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Luckenwalde Friedrich-Gymnasium hat sein Pendel wieder
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Friedrich-Gymnasium hat sein Pendel wieder
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17:45 04.12.2018
Staatssekretär Thomas Rachel (hockend) ließ das Pendel von der Leine. Quelle: Hartmut F. Reck
Luckenwalde

Das Foucaultsche Pendel schlägt wieder aus. Thomas Rachel, CDU-Bundestagsabgeordneter und Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, besuchte am Dienstag das Friedrich-Gymnasium in Luckenwalde, um das Pendel von der Leine zu lassen. Mit einer Schere zerschnitt er das Band, das das aus einer Bowlingkugel bestehende Gewicht solange an der Wand festgehalten hatte.

Der Staatssekretär kam auf Einladung seines Parteifreunds Sven Petke. Der ehemalige Landtagsabgeordnete und CDU/FDP-Fraktionsvorsitzende in der Luckenwalder Stadtverordnetenversammlung ist seit einigen Jahren auch Vorsitzender des Fördervereins des Friedrich-Gymnasiums. Als solcher hat er wesentlich dazu beigetragen, dass der schon länger gehegte Wunsch der Schule nun mit Hilfe von Sponsoren und öffentlichen Zuschüssen erfüllt werden konnte.

Keine Graffiti im Foyer

Doch zunächst wurde der Ehrengast von Schulleiter Michael Kohl und Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) als Vertreterin des Schulträgers im denkmalgerecht restaurierten Foyer mit seinen originalgetreu nachempfunden Wandmalereien empfangen. „Mal keine Graffiti“, stellte der Gast anerkennend fest. Dann ging es in den Unterrichtsraum, in dem die Elftklässler des Physik-Seminarkurses auf ihn warteten.

Was ist ein Pendelraum?

Dort erinnerte sich Schulleiter Kohl an seine Anfangsjahre in dieser Schule. Beim Aufräumen des Dachbodens habe er als Junglehrer alte Bauunterlagen gefunden, bei denen die Rede von einer Dunkelkammer und eines Pendelraums war. Die Dunkelkammer wurde noch benutzt, aber was sich hinter dem Pendelraum verbarg, eröffnete sich ihm damals nicht. Erst als er später als Schulleiter weitere Unterlagen zu Gesicht bekam, ging ihm ein Licht auf: Denn den Turm, in dem das ursprüngliche Foucaultsche Pendel, mit dem die Schule mal ausgestattet war, gehangen haben mussste, gab es in dieser Form nicht mehr. Dort war mittlerweile eine Zwischendecke eingefügt worden, die Räume wurden anders genutzt.

Lang gehegter Wunsch

Seitdem dies bekannt war, bestand der Wunsch, wieder ein solches Pendel in der Schule zur Veranschaulichung naturwissenschaftlicher Phänomene aufzuhängen. „Als ich den Vorsitz des Fördervereins übernahm“, erinnerte sich Petke, „lag viel Geld ’rum. Das war zweckgebunden für ein Pendel. Jetzt bin ich froh, dass das Geld weg ist.“ Doch erstmal sei es lange auf der hohen Kante liegen geblieben. Denn im ersten Anlauf, so Kohl, reichte das gesammelte Geld nicht. Dafür nahm man sich als Förderverein die Restaurierung der Eingangshalle vor. Jetzt im zweiten Anlauf hatte es schließlich geklappt. 35.000 Euro waren beisammen. Doch dann kostete das Pendel plötzlich 42.000 Euro. Die fehlenden 7000 Euro steuerte noch der Landkreis Teltow-Fläming als Schulträger bei.

Erinnerung an den schlechten aber neugierigen Schüler Léon Foucault im Physikunterricht. Quelle: Hartmut F. Reck

Staatssekretär Rachel erinnerte vor den Schülern an den französischen Wissenschaftler Léon Foucault, der mit seinem Pendelexperiment die Drehung der Erde nachweisen konnte. Dieser sei ein schwacher Schüler gewesen, aber seine Neugier habe ihn getrieben. Deshalb sei es wichtig, dass die Lehrer schon in der Schule die Neugier ihrer Schüler förderten.

Acht Kilo schwere Bowlingkugel

Nun waren aber alle neugierig auf das Pendel, das die drei Physiklehrer Steven Marscheider, Niko Busch und Joachim Heppel installiert hatten. Dabei handelt es sich um eine acht Kilogramm schwere Bowlingkugel, die an einem elf Meter langen Seil hängt und über einer Kompassscheibe pendelt, unter der sich die Steuerungselektronik befindet, die wiederum das Pendel mit Stromstößen in Schwung hält.

Erde dreht sich unter der Kugel

Mit einem Band an einer Seitenwand fixiert, wartete die Kugel nur darauf, losgelassen zu werden. Nachdem der Staatssekretär es losgeschnitten hatte, schlug das Pendel gleich von Nordwesten nach Südosten aus und bewegte sich scheinbar die ganze Zeit in dieselbe Himmelsrichtung. Doch: „Nicht die Kugel ändert ihre Richtung, sondern die Erde dreht sich unter der Kugel“, erläuterte Physiklehrer Steven Marscheider.

Physiklehrer Steven Marscheider (l.) stellt den Dachboden als möglichen Raum für ein Experimentarium vor. Quelle: Hartmut F. Reck

Anschließend führte er die Gäste in den riesigen Dachboden des alten Schulgebäudes. Dort plant man ein Experimentarium, in dem in mehreren Kabinen Schüler physikalische Experimente wie Bewegungsmessungen, aber auch mechanische und optische Übungen durchführen können. Das wäre sicherlich eine der nächsten Herausforderungen für den Fördervereins und die Fördermitteleinwerber.

Von Hartmut F. Reck

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