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Luckenwalde Das sind die Funde der Archäologen in der Parkstraße
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17:05 13.03.2019
Archäologin Schari Grabow erklärt, welchen Nutzen die uralten Holzbalken einst hatten, die nun in der Parkstraße zu Tage kommen. Quelle: Victoria Barnack
Luckenwalde

Ein bisschen Fantasie gehört dazu: Wenn Archäologin Schari Grabow alte Scherben oder Holzbalken findet, kann sie sich vorstellen, wie das Leben in der Luckenwalder Innenstadt einst ablief.

Die archäologischen Funde, die derzeit im Zuge der Bauarbeiten in der Parkstraße ans Tageslicht kommen, zeugen vom Alltag im Mittelalter. „Wir finden hier eine Menge bürgerlichen Hausmüll“, berichtet Grabow.

Welche Zeitzeugen aus Sand und Ton verstecken sich unter der Parkstraße in Luckenwalde? Archäologin Schari Grabow gewährt Einblicke in die Funde aus dem Mittelalter.

Das Team entdeckt zwischen der ausgehobenen Erde immer wieder Scherben von Flaschen, Schalen und Gefäßen. „Besonders typisch sind die braunen Flaschen, die wir aus zahlreichen Museen kennen“, berichtet die Archäologin.

Auch in der Luckenwalder Parkstraße am Rande des Boulevards tauchen immer wieder Scherben mit Stempeln auf, die verraten, wo die Flasche hergestellt wurde.

Auf der Baustelle finden die Archäologen unzählige Scherben von Flaschen und anderen Gefäßen. Quelle: Victoria Barnack

„In kleinen Gefäßen war meist Medizin für die Apotheken oder auch Schminke, zum Beispiel Rouge.“ Größere Gefäße dienten den Luckenwaldern im Mittelalter als normales Kochgeschirr, erklärt Grabow, das sei einst genauso schnell zu Bruch gegangen wie es anschließend ersetzt wurde.

Parkstraße war einst morastig und nur schwer befahrbar

Auch was mit dem Hausmüll anschließend passierte, offenbart die Baustelle. „ Alles was kaputt war, egal ob Flaschen, Teller oder Schüsseln, hat man hier reingeworfen“, sagt die Archäologin und deutet in den über einen Meter tiefen Graben, der in der Parkstraße ausgehoben wurde.

Einst gehörte er zu einem besonders morastigen Weg. Dass die Archäologen heute alte Muscheln unter der Erde finden, bestätigt diese These.

Wie alt die Eichenbalken sind, sollen spezielle Untersuchungen zeigen. Dafür werden Proben des Holzes genommen. Quelle: Victoria Barnack

Damit beispielsweise Kutschenräder nicht im nassen Dreck versanken, wurden Holzbalken verlegt. Auch Überreste dieses historischen Tiefbauwerkes haben die Forscher freigelegt.

Bereits im Sommer letzten Jahres wurden im Bereich der Breiten Straße zahlreiche Holzbohlen gefunden, die auf eine Uferbefestigung schließen lassen.

Alter Weg wurde mit Hausmüll zugeschüttet

Später wurde die Konstruktion nicht mehr gebraucht: „Der Fluss fließt direkt nebenan, auch durch den Kanalbau wurde das Wasser wohl aus der Stadt herausgeholt“, erklärt Schari Grabow. „Im Mittelalter hat man dann alles mit dem Hausmüll einfach zugeschüttet.“

Die Grabungen verdeutlichen, wie tief der Weg in der heutigen Parkstraße einst verlief. Quelle: Victoria Barnack

Alle Funde werden am Rand der Baustelle gesammelt und einmal näher betrachtet. Mit ins Labor kommen aber nur die sogenannten Leitfossilien.

Das Alter dieser Fundstücke können die Wissenschaftler datieren, erklärt Grabow. Das ist nicht bei allen Scherben aus der Parkstraße der Fall.

„Außergewöhnliches haben wir noch nicht gefunden“

So interessant die Funde für Heimatkundler aus Luckenwalde auch sein mögen: „Außergewöhnliches haben wir in der Parkstraße noch nicht gefunden“, sagt Schari Grabow. Für die weiteren Arbeiten hoffen die Archäologen auf weitere Teile der Befestigung.

„Denkbar ist auch, dass wir noch ein paar ältere Sachen aus dem Mittelalter finden, zum Beispiel Grauware, die nicht lasiert ist“, erklärt Grabow. „Die wäre dann noch älter als die Stücke, die wir bisher aus der Neuzeit und dem 16. Jahrhundert gefunden haben.“

Von Victoria Barnack

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