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00:17 14.08.2018
Karin Sallmann vor ihrem Ledersortiment in Gottsdorf. Quelle: Margrit Hahn
Gottsdorf

 Dirk Schmidt und seine Söhne Janik und Nels sind ganz konzentriert. Während der Vater noch die letzten Flechtarbeiten an seiner Gürteltasche vornimmt, begutachten die Jungs ihre fertiggestellten Messertaschen. Die Familie aus Norddeutschland verbringt ein paar Tage in Gottsdorf bei Karin Sallmann, die seit März im idyllischen Künstlerdorf wohnt. Sie hat sich auf dem Wandelhof eine Werkstatt eingerichtet. Die 36-Jährige gibt dort Kurse und zeigt Methoden der Lederbearbeitung. Sie will die alten Techniken, wie das Punzieren, das Prägen von Leder, bewahren.

Ganz konzentriert: Dirk Schmidt und Sohn Janik. Quelle: Margrit Hahn

Ursprünglich erlernte Karin Sallmann nach dem Abitur das Zimmerhandwerk. Während ihrer dreieinhalbjährigen Wanderschaft stellte sie fest, dass es noch weitere Handwerke gibt, die sie erlernen möchte. „Bei der Arbeit mit Leder reizt mich die Mischung von robustem Material und Kunsthandwerk“, sagt sie.

Ordnung in der Werkstatt

In ihrer Werkstatt liegt alles an seinem Platz, dass ist ihr wichtig. Wer zu ihr in einen Kurs kommt, der erfährt als erstes Grundlegendes über das Leder. „Anfangs hatte ich keine Ahnung und kaufte Leder im Großhandel“, berichtet Karin Sallmann. Inzwischen bezieht sie ihre Ware direkt von Gerbereien in ganz Deutschland. Am liebsten würde sie regionale Produkte verwenden und ist derzeit im Gespräch mit Müllermeister und Biobauer Markus Röthel aus Gottsdorf.

„Wenn die Tiere ihr Leben an der frischen Luft verbracht haben, spürt man das auch an der Qualität des Leders“, sagt die „Lederzauberin“. Neben regionalen Produkten legt sie Wert auf pflanzlich gegerbtes Leder. Dafür fährt sie extra in den Schwarzwald, nach Bremen oder Köln, wo Familienbetriebe noch das alte Handwerk beherrschen.

Karin Sallmann mit den Kursteilnehmern Quelle: Margrit Hahn

Wir haben gestern fünf Stunden in der Werkstatt verbracht und heute noch einmal drei“, berichtet Dirk Schmidt, der als Beamter sonst den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt. „Hier ein Handwerk auszuüben macht Spaß, außerdem habe ich eine Gürteltasche, die es nur einmal gibt, kein industriell hergestelltes Massenprodukt“, sagt der Familienvater.

Gürtel mit Druckknöpfen

Wenn Karin Sallmann nicht grade Kurse gibt, ist sie auf Wochen- oder Mittelaltermärkten unterwegs und bietet dort ihre Lederarbeiten an. Besonders beliebt sind Ledergürtel, deren Schnallen schnell durch Druckknöpfe ausgetauscht werden können. Die Schnallen bezieht Karin Sallmann zum größten teil aus Italien. Es gibt so viele unterschiedliche Motive, dass für jeden etwas dabei ist, sagt sie. Jäger und Forstleute bevorzugen meist Schnallen mit Laubschmuck und Wildtieren.

Die Schnallen lassen sich leicht wechseln. Quelle: Margrit Hahn

„Hier bei mir in der Werkstatt gibt es nur die Anleitung dazu, die eigene Kreativität zu entdecken“, sagt Karin Sallmann. Der nächste Kurs „Punzieren“ findet am 18. und 19. August in Gottsdorf statt.

Anmeldungen unter der Nummer 033732/40079. Weitere Informationen: lederzauberei@yahoo.de

Von Margrit Hahn

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