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Luckenwalde Fahrt zur Premiere „Sommer in Brandenburg“
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07:12 28.08.2018
Das „Theater.Land“-Ensemble feiert am Freitag mit „Sommer in Brandenburg“ Premiere. Quelle: theater.land
Ahrensdorf/Paretz

Gewissermaßen im Premierenfieber befinden sich 27 Ahrensdorfer. Sie freuen sich schon auf ihren Ausflug am Freitagabend. Er geht nach Paretz im Havelland. In der dortigen Kulturscheune wird ein Theaterstück aufgeführt, das unmittelbar etwas mit Ahrensdorf zu tun hat.

Roman kommt auf die Bühne

Sommer in Brandenburg“ ist der Titel des Stücks. Es basiert auf dem gleichnamigen Roman des Schweizer Schriftstellers Urs Faes, der vor vier Jahren erschienen ist. Er spielt im Sommer 1938 in den kleinen Jagdschlösschen am Ortsrand von Ahrensdorf. Dieses hatte damals der jüdische Pfadfinderbund Hechaluz gemietet und dort eine Hachschara-Stätte eingerichtet. Dort wie in 14 weiteren ähnlichen Stätten in Brandenburg wurden jüdische Jugendliche auf ein Exil in Palästina vorbereitet, um dem zunehmenden antisemitischen Druck des nationalsozialistischen Regimes im Deutschen Reich zu entfliehen. In dieser Hachschara, was so viel heißt wie „Brücke zum Leben“ lernen sie Landwirtschaft, Viehzucht, Hebräisch, jüdische Kultur, Geschichte und Religionskunde. Das dort verbreitete Ideal ist ein neuer Kollektivismus, das Leben und Arbeiten im Kibbuz.

Ron und Lizzy gab es tatsächlich – und es gibt sogar ein Foto von ihnen. Quelle: Yad Vashem Foto-Archive

Im Mittelpunkt des Romans und natürlich auch des Theaterstücks stehen Lissy und Ron, die sich dort kennen und lieben lernen, denen aber unter den widrigen Umständen kein Happy End gegönnt ist. Beide Protagonisten hat es wirklich gegeben, denn der Roman stützt sich auf intensiven Nachforschungen des Luckenwalders Herbert Fiedler.

Fünf Profis und 19 Laienschauspieler

In Ahrensdorf ist den meisten Bewohnern die Geschichte der dortigen Hachschara-Stätte sowie auch der Roman bestens bekannt. Umso größer ist natürlich ihr Interesse an dem Theaterstück, das der bekannte Theaterregisseur Boris von Poser inszeniert und dafür auch die Bühnenfassung geschrieben hat. Aufgeführt wird es mit fünf Profi-Schauspielern wie Stella Maria Adorf, Aaron Altaras, Jaron Löwenberg, Barbara Stephenson und Florian Sumerauer. Unterstützt werden sie von 19 Laienschauspielern, die seit März dieses Jahres in einem eigenen Workshop-Programm intensiv auf die Produktion und die sensible Thematik vorbereitet werden.

Romanautor Urs Faes bei einer Lesung aus "Sommer in Brandenbug" in der Trebbiner St.-Marienkirche. Quelle: Hartmut F. Reck

Schon die Brandenburger Bühnen wollten den Roman von Urs Faes auf die Bühne bringen, was sich aber zerschlagen hat. Daraufhin hat sich die freie Theatergruppe „Theater.Land“ des Themas angenommen und zur Aufführungsreife gebracht. Darauf aufmerksam wurde man in Ahrensdorf durch Doris Kieback aus Trebbin. Sie beaufsichtigt die Dauerausstellung zur Ahrensdorfer Hachschara-Stätte in der Trebbiner Oberschule. Dort hatte sich die Theatergruppe angekündigt, um sich die Ausstellung wie auch das Originalgebäude in Ahrensdorf – zumindest durch den Zaun – anzusehen.

Vorschlag im Dorfverein

Bei der ersten Mitgliederversammlung des neuen Dorfvereins, machte Ortschronistin Susanne Zerning den Vorschlag, doch gemeinsam zur Premiere nach Paretz zu fahren. „Das ist doch eine schöne Gelegenheit“, so Zerning, „die Ahrensdorfer mit ihrer Geschichte in Berühung zu bringen.“

Restkarten für spätere Vorstellungen

27 Ahrensdorfer haben sich inzwischen bei ihr gemeldet. Gemeinsam werden sie am Freitag pünktlich um 17.30 Uhr mit einem gecharterten Bus nach Paretz fahren. Die Premiere ist inzwischen zwar längst ausverkauft, es gibt aber noch Karten für die Vorstellungen am 1., 7. und 8. September jeweils um 19.30 Uhr sowie am 2. September um 16 Uhr. Eintrittskarten gibt es unter tickets@theater.land.de

Von Hartmut F. Reck

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