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Historischer Beweis für Krematorium aufgetaucht

Bauzeichnung von 1928 Historischer Beweis für Krematorium aufgetaucht

Mit einer nagelneuen Erkenntnis zur Stadtgeschichte wartete Heimatforscher Dietrich Maetz am Sonnabend auf. Er habe nun endlich den Beweis für seine Vermutung, „dass auf dem Waldfriedhof ein Krematorium errichtet werden sollte“, sagte er bei einer Führung über eben diesen Friedhof.

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Roman Schmidt zeigt die alte Bauzeichnung mit dem Krematorium.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Erst vor wenigen Tagen hielt er eine Original-Zeichnung in den Händen, die aus dem Nachlass des Luckenwalder Architekten Paul Backes stammt. Dieser hatte in den 1920er und 1930er Jahren – oft in Kooperation mit dem Stadtbaumeister Hans Graf – viele Luckenwalder Gebäude entworfen. Backes Familie schickte jetzt eine Zeichnung der Frontansicht des geplanten Luckenwalder Krematoriums aus dem Jahr 1928. Der Entwurf stammt von Backes und Graf setzte ihn 1937 um – aber ohne Krematorium.

„Das erklärt auch, warum die Andachtshalle unterkellert ist und diesen Seiteneingang besitzt“, sagte Museumsleiter Roman Schmidt. Er freute sich ebenso wie Dietrich Maetz, den Interessenten des Friedhofspaziergangs die Neuigkeit verkünden zu können. „Das wusste bisher noch keiner.“ Das Original der Bauzeichnung kann im Heimatmuseum begutachtet werden.

Seit 2002 sind die Friedhofsführungen fester Bestandteil im Veranstaltungsplan der Luckenwalder Heimatfreunde. Dietrich Maetz gestaltet die informativen Rundgänge anschaulich und unterhaltsam mit Geschichten, Anekdoten und Fakten.
Fast immer wird er gefragt, warum die Friedhofswege in Form eines Skarabäus angelegt seien. „Richard Neutra suchte für diese Anlage nach neuen Ausdrucksmitteln und fand im alten Ägypten sein Vorbild“, erklärte Maetz. „Dort war der Skarabäus, der Pillendreherkäfer, einst heilig und ein Symbol für den ewigen Kreislauf in der Natur.“ Maetz berichtete auch, dass 1927 nur jede sechste Bestattung in Luckenwalde eine Feuerbestattung war. Für damalige Zeiten ein sehr hoher Anteil. Heute sind es über 90 Prozent Urnenbeisetzungen. Die Einäscherungen finden heute wie damals nicht vor Ort statt.

„Mir hat diese Führung sehr gut gefallen. Ich war auch schon mal auf dem Jüterboger Friedhof mit dabei. Sicher würde man die Fakten im Internet erfahren. Aber mir gefällt es, dass Dietrich Maetz mit dem Herzen dabei ist. Das ist etwas ganz anderes“, sagte Heidi Piegler aus Luckenwalde.

Auf dem Waldfriedhof wurde auch der Luckenwalder Künstler Gerd Gebert beigesetzt, in der anonymen Begräbniswiese. Museumsleiter Roman Schmidt bekomme jedes Mal einen Stich ins Herz, wenn er an der Wiese vorbeigeht, erzählte er: „Nur gut, dass wir ihm am Luckenwalder Nuthepark ein Merkzeichen gesetzt haben. Ich finde, das ist das Mindeste, was wir für ihn tun konnten.“

Von Margrit Hahn

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