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Luckenwalde Friedensandacht kontra Bramm-Spaziergang
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Friedensandacht kontra Bramm-Spaziergang
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00:37 26.03.2015
Etwas verloren wirken die wenigen Bramm-Sympathisanten auf dem Luckenwalder Marktplatz. Quelle: MAZ
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Luckenwalde

Seit Montag hängt ein riesiges Transparent am Luckenwalder Wahrzeichen, dem Marktturm. Darauf steht: "Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein." Das geflügelte Wort stammt aus Goethes "Faust". Und es soll wohl ausdrücken, dass in dieser Stadt jeder Mensch als solcher respektiert und behandelt wird - egal woher er kommt.

Nicht zufällig wird das sieben mal zehn Meter große Transparent am selben Tag aufgehängt worden sein, an dem der Pegida-Ableger "Bramm" (Brandenburger für Meinungsfreiheit und Mitbestimmung) einen "Montagsspaziergang" angekündigt hatte. Am Fuße des Marktturms trafen sich am Abend etwa 50 "Spaziergänger". Weitere Zuschauer standen am Rand des Platzes. Schwer auszumachen, wer dazugehörte und wer nicht. Die drei Redner verlasen die 13 Bramm-Thesen, schimpften auf "Politganoven" und "Lügenpresse", die sie immer mit der "Nazikeule" diffamierten, und auf "Asylbetrüger", was in den Worten gipfelte: "Wir sind das wahre deutsche Volk."

Das sahen die etwa 150 Luckenwalder Bürger, die sich zur selben Zeit in der Johanniskirche zu einer Friedensandacht trafen, ganz anders. Die Pfarrerinnen Julia Daser und Stephanie Hennings verlasen neun Thesen und Gegenthesen zur Pegida wie zum Beispiel: "Du sagst, du stehst für Heimat. Aber anderen verweigerst du das Recht, eine Heimat hier zu finden. Nicht in meinem Namen!" Das heiße, so Daser, "für mich sprichst du nicht". Sie glaube vielmehr an einen Gott, dem jeder Mensch wertvoll sei und sich auf die Seite der Schwachen stelle. Stefanie Hennings verlas Bibelworte aus dem Alten und Neuen Testament zum Umgang mit Fremden, die deutlich machten, dass die Hilfe für Fremde ein Grundanliegen des christlichen Glaubens und somit des christlich-jüdischen Abendlandes sei, auf das sich Pegida ständig beriefe. Währenddessen läuteten die Kirchenglocken und übertönten die Bramm-Kundgebung.

Stellvertretend für viele Einwohner drückte zum Beispiel Karl-Heinz Prib von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde seine Gefühle aus: "Ich habe Bomben fallen sehen, die DDR und die Wende erlebt und freue mich jetzt über die positive Entwicklung in Luckenwalde und über jeden Bürger, den wir begrüßen können."

Anschließend wurden die Teilnehmer der Friedensandacht aufgefordert, ihre Träume zu äußern, die sie für ihre Stadt haben, und sie auf eine große Papierrolle zu schreiben, damit sie nicht verloren gehen.

Von Elinor Wenke und Hartmut F. Reck

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