 2006 zum 500. Geburtstag von Hans Clauert nicht geklappt hat, soll im Jubiläumsjahr in die Tat umgesetzt werden. „Die Person ist heute noch mehr in den Köpfen der Menschen gefestigt als damals“, sagte er am Montag im Hauptausschuss.

Die Reaktion über den erneuten Vorstoß fiel bei den Mitgliedern nüchtern aus. Anne-Kathrin Düsel (Neue Liste) stand der Idee schon vor sieben Jahren skeptisch gegenüber. „Meine Meinung zu Clauert hat sich in dieser Zeit nicht geändert.“ Zwar gebe es nette Geschichten über ihn, durch seine Taten entpuppe er sich aber als „Scharlatan, Blender und Lügner“, sagte die Stadtverordnete. „Für PR und Marketing ist das okay, aber nicht für die ganze Stadt.“ Sie empfahl dem Ausschuss eine genaue Lektüre der Streiche, bevor ein Entschluss gefasst wird.

„An sich ist die Sache gut“, befand Bärbel Laue (SPD) über die Namensänderung. Sie befürchtete aber Ausgaben für die Bürger, da damit alle offiziellen Dokumente geändert werden müssen. Klein Schulzendorfs Ortsvorsteherin Marion Schmidt schlug vor, dass erst über das Vorhaben entschieden werden soll, wenn geklärt ist, ob und welche Kosten für die Bürger entstehen. „Das ist für mich eine Banalität im Vergleich mit der historischen Entscheidung, uns einen neuen Namen zu geben“, warf Berger ein. Er sicherte zu, die Frage nach den Kosten bei Umschreibung der Fahrzeugpapiere beim Kreis zu klären. Um die Änderung von Ausweisen und Pässen kümmert sich die Stadtverwaltung – das soll kostenfrei geschehen.

Düsel befürchtete zudem Probleme für die Trebbiner Gewerbetreibenden. Diese müssten Stempeln und Briefköpfe ändern. Einen Zwang, den Namen Clauertstadt in der Adresse zu führen, gebe es nicht, sagte Berger. „Jeder muss selbst entscheiden, wie weit er diese Entwicklung mitgehen möchte.“

Eine Einigung zur Namensänderung wurde im Hauptausschuss nicht gefunden. Nun sollen die Stadtverordneten bei ihrer nächsten Versammlung darüber debattieren. (Von Nadine Pensold)

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