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Luckenwalde: 22 junge Flüchtlinge ohne Eltern

Asylbewerber Luckenwalde: 22 junge Flüchtlinge ohne Eltern

372 Asylbewerber und acht anerkannte Flüchtlinge leben aktuell in den drei Luckenwalder Übergangswohnheimen. Außerdem sind 22 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Kreisstadt untergebracht, die bis vor kurzem in Kemlitz lebten und eine besondere Fürsorge benötigen.

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Luckenwaldes Flüchtlingskoordinatorin Anke Habelmann.

Quelle: Privat

Luckenwalde. In den drei Flüchtlingswohnheimen der Stadt Luckenwalde sind zurzeit insgesamt 380 Personen untergebracht, davon sind 372 im Asylverfahren und acht bereits anerkannte Flüchtlinge, die noch keine eigenen Wohnungen bezogen haben. Darüber informierte Anke Habelmann, Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Luckenwalde, am Dienstagabend im städtischen Hauptausschuss.

Jugendliche mussten aus Unterkunft in Kemlitz ausziehen

Außerdem leben zurzeit in der Kreisstadt 22 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. 19 von ihnen werden von der Urban Social GmbH betreut. Sie waren bislang im Awo-Schullandheim Kemlitz untergebracht. „Diese Einrichtung wird aber für die neue Saison wieder benötigt“, sagte Anke Habelmann, „deshalb mussten die Jugendlichen dort ausziehen.“ Sie sind seit dem 1. März in der Luckenwalder Mauerstraße auf dem Gelände des ehemaligen Betriebes Kontaktbauelemente untergebracht.

Die jungen Leute sind im Alter zwischen 14 und 17 Jahren und werden an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr betreut. „Sie waren bislang sehr ländlich und sehr familiär untergebracht“, erklärte Anke Habelmann, „durch den Umzug nach Luckenwalde haben sie ihre Bezugspersonen verloren.“

Vier Plätze für Flüchtlingskinder an Jüterboger Wiesenoberschule

Laut Habelmann unterliegen die meisten nicht mehr der Schulpflicht, weil sie in ihren Heimatländern bereits mehrere Jahre die Schule besucht haben. An der Wiesenschule in Jüterbog stünden vier Plätze zur Verfügung. Ansonsten bieten Laien-Lehrer zweimal wöchentlich Deutschunterricht an. „Das Diakonische Werk plant Deutschunterricht in kleinen Gruppen. Für einen Jugend-Integrationskurs an der Volkshochschule sind sie auch angemeldet“, so Anke Habelmann. Die Jugendlichen seien aber auch auf privates Engagement angewiesen. Heidemarie Migulla (Linke) berichtete von Anwohnerbeschwerden, weil es in der Mauerstraße äußerst laut zugehe. „Ich geben diesen Hinweis weiter“, so Anke Habelmann.

Zahlen und Fakten

200 Flüchtlinge sind im Übergangswohnheim in der Grabenstraße untergebracht. Befristet ist dort eine Belegung mit bis zu 245 Plätzen gestattet.

95 Personen wohnen derzeit im Übergangswohnheim in der Forststraße.

Das Übergangsheim am Schieferling beherbergt 85 Bewohner.

In der Stadt sind derzeit 117 asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge gemeldet, die demnach auf dem Arbeitsmarkt vermittelt werden können. Laut Jobcenter Teltow-Fläming werden 2016 im Landkreis 2000 weitere positive Bescheide erwartet, davon für 1000 Erwerbsfähige.

Anke Habelmann wagte eine vorsichtige Prognose: „Für Luckenwalde rechnen wir in diesem Jahr mit 150 bis 200 anerkannten Flüchtlingen, die es in Wohnungen und auf dem Arbeitsmarkt unterzubringen gilt.“

Von Elinor Wenke

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