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Teltow-Fläming Luckenwalde: Gärtner seit 60 Jahren
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde: Gärtner seit 60 Jahren
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18:05 19.04.2016
Berndt Meyer leitete einst die Produktionsgenossenschaft „Blütenfreunde“ und machte sich nach der Wende selbstständig. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

„Der Beruf ist mein Leben“, sagt Berndt Meyer. Seit 60 Jahren ist er im Gartenbau tätig – obwohl er dereinst eigentlich Förster werden sollte. Doch das ging nicht. Sein Vater, ein Rechtsanwalt und Notar, war früh gestorben. Seine Mutter musste allein drei Söhne allein groß bekam. „Weil ich kein Arbeiter- und Bauernkind war, durfte ich nicht studieren. Außerdem hätte es die Familienkasse zu sehr belastet“, berichtet Berndt Meyer. Also begann er eine dreijährige Gärtner-Ausbildung im Voigtland.

Gartenbauingenieur im Abendstudium

Nach der Lehre begab er sich auf Wanderschaft und arbeitete in verschiedenen Gärtnereien im Dresdener Raum. „Ich habe dort sehr viel dazugelernt“, fügt er hinzu. Er absolvierte seine Meisterausbildung und ein Studium zum Gartenbauingenieur im Abendstudium. 1969 bewarb er sich in Luckenwalde, wo eine Azaleengärtnerei aufgebaut werden sollte. Die Pflanzen sollten nach Schweden verkauft werden. Tatsächlich wurden die Zimmerpflanzen dann in Berlin verkauft.

Berndt Meyer war zuerst Abteilungsleiter, später sogar Vorsitzender der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft „Blütenfreude“ in Luckenwalde. „Die genossenschaftliche Arbeit war toll. Die Leute waren hochmotiviert und haben gut verdient“, berichtet Meyer. Er qualifizierte sich weiter und erwarb im Fernstudium ein Diplom an der Humboldt-Uni. Danach promovierte er , doch dann kam die Wende. „Ich wurde zwar noch als Doktorand geführt, habe die Doktorarbeit dann aber nicht mehr geschrieben“, fügt er hinzu. Heute bereut er dies.

Mit neuen Wegen zum Erfolg

Nach der Wende suchte er nach neuen Wegen, doch die Bedingungen im Gartenbau waren schwierig. Er versuchte die Genossenschaft zu erhalten, doch es funktionierte nicht. Er baute mit einem Namensvetter aus dem Westen einen Blumengroßhandel auf und kaufte parallel dazu aus der Liquidationsmasse den Gartenbaubetrieb, der 1994 als GbR von seiner Frau und einer Holbeckerin geführt wurde. Als die beiden in Rente gehen wollte, trat das so genannte Hofabgabegesetz in Kraft, das besagt, dass man nur dann in den Ruhestand gehen kann, wenn es einen Nachfolger gibt. Also trat Berndt Meyer die Nachfolge an.

Inzwischen hat der 73-Jährige die Produktion heruntergefahren, es gibt nur noch Stauden und kalte Kulturen, sodass die Gewächshäuser nicht mehr beheizt werden müssen. In der Saison hat er fünf Mitarbeiter.

Discounter machen es den Fachgeschäften immer schwerer

Schwierig sei es in der Branche nach wie vor. „Der Markt ist mächtig unter Druck“, weiß der Fachmann aus Erfahrung. Die Discounter machen es den Fachgeschäften immer schwerer. In Holland und Großbritannien sei der Absatz weitaus höher. Außerdem darf jedermann Blumen und Pflanzen verkaufen. „Wenn es so weiter geht, wird es irgendwann keine Gärtner mehr geben“, befürchtet Berndt Meyer.

In den vergangenen Jahren hat er immer wieder eigene Produkte entwickelt. „Ich probiere immer wieder Neues aus. Natürlich habe ich auch schon mal daneben gegriffen. Aber meist hat es funktioniert“, so Meyer. Er fährt jedes Jahr zur Messe und zur Grünen Woche. und ist stolz, dass seine Kinder in seine Fußstapfe getreten sind. Sein Sohn Jan arbeitet mit ihm zusammen in der Firma. Tochter Nadja hat ein eigenes Floristik-Unternehmen in Potsdam.

Von Margrit Hahn

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