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Luckenwalde Ein offener, aber geschützter Hain
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09:47 13.12.2018
Der Eingang des Waldfriedhofs Luckenwalde, den Richard Neutra 1921 als Mitarbeiter der Stadt entwarf. Quelle: Karen Grunow
Luckenwalde

Wie ambitioniert Richard Neutra war, als er 1921 an die Gestaltung des Waldfriedhofs Luckenwalde ging, beschreibt Joachim G. Jacobs in einem ausführlichen Artikel, für den er neu aufgetauchte Unterlagen Neutras einbeziehen konnte. Entdeckt wurde im Richard and Dion Neutra Archive, das zu den Spezialsammlungen der University of California in Los Angeles gehört, ein besonderes Konvolut. Enthalten sind darin neben Plänen, Fotografien und Zeichnungen auch ausführlichere Erklärungen. Joachim G. Jacobs stellt diese Wiederentdeckung in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Brandenburgische Denkmalpflege“ vor, die bis zu zweimal im Jahr erscheint und wissenschaftliche Beiträge zu denkmalpflegerischen Projekten im gesamten Bundesland versammelt.

„Es war eine gewaltige Erfahrung in der Welt der Stille und ein Abriss aller philosophischen und technischen Gedanken im Dienst der Abgeschiedenen, der Verwaisten und der Menschen, die nur noch in der Erinnerung lebten“, kommentierte Richard Neutra viele Jahre später sein Erstlingswerk. Der 1892 in Wien geborene Architekt kam im März 1921 als Mitarbeiter des städtischen Bauamtes nach Luckenwalde und arbeitete unter Stadtbaurat Josef Bischof.

Sieben Monate wirkte Neutra in Luckenwalde

Zu seinen Aufgaben gehörten die Planungen für den Friedhof, auch arbeitete er mit an den Siedlungsbauten Am Anger und Auf dem Sande. Eine „freie Begräbnisstätte im ausgedehnten Nadelwald“ – so Bischof – sollte der Friedhof werden. Neutra kannte sich mit Botanik und Landschaftsplanung bereits aus. Er hatte nach dem Ersten Weltkrieg in der Schweiz gartenplanerisch bei Otto Fröbels Kinderheim gearbeitet.

Knapp fünf Monate hatte Neutra für die Konzeption, dann wurde der Entwurf den Luckenwalder Stadtverordneten vorgelegt. Kalkuliert worden war, dass der Bau der Friedhofsanlage bis zu zehn Jahre dauern würde. 1,3 Millionen Reichsmark plante Josef Bischof für das Projekt. Kommunal und interkonfessionell sollte der Friedhof werden. Was Neutra plante, beschreibt Jacobs in seinem Beitrag als „expressives Zusammenspiel“ flächiger Elemente und der vorhandenen Waldstruktur. Genau legte Neutra die Pflanzenauswahl fest; Tamariske und weiße und gelbe Rosen wählte er beispielsweise aus. „... nicht der Charakter eines streng geschlossenen Kirchhofs, vielmehr der eines offenen, aber geschützten Haines“ war Neutras grundsätzliche Idee.

Richtig berühmt wurde Neutra in den USA

Spannend an den aufgefundenen Unterlagen ist vor allem, dass bisher nicht klar war, wie Neutra sich die Trauerhalle des Friedhofs vorgestellt hatte. Diese sollte von vornherein erst später entstehen. Die heutige Kapelle wurde in den späten 1930er Jahren von Paul Backes gänzlich anders realisiert. Die nun in Los Angeles wiedergefundenen Dokumente nebst umfangreichem Manuskript belegen, wie Neutra sich das gedacht hatte: als eingeschossigen Bau mit Satteldach und schmalen Fensterbändern. Außerdem hatte Neutra die Visionen eines Urnenwald-Krematorium-Ensembles, auch darauf geht Jacobs in seinem hervorragenden Aufsatz ausführlich ein.

Für Jacobs nimmt der Friedhof gar eine Brückenfunktion zwischen Neutras europäischem und amerikanischem Werk ein. 1923 ging Neutra in die Vereinigten Staaten. Und wurde dort einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Dass er seine ersten beruflichen Schritte in Luckenwalde unternahm, ist erstaunlich wenig bekannt. Dabei hat er – obwohl nur sieben Monate vor Ort im Einsatz – seine Spuren hinterlassen. Seine Begeisterung für Frank Lloyd Wright wird schon in den Eingangsbauten des Friedhofs spürbar.

Brandenburgische Denkmalpflege, Heft 1 2018, 10,50 Euro.

Von Karen Grunow

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