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Luckenwalde Es ist tierisch heiß
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12:30 26.07.2013
Mops Hotte aus Dallgow-Döberitz macht es sich bei diesen Temperaturen im - oder besser - auf dem Pool bequem. Quelle: Vanessa Piel
Luckenwalde

Bei Werten um die 30 Grad sind die Menschen längst am schwitzen, betteln um Eis am Stiel oder einen Sprung in den nächstgelegenen Pool. Am Sonntag wird’s dann richtig brutzlig: 36 Grad stehen uns bevor! Man stelle sich vor, man müsste bei dieser tierischen Hitze mit einem Pelzmantel durch die Gegend trotten. Unsere Vierbeiner haben keine Wahl – wie sie wohl damit zurecht kommen?

Die Schafe am Naturparkzentrum im Glauer Tal kommentieren das Wetter mit entnervtem Blöcken und lehnen sich an dem Schatten spendenden Holzzaun. Die Gotlandschafe haben von ihren Tierpflegern eine flotte Saisonfrisur verpasst bekommen und dürfen nun fast wollfrei über die Weide tippeln. Ihre Kollegen haben es nicht so gut erwischt: Die Kamerun- und die Soay-Schafe tragen immer noch ihre dunklen Zotteln am Leib. „Das ist ihr Sommerfell“, sagt Elisabeth Hofmann vom Naturparkzentrum. Obwohl das wesentlich luftiger ist, als die dicke Winterwolle suchen die Schäfchen in diesen Tagen vor allem sonnenfreie Plätze im Gelände auf. „Die Schafe sind nicht so agil, wie im Frühling oder Herbst“, erzählt Hofmann.
 

Stechmücken sind schlimmer als die Hitze 

Auch für die Weidenachbarn der Wolltiere dürfte die aktuelle Hitzewelle gewöhnungsbedürftig sein. Schließlich liegen die Durchschnittstemperaturen in der Heimat der Islandpferde in den Sommermonaten bei frischen 13 Grad. Tatsächlich kommt das nordische Trio aber ganz gut mit dem deutschen Sommer zurecht. „Isländer sind Robustpferde“, sagt Elisabeth Hofmann. „Denen machen 25 Grad Minus im Winter und 30 Grad Plus im Sommer nichts aus.“ Dafür macht ihnen aber eine andere Sache richtig zu schaffen: Die stechfreudigen Mücken und Bremsen, die derzeit zuhauf durch die Gegend schwirren. „Darunter leiden aber alle Tiere, egal ob Pferde, Schafe oder das Wild“, weiß die Sprecherin des Naturparkzentrums.

Das Hausschwein hat sowohl gegen diese Blutsauger als auch gegen die tierische Hitze eine saukluge Strategie entwickelt: Es wälzt sich im Schlamm. Damit die Tiere bereits in den Morgenstunden eine frische Suhle haben, hängt Kathrin Lütteken einen grünen Wasserschlauch ins Außengehege ihrer Schweine. Das plätschernde Wasser wird neugierig beäugt, dann steckt auch schon das erste Ferkel seine Nase in den Schlamm. Für ein Erfrischungsbad im Dreck ist es ihm dann aber doch noch zu frisch an diesem Morgen.
 

Kühe sind keine Sommerfans
 

Kathrin Lütteken betreibt mit ihrem Mann Andreas in Gottsdorf einen Biobauernhof. Dass ihren Schweinen und Rindern die aktuelle Bullenhitze nicht so recht in den Kram passt, haben sie längst gemerkt. „Man sieht ihnen schon an, dass ihnen das nicht gefällt“, sagt Andreas Lütteken. Besonders die Rinder sind keine Sommerfans: „Mit 15 Grad Minus kommen sie wesentlich besser zurecht. Dann sind sie zwar auch im Energiesparmodus, aber man sieht, dass sie trotzdem fit sind.“ Um der prallen Sonne zu entgehen, haben die Damen und Herren aus der Rinderfamilie unterschiedliche „Fluchtmöglichkeiten“. So wandern die Milchkühe mit ihren Kälbern auf ihrer Weide dem Schatten hinterher. „Am Morgen liegen sie auf der Grabenseite, am Abend an der Waldkante“, erzählt der Landwirt. Auch die männlichen Tiere haben auf ihrem Gelände ihre Schattenplätze – sie können aber auch im kühlen Stall verschwinden. Da dort viele Fenster und offene Tore sind, bringt der Wind Frische ins Haus. Das genießen sowohl die Rinder als auch die Schweine.

Wie die Menschen müssen die Nutztiere sich auch vor der Sonne in Acht nehmen: Es droht Sonnenbrandgefahr. „Die Schweine sind da anfangs ganz schön empfindlich“, sagt Kathrin Lütteken. Mit der Zeit gewöhnen sich die grunzenden Tiere aber an die Sonnenstrahlen. Auch bei Kühen kann die Sonne ganz schön heftige Reaktionen hervorrufen. Vor allem das bunte Fleckvieh – also Kühe, die mit vielen weißen Stellen gemustert sind – kann sich leicht die hellen Stellen verbrennen. Bei den dunklen Rindern auf dem Gottsdorfer Biohof ist die Gefahr wesentlich geringer.

Egal wie sehr die Sonne auf die Vierbeiner herunterbrennt, schwitzen können sie nicht, sagen die Landwirte. Zwar kann Kühen schon mal der Schweiß auf dem Fell stehen, damit hat aber weniger das Wetter als zum Beispiel ein Tierarztbesuch zu tun, erklärt Kathrin Lütteken. Schwitzen ist also bei den Rindern eine reine Stressreaktion.

Um bei der Sommerhitze gut über die Runden zu kommen ist für die Nutztiere vor allem eines wichtig:
jede Menge Wasser. Zwischen 50 und 100 Liter trinken die Kühe pro Tag. Und wenn das Wasser zur Abwechslung nicht aus dem Trog, sondern von oben kommt, dann sind sie auch sehr dankbar. „Die Rinder spüren genau, ob es einen kurzen oder langen Niederschlag geben wird“, erzählt Andreas Lütteken. Bei einem kleinen Schauer gehen die Tiere lieber in den Stall, wenn es aber richtig zu kübeln beginnt, „dann lassen sich vor allem unsere Bullen richtig durchregnen.“ Bei der ausgiebigen Dusche wird dann gerne weiter auf Grashalmen herumgekaut.

Die Lust auf nasse Erfrischung ist auch im Luckenwalder Tierpark erkennbar. „Der Wasserbedarf ist bei diesem Wetter wesentlich höher als sonst“, sagt Tierparkdirektor Michael Geißler. „Die Esel trinken zum Beispiel doppelt so viel wie bei 20 Grad.“ Dem Luckenwalder Braunbär schmeckt das Wasser nicht nur, er lässt sich damit auch regelmäßig abspritzen, um sich ein bisschen abzukühlen. Die Alpakas sorgen auf ganz andere Weise für Erfrischung und wälzen sich im Sand. „Sie haben dadurch das Gefühl, etwas für ihren Körper zu tun“, deutet der Tierparkchef das Verhalten. Neben dem Sandbaden erfreuen sich die südamerikanischen Vertreter der Kamele zudem über einen Sommerhaarschnitt. Von der dicken und kuscheligen Wolle ist nichts zu sehen. Nur auf dem Kopf haben die Bolivianer noch ein paar fesche Strähnen behalten.

Seit der Hochsommer in der Region Einzug gehalten hat, geht es im Tierpark wesentlich gemächlicher zu. Die Luchse dösen im Schatten, das Damwild bewegt sich ruhiger und auch die Kaninchen wollen an den heißesten Tagen des Jahres lieber einen Gang runterschalten. Selbst im Wildschweingehege hört man kaum ein Grunzen. Die Eber und Bachen verschlafen die brütend-heißen Stunden lieber – dank ihres Fells müssen sie sich dabei übrigens keine Gedanken über Sonnenbrand machen, so wie ihre Artgenossen vom Bauernhof.

Die meisten Tiere, die in der Luckenwalder Anlage leben, stammen ursprünglich aus Mitteleuropa. Das deutsche Klima vertragen sie deshalb sowohl in den Sommer- als auch Wintermonaten recht gut. Wie beim Menschen ist es aber auch bei den Vierbeinern so, das ältere oder kranke Zeitgenossen wesentlich stärker an den extremen Temperaturen zu knappern haben, weiß Michael Geißler.
 

Wohlfühltemperatur bei fünf Grad Minus
 

Einigen Bewohnern des Tierparks wollen die aktuellen Temperaturen aber so gar nicht gefallen – allen voran sind das die beiden Schnee-Eulen. Die weiß gefiederten Gesellen sitzen recht stumm in ihrem schattigen Gehege, Bewegung vermeiden sie wo es geht. Es scheint fast, als würden sich die großen Vögel sehnlichst einen spontanen Kälteeinbruch herbeisehnen. „Ihre Wohlfühltemperatur liegt bei fünf grad Minus“, verrät Michael Geißler.
Da haben die wenigen Exoten im Tierpark derzeit das bessere Los gezogen. In der großen Außenvoliere piepsen, trällern und hüpfen die Sittiche herum und recken ihre Köpfe der Sonne entgegen. Auch bei den Zebrafinken ist richtig was los. Der deutsche Hochsommer juckt die flinken Kerle kein bisschen. „Das sind Australier, die stört das nicht“, sagt der Tierparkdirektor.

Von Nadine Pensold
 
 

Tiere auf keinen Fall im Auto lassen

Amtstierärztin Silke Neuling gibt Tipps, wie Haustierbesitzer sich bei Sommerhitze richtig verhalten.
 

MAZ: Frau Neuling, wie sehr machen die Sommertemperaturen den Haustieren zu schaffen?
Silke Neuling: Die Tiere leiden weniger als angenommen unter der Hitze. Sie haben ganz gute Anpassungsmechanismen, um mit der Wärme fertig zu werden. Sie bewegen sich zum Beispiel ruhiger oder dösen im Schatten.
 
Auf was muss man bei der Versorgung der Tiere achten?
Neuling: Sie sollten stets ausreichend mit frischem Wasser versorgt sein und es ist gut, wenn sie ein schattiges Plätzchen haben. Man sollte die Tiere nicht durch zu viel Aktivität stressen. Bei der Hitze sollte man zum Beispiel die Gassirunde mit dem Hund in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
 
Was ist mit Tieren wie Kaninchen oder Meerschweinchen, die im Stall leben?
Neuling: Grundsätzlich vertragen sie Sonne, es ist aber wünschenswert, dass auch sie an einem schattigen Platz untergebracht sind. Außerdem sollte man den Transport von Kleintieren derzeit vermeiden, weil das Stress für sie bedeutet.
 
Was ist, wenn es dem Tier doch zu heiß wird?
Neuling: Bei übermäßigem Hecheln kann man es mit Abkühlung versuchen. Allerdings nicht mit eiskaltem Wasser, sondern lauwarmen. Wer Bedenken über den Zustand seines Haustieres hat, sollte zum Tierarzt gehen.
 
Was sollte man bei diesem Wetter auf jeden Fall vermeiden?
Neuling: Wenn Tiere im Auto mitgenommen werden, sollte die Klimaanlage nicht zu kalt eingestellt sein und die Tiere keinem Zug ausgesetzt werden. Haustiere sollten bei den derzeitigen Temperaturen auf gar keinen Fall im Auto allein gelassen werden. Im Innenraum kann die Temperatur auf über 50 Grad ansteigen. Das führt zu Stresssituationen und kann lebensgefährlich werden.

Interview: Nadine Pensold

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Fritz Lindner hat seit 45 Jahren den Meisterbrief als Rundfunk- und Fernsehmechaniker in der Tasche. Als Meisterstück baute er damals einen Mustergenerator. Diesen besitzt er immer noch. Noch gut erinnert sich Fritz Lindner daran, dass er einst bei der PGH Eletrotechnik der Erste war, der Farbfernseher reparierte.

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