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GPS-Satellit überführt Autobdiebe

Luckenwalder Handwerker bestohlen GPS-Satellit überführt Autobdiebe

Ein GPS-Empfänger hat Autodiebe aus Polen überführt. Einem Luckenwalder Handwerker ist am Mittwoch der Transporter gestohlen worden. Am Computer konnte er den Weg der Diebe verfolgen und die Polizei informieren. Ob und wann er seinen Wagen bekommt, ist noch nicht klar.

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Christoph Guhlke hat nur noch die leeren Kisten von seinen Maschinen.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Christoph Guhlke kann es nicht fassen. Sämtliche Maschinen und sein Opel Transporter sind weg, gestohlen. Als der Firmenchef am Donnerstag morgen um 5.45 Uhr zur Arbeit kam, sah er sofort, dass etwas nicht stimmt. Die Täter hatten den zwei Meter hohen Maschendrahtzaun durchtrennt, um auf das Luckenwalder Firmengelände von Guhlkes Holzbaufirma zu gelangen.

Sie haben alles mitgehen lassen, was an hochwertigen Maschinen zu finden war – von Bohrmaschinen über Sägen bis hin zu Akkuschraubern. Auch zwei gefüllte Benzinkanister fielen den Dieben in die Hände ebenso wie ein Notstromaggregat, dass sich der Zimmermannsmeister ausgeliehen hatte.

Noch bevor der Firmeninhaber die Polizei verständigte, schaute er im Internet und entdecke dort sein Auto, das mit einem GPS-Empfänger ausgestattet ist. Damit konnte sein Wagen geortet werden. „Während ich in Luckenwalde in meinem Büro saß, fuhren die Diebe mit meinem Auto durch Polen und ich konnte nichts tun“, sagt Christoph Guhlke. Die Bundespolizei kontaktierte sofort ihre Kollegen im Nachbarland. Um 10.33 Uhr konnte die polnische Polizei das Auto zehn Kilometer von Nowograd und 280 Kilometer von Luckenwalde entfernt stoppen. Ein Täter konnte vor Ort gestellt werden. Er hatte noch versucht, die Verfolger abzuschütteln und war in ein Waldstück gefahren.

Bis Christoph Guhlke sein Fahrzeug wiederbekommt, wird es wohl noch eine Weile dauern, denn die polnische Staatsanwaltschaft hat den Opel im Wert von 25.000 Euro vorerst beschlagnahmt. Von den Maschinen muss sich er sich wahrscheinlich verabschieden, befürchtet der Luckenwalder. An Hand des GPS-Systems konnte er erkennen, dass die Diebe, nachdem sie um 2.19Uhr das Gelände am Honigberg in Luckenwalde verlassenhatten, 35 Minuten in der Gottower Straße gestanden haben. „Ich vermute, dass die Maschinen auf ein oder mehrere Fahrzeuge verteilt wurden.“ Die Bohrmaschine, der Akkuschrauber und die Sägen haben einen Wert von gut 40.000 Euro.

Guhlke hatte am Donnerstag alle Hände voll zu tun, um seine Kunden zu besänftigen. „Zum Glück haben alle sehr verständnisvoll reagiert“, sagt er. Jetzt muss er zusehen, wo er Maschinen und Geräte her bekommt, sodass die Aufträge abgearbeitet werden können. Er geht davon aus, dass ab Montag alles wieder planmäßig verläuft. Sicherheitshalber informierte er auch die Unternehmen in der Nachbarschaft , um sie zu sensibilisieren und weitere Diebstähle zu verhindern.
Für Christoph Guhlke steht fest, dass es sich um organisierte Kriminalität handelt und das es kein Einzeltäter, sondern eine Gruppe gewesen sein muss. Die Täter sind nach dem Einbruch nicht durch den Maschendrahtzaun geflohen, sondern durch die hintere Tür, die aufgehebelt wurde. Die Bewohner Am Honigberg scheinen von dem nächtlichen Treiben nichts mitbekommen zu haben.

„Dass muss man sich mal überlegen. Als ich morgens hier aufgeschlossen habe, fuhr mein Auto schon zehn Minuten durch Polen. Das ist schon verrückt, wie im wilden Westen“, sagt der Bauingenieur. Er ist der Bundepolizei und der polnischen Polizei dankbar, dass sie so schnell reagiert und mit ihm zusammengearbeitet haben. Und ohne GPS, da ist er sich sicher, wäre er seinem Auto nie auf die Spur gekommen.

Von Margrit Hahn

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