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Eine kleine Nummer zur Abschreckung

Polizei registriert Fahrräder in Ludwigsfelde Eine kleine Nummer zur Abschreckung

Fahrraddiebstähle in der Region nehmen zu. Schutz davor ist schwer. Das Fahrrad kodieren und von der Polizei registrieren zu lassen hilft aber bei der Aufklärung. Am Mittwoch kodierte die Polizei kostenlos Räder in Ludwigsfelde. Sie hatte viel zu tun - 38 Besitzer kamen in vier Stunden.

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Ludwigsfelde/Luckenwalde. Wer sein Fahrrad liebt, sollte freiwillig zur Polizei gehen. Immer wieder führen die Beamten Kodierungsaktionen durch. In dieser Woche ist der Landkreis Teltow-Fläming an der Reihe. In Ludwigsfelde kamen trotz strömenden Regens am Dienstag in vier Stunden 38 Fahrradbesitzer. Die Stadt am Autobahnsüdring sei bei Diebstahlbanden beliebt, teilt die Polizei mit. Am Mittwoch war Großbeeren dran und am Donnerstag stehen die Polizeibeamten von 10 bis 14 Uhr vor dem Rathaus in Trebbin.

Die Prozedur ist kostenlos und dauert nicht lange. Die Beamten fräsen eine Nummer in den Fahrradrahmen und versehen sie zum Schutz vor Rost mit einem Aufkleber. Dazu erhält der Eigentümer einen sogenannten Fahrradpass, auf dem die Kodierung nochmals notiert ist und der später als Eigentumsnachweis gilt. Wenig Aufwand für höheren Schutz, findet Ralph Meier, Pressesprecher von der Polizeidirektion Süd in Cottbus: „Viele Diebe schrecken vor kodierten Fahrrädern zurück.“ Und vor einem Radklau sei niemand gefeit, warnt Meier. Zwar kann er für dieses Jahr noch keine konkreten Zahlen nennen, aber eines sie dennoch klar: „Die Fahrraddiebstähle nehmen im Landkreis Dahme-Spreewald zu.“

Torsten Saro hatte bislang Glück. Dem Vorsitzenden des Kreisverbandes Teltow-Fläming vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) ist noch nie ein Drahtesel gestohlen worden. Doch er ist sich der Gefahr bewusst und möchte sich nun auch mit einer polizeilichen Kodierung schützen: „Das ist eine gute Sache und ich werde das endlich auch machen.“ Bislang setzte er auf die Rahmennummer, die er sich aufgeschrieben hat. Außerdem fotografierte er sein Fahrrad ab, um der Polizei bei einem Diebstahl Anhaltspunkte geben zu können.

Eine Kodierung böte einen weiteren Vorteil, sagt Lars Bärwald von der Polizeiinspektion Teltow-Fläming. „Wenn ein herrenloses Fahrrad gefunden wird, ist durch die Zusammensetzung der eingravierten Nummer sofort eine konkrete Zuordnung zum Eigentümer möglich.“ Denn die Zahlenreihe steht verschlüsselt für den Landkreis, den Wohnort, die Straße, die Hausnummer und die Initialen des Eigentümers. Nur mit einer Rahmennummer des Herstellers kann die Polizei dagegen nicht auf die Suche nach dem Besitzer des gefundenen Fahrrads gehen. Mit Kodierung habe es die Polizei leichter und der Fahrradbesitzer bekomme seinen Drahtesel schneller zurück, so Bärwald.

Bei rund 25 Prozent liegt die Aufklärungsquote bei Fahrraddiebstählen bei im Landkreis Teltow-Fläming derzeit. Zwar werden gestohlene Fahrräder, die eine Kodierung haben, nicht gesondert in der Statistik aufgeführt, aber Bärwald ist sicher: „Die Kodierung ist bei der Diebstahlaufklärung eine wirkungsvolle Hilfe.“ Insgesamt wurden seit 2010 in Teltow-Fläming jährlich durchschnittlich 1150 gestohlene Fahrräder bei der Polizei gemeldet. Dabei handelte es sich immer um Diebstähle in „besonders schweren Fall“, wie die Polizei mitteilt. Das heißt, die Fahrräder waren angeschlossen oder anders gegen Diebstahl gesichert.

Ein gutes Schloss komme noch vor der Kodierung, ergänzt Polizeisprecher Meier: „Jeder ist selbst dafür verantwortlich, sein Fahrrad ordentlich vor einem Diebstahl zu schützen.“ Dieser Meinung schließt sich Vielradfahrer Torsten Saro an: „Beim Schloss sollte man nicht sparen.“ Der ADFC-Kreisvorsitzende rät zu einem Schloss aus gehärtetem Stahl. Auch sollte das Fahrrad immer an einen Gegenstand gekettet werden, einen festen Fahrradständer oder ein Geländer. Er selber fahre fast täglich mit dem Rad zur Arbeit und stelle es vor der Tür ab, sagt Saro: „Wenn es nicht gut gesichert wäre, hätte ich immer Sorge, dass es gestohlen wird.“

Wer die Kodierungsaktion verpasst hat oder heute nicht wahrnehmen kann, sollte sich an die örtliche Polizei wenden. Oft führen auch die Kreisverkehrswachten gegen eine geringe Gebühr die Kodierung durch.

Von Aglaja Adam

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+++ Zeuge stellt Fahrraddieb +++ Rollerfahrer bei Unfall verletzt +++ Vereitelter Fahrraddiebstahl

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