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Frühstart in die Spargelsaison 2014

Rund um Ruhlsdorf ist die Ernte schon voll im Gange Frühstart in die Spargelsaison 2014

Morgens um 7 Uhr ist es noch kalt, wenn die Arbeiter aufs Spargelfeld nach Ruhlsdorf kommen. Viel Zeit zum Reden bleibt nicht. Die Arbeit wartet - und die ist anstrengend. 60 Tage bleiben die Erntehelfer aus Polen und Rumänien. Zu ihnen gehört Helene Markovei. Die 22-Jährige hilft zum zweiten Mal bei der Ernte.

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Der junge Pole Michael Baltag kommt seit acht Jahren zum Spargelstechen nach Deutschland.

Quelle: Margrit Hahn

Ruhlsdorf. Insgesamt sind unter den 120 bis 150 Saisonkräften nur drei Frauen. "Für mich ist das doppelt schwer. Zum einen mit so vielen Männern zusammenzuarbeiten und zum anderen ist das Spargelstechen keine leichte Aufgabe", sagt die 22-jährige Polin Helene Markovei. Zum Glück ist ihr Vater auch hier.

Die meisten Saisonkräfte kommen seit Jahren nach Ruhlsdorf. So wie Michael Baltag. Der 26-Jährige ist ein alter Hase. In seiner Heimat arbeitet er als Busfahrer. Sobald die Spargelzeit beginnt, kommt er nach Deutschland ‒ und das seit acht Jahren. "Die ersten Tage zwickt es schon ordentlich im Rücken. Aber das vergeht nach einiger Zeit" berichtet er. Als Fußballer ist er durchtrainiert und flink. In Windeseile hat er die Folien abgedeckt. Und ihm entgeht keine Spargelstange. Mit geschickten Händen sticht er sie aus dem Boden. Anschließend wird die Erde wieder glatt gerieben und mit Folie abgedeckt Bis mittags wird gearbeitet. Dann geht es mit dem Bus nach Hennickendorf zum Pegasuspark, wo auf die Arbeiter ein warmes Mittagessen in der Kantine wartet. Am Nachmittag geht es zurück aufs Feld .

"Wir haben in diesem Jahr zwei Drittel der Fläche mit dreifach Folien ausgelegt und den Rest mit doppelter", erklärt Sven Hager vom Spargelhof Buschmann und Winkelmann in Klaistow. Zum Saisonende will man dann sehen, ob die Erträge dadurch höher sind. Ansonsten sind die Klaistower Spargelbauern aber zufrieden mit dem zeitigen Saisonauftakt. "Wir sind seit Jahren die ersten, die hier Spargel anbieten. Dafür haben wir auch schon im Januar bei schlechtem Wetter die Vorbereitungen getroffen", fügt Hager hinzu. Er mag Spargel am liebsten mit brauner Butter und Schnitzel. "Für mich ist der Spargel hier ein Traum. Ich bin seit fünf Jahren im Unternehmen für die Produktion verantwortlich und liebe ihn."

Der erste Spargel ist für die Direktvermarktung in Klaistow bestimmt, dann werden der Berliner Großmarkt, Stände und Lebensmittelhändler beliefert. Insgesamt werden vier verschiedene Spargelsorten auf den Feldern zwischen Klaistow und Gottow angebaut. Künftig wird dort auch dem grünen Spargel mehr Aufmerksamkeit geschenkt. "Aber es ist nicht nur Friede, Freude, Eierkuchen. Wir werten die Arbeit der Leute auch aus. Wenn wir sehen, dass Spargel stehen bleibt oder zwischen den Reihen liegt, dann wird auch mal Tacheles geredet", sagt der Produktionschef.

Bis zur Ernte im kommenden Jahr soll die neue Halle in Hennickendorf fertig gestellt sein. Geplant ist dort die Aufbereitung, Sortierung und Verpackung des Edelgemüses.

REIHENWEISE SPARGEL

  • Das Feld in Ruhlsdorf gehört zum Spargelhof Klaistow und wird unter der Nummer 53 geführt.
  • 1000 Meter ist eine Spargelreihe lang. 300 Reihen sind es insgesamt. Zwei bis drei Saisonkräfte bearbeiten eine Fläche von einem Hektar. Insgesamt sind 120 bis 150 Arbeiter auf dem Feld tätig.
  • 15 Tonnen Edelgemüse können auf dem Feld in Ruhlsdorf pro Tag geerntet werden – wenn alles gut läuft und das Wetter stimmt.

Von Margrit Hahn

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