Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Luckenwalde Auf den Spuren heimischer Säugetiere
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Auf den Spuren heimischer Säugetiere
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 11.08.2018
Jonas Kirchner geht mit dem präparierten Biber auf Tuchfühlung. Quelle: Margrit Hahn
Dobbrikow

„Das ist ein Fischotter, das sehe ich sofort“, sagte Jonas Kirchner, als er das ausgestopfte Tier sah. Der Achtjährige aus Schöbendorf kennt sich mit Flora und Fauna gut aus. Er gehört zu den 14 Kindern aus verschiedenen Landkreisen Brandenburgs, die seit Montag ihre Ferientage in Ließen verbringen.

Alles vorbereitet

Dort findet das dritte Kinder-Säugetier-Camp statt, das vom Landesfachausschuss Säugetierkunde Brandenburg-Berlin des Naturschutzbundes ausgerichtet wird. Am Mittwoch stand ein Abstecher nach Dobbrikow mit einer Exkursion zu Biber und Fischotter auf dem Programm. Corinna Zick, Rangerin bei der Naturwacht Nuthe-Nieplitz, hatte für die Mädchen und Jungen alles vorbereitet.

Präparierter Biber

Bevor es in Richtung Vordersee und Bauernsee ging, zeigte die Rangerin verschiedene Fotos, auf denen unter anderem Delfine, Nutrias, Fischotter und Biber abgebildet waren. In wenigen Sekunden hatten die jungen Naturfreunde alle Tiere richtig benannt. Dann enthüllte Corinna Zick auch das zweite präparierte Tier, den Biber. Jonas Kirchner hatte trotz der Abdeckung bereits erkannt, um welches Tier es sich handelt. „Das sieht man doch am Schwanz“, erläuterte er.

Ansiedlung im Land Brandenburg

„Was glaubt ihr denn, warum der Biber so rötliche Zähne hat. Liegt es daran, dass sie nicht richtig geputzt wurden?“, fragte sie scherzhaft. Doch die Acht- bis Zwölfjährigen wussten, dass es am eisenharten Zahnschmelz liegt. Corinna Zick berichtete, dass der Biber in Brandenburg schon fast ausgestorben war und man alles daran gesetzt hat, ihn im Land Brandenburg wieder anzusiedeln.

Heimische Tierwelt erkunden

Die Kinder erfuhren in dieser Woche viel Wissenswertes über die heimische Tierwelt. „Mir haben die Fledermäuse bisher am besten gefallen. Die mag ich so gern, die sind so süß und flauschig“, sagte Mia Pfeifer aus Baruth. Die Zehnjährige nimmt zum zweiten Mal am Kinder-Säugetier-Camp teil. Die Fledermäuse einzufangen, um sie anschließend wieder freizulassen, war für sie ein absoluter Höhepunkt. Nur die Hitze gefällt ihr in diesem Jahr überhaupt nicht.

Nacht im Freien

Camp-Organisatorin Sarah Tost nahm auf Grund der tropischen Temperaturen einige Programmänderungen vor. So wurde am Montag die Mittagspause verlängert, sodass die Einführung und Bestimmung von Kleinsäugern erst später begann. Die Nacht von Dienstag zu Mittwoch verbrachte die Gruppe bei 23 Grad im Freien, zum Glück waren kaum Mücken unterwegs, dafür aber Sternschnuppen. „Im vorigen Jahr hatten wir nachts nur fünf Grad, da konnten wir nicht draußen übernachten“, berichtetet Sarah Tost. 2017 wurden die Touren zumeist mit dem Fahrrad zurückgelegt. In diesem Jahr stehen Autos zur Verfügung, was sich bei der Hitze als äußerst positiv erweist.

Fledermauskästen bemalt

Neben der Kontrolle und der Reinigung von Fledermauskästen haben die jungen Naturschützer die Kästen bemalt oder mit ihren Namen versehen und im Wald angebracht. „In ein paar Jahren kann man dann sehen, ob Fledermäuse eingezogen sind“, so Sarah Tost.

Am Mittwoch wurde Station in Dobbrikow gemacht. Quelle: Margrit Hahn

Neben Biber und Fledermäusen spielen auch Schmetterlinge und Wölfe in dieser Woche eine Rolle. Gleich am ersten Abend wurde in Ließen ein Schmetterlings-Lichtfang eingerichtet. Dadurch konnten Nachtfalter angelockt und bestimmt werden. Nach der Biber und Fischotter-Erkundung wurde gestern ausgiebig am Vordersee gebadet.

Erste Anmeldungen für 2019

Ziel des Camps ist es, den Kindern die Welt der heimischen Säugetiere näher zu bringen. „Wir hatten im ersten Jahr 20 Kinder, das war zu viel. 16 Teilnehmer wie im vergangenen Jahr sind genau richtig. Leider haben in diesem Jahr kurzfristig zwei abgesagt“, berichtet die Organisatorin. Fürs nächste Jahr gibt es bereits erste Anmeldungen.

Beim Bemalen der Fledermauskästen. Quelle: privat

Von Margrit Hahn

Apothekerin Juliane Hesse sorgt sich nicht nur um ihre zweibeinigen Patienten. Sie gibt auch Tipps für Hunde und hat vor der Pelikan-Apotheke einen Wassernapf aufgestellt.

08.08.2018

Das Dorfgemeinschaftshaus in Woltersdorf wurde für 600 000 Euro modernisiert und erweitert. Im September soll die offizielle Übergabe erfolgen.

08.08.2018

Das Ehepaar Frank und Monika Bormann hilft seit vielen Jahren ehrenamtlich bei Blutspende-Terminen des Deutschen Roten Kreuzes aus. Die beiden Luckenwalder erzählen, warum ihnen die Arbeit Spaß macht.

08.08.2018