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Teltow-Fläming Luckenwalde Drehort für ARD-Kriegsdoku
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Drehort für ARD-Kriegsdoku
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12:50 05.10.2015
Mühlenstraße: Die Szene ist im Kasten. Die kleine Darstellerin hat ihre Rolle mit Bravour gemeistert. Die großen Kollegen applaudieren. Quelle: FOTO: Lorenz Reck
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Luckenwalde

Dreharbeiten in Luckenwalde: Junge Männer in Wehrmachts- und SS-Uniformen, alte Männer in zerlumpten Mänteln, Frauen und Kinder in grauen Kleidern mit aufgenähten Judensternen, blutende Verletzte in der Redaktion. Etwa 25 Schauspieler und Komparsen durchliefen am Freitag den Konferenzraum der Luckenwalder MAZ-Redaktion. Dort hatten die Masken- und Kostümbildner ihre Schminkspiegel und Garderobenständer aufgestellt. Auf dem großen Konferenztisch standen unzählige Puder- und Cremedosen. Männliche wie weibliche Darsteller wurden im Stil der 1940er Jahre frisiert und in Uniformen oder ärmliche Zivilkleidung gesteckt.

In der ehemaligen Dunkelkammer der MAZ richteten Produzent Thomas Schuhbauer und Aufnahmeleiter Ron Glavas ihr Büro mit Laptops und Funkgeräten ein. Vor dem Redaktionsgebäude warteten in der herrlichen frühherbstlichen Sonne die Darsteller und das Filmteam geduldig auf ihre Einsätze.

Mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden am Freitag in Luckenwalde Szenen aus dem Warschauer Ghetto nachgestellt und gefilmt. Als Kulissen dienten die Buchtstraße und die Mühlenstraße.

Wegen des Kopfsteinpflasters und der grauen und mitunter recht angegriffenen Fassaden gelten sie zwar nicht gerade als Beispiele gelungener Stadtentwicklung. Aber: „So etwas gibt es immer seltener“, sagte Produzent Schuhbauer, „das ist ein großer Schatz, den Luckenwalde da hat!“ Danach habe man lange suchen müssen. Weder in Polen noch in Deutschland sei man zuvor fündig geworden. „Wir sind aus lauter Zufall auf Luckenwalde gestoßen“, berichtete Ron Glavas. Eigentlich hatte man eine Straße in Beelitz anschauen wollen, doch die entsprach nicht den Vorstellungen der Filmleute. So versuchte man es auf gut Glück in Luckenwalde und hatte damit Erfolg.

Ob sich die Stadt darüber freuen soll und dies auch wirklich wertschätzt, sei dahingestellt. Als Kulisse taugen zumindest Abschnitte der Bucht- und der Mühlenstraße wie zum Beispiel die alte Mühle. Beide Straßen wurden abgesperrt und die Nachbarn rechtzeitig informiert. „Die Zusammenarbeit mit dem Kreis und der Stadt war toll“, lobte der Aufnahmeleiter. Dankbar war man auch der MAZ, deren Gebäude quasi im Schnittpunkt beider Drehorte lag.

Gedreht wurden Szenen für einen Dokumentarfilm, der Anfang 2016 in der ARD laufen soll. Dabei geht es um Menschen, die ihre Erinnerungen an die Zeit des Nationalsozialismus schriftlich festgehalten haben. Ihre Erlebnisse werden verfilmt, wie die eines deutschen Besatzungsoffiziers, der in Warschau verhindert, dass ein jüdisches Mädchen von Soldaten erschossen wird.

Von Hartmut F. Reck und Lorenz Reck

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