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Älteste Kirche stand in Hennickendorf

Ursprünge des Gotteshauses liegen im 12. Jahrhundert Älteste Kirche stand in Hennickendorf

Unter dem heutigen Hennickendorfer Gotteshaus befinden sich die Spuren der ältesten Kirche in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. Laut Gründungsdaten wurde dort erstmals 1157 eine Kirche erbaut. 1851 wurde sie durch ein Feuer zerstört. Jetzt ist höchstwahrscheinlich nur noch das Fundament übrig.

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Die Fundamente der Kirche in Hennickendorf sind die ältesten Kirchenhausbauten in der Region.

Quelle: Luise Fröhlich

Hennickendorf. Im kleinen Hennickendorf bei Luckenwalde herrscht abseits der Landstraße Stille. Der Kern des Ortsteiles der Gemeinde Nuthe-Urstromtal ist umringt von Höfen, die sich teilweise weit ins Land hinaus strecken. Inmitten von Hennickendorf befindet sich das Herzstück des Dorfes ‒ eine Kirche, der man ihre Besonderheit auf den ersten Blick nicht ansieht. Unter diesem Gotteshaus befinden sich die Spuren der ältesten Kirche in der Region Dahmeland-Fläming. Laut Gründungsdaten wurde in Hennickendorf erstmals 1157 eine Kirche erbaut. Davon ist höchstwahrscheinlich nur noch das Fundament übrig geblieben. Der heutige Kirchenbau stammt aus dem 19. Jahrhundert.

Das Kloster Zinna ist der zweitälteste Kirchenbau der Region. Im Vergleich ist von dem ursprünglich 1170-71 erbauten Kloster heute wohl noch am meisten übrig geblieben. Auch die Kirchen in Borgisdorf und Dahme hatten ihren Ursprung im 12.Jahrhundert, haben aber viele Umbauten erlebt. Die denkmalgeschützte Fachwerkkirche in Schönefeld stammt aus den Anfängen des 13.Jahrhunderts. Gefolgt von der Waßmannsdorfer Feldsteinkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts ist sie eine der ältesten Gotteshäuser im Dahmeland.

Hennickendorf wurde im Jahre 1157 erstmals von den Germanen besiedelt. 1307 wurde der Ortsname urkundlich erwähnt. In der Ortschronik heißt es, dass die Kirche in der Mitte des Dorfes auf einer natürlichen, kleinen Anhöhe angelegt worden sei. Das ist heute noch zu erkennen. Bei einem Feuer im Jahr 1851 wurden die Hälfte des Ortes und das "Kirchlein" vollständig zerstört. Sieben Jahre später wurde die Sankt-Nikolai-Kirche eingeweiht. Dieses Gotteshaus schmückt Hennickendorf bis heute. Es ist genau an der Stelle errichtet worden, an der vorher die alte Kirche stand.

Der Entwurf für die Nikolaikirche stammt von Friedrich August Stüler, einem Schinkel-Schüler. Sein Ziel war es, die Kirche nach außen hin repräsentativ und innen nüchtern zu gestalten. In die Feldsteinwände wurden Schmuckelemente eingearbeitet. Einziger Hingucker innen waren die drei Fenster überm Altar, die mit farbigem Kunstglas gestaltet wurden.

Die Kirchenglocke befindet sich auch heute noch über dem Eingang auf dem Dachboden an der Giebelseite. Eine Wendeltreppe führt hinauf. "Im Vergleich zu früher läutet die Glocke automatisch um 12 und um 18 Uhr", sagt Ortsvorsteher Günter Ziehe. Früher war der Küster des Dorfes dafür verantwortlich, die Kirchenglocken manuell zu läuten. Dieser Kirchendiener war gleichzeitig Lehrer an der benachbarten Schule. Der Glockenstuhl ist eigentlich für drei Glocken ausgelegt. Die anderen beiden sind im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen worden.

Ein anderes Unglück war am 1.Juni 1900 über Hennickendorf und seine Kirche gekommen. Ein Blitz schlug in das metallene Kreuz auf dem Kirchturm ein und zertrümmerte einen Teil der Steinwand. Auch das Innere blieb nicht verschont. Es folgten umfangreiche Sanierungsarbeiten.

Seit 1994 leben im Sommer Störche auf dem Kirchturm. Das Kreuz auf dem Turm haben sie sprichwörtlich in ihr Nest eingearbeitet, um ihre Konstruktion stabiler zu machen. "Dennoch musste das Nest schon mal befestigt werden, weil es abzustürzen drohte", berichtet Ziehe.

Eine weitere Besonderheit des Hennickendorfer Gotteshauses ist die Winterkirche ‒ ein kleiner abgetrennter Raum ähnlich eines Wintergartens, in dem Gottesdienste abgehalten werden. Bis vor ein paar Jahren befand sich dort die Orgel der Kirche. Vor fünf Jahren fand der Umbau statt. "Jetzt läuft die Musik elektronisch", sagt der Ortsvorsteher.

Gottesdienste finden trotzdem turnusmäßig auch im Kirchensaal statt. Der Pfarrer kommt aus Pechüle. Allerdings ist es kostenintensiv, den großen Raum der Kirche im Winter warm zu halten. Weil Hennickendorf nur rund 400 Einwohner hat, könne man mit den Kirchengängern auch problemlos auf die kleine Winterkirche ausweichen, sagt Ziehe.

Von Luise Fröhlich

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