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10:58 31.08.2018
Beim Kultur- und Steetfoodfestival auf dem Luckenwalder Bahnhofsvorplatz, konnten sich vor allem Flüchtlingsfrauen einbringen. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Vor drei Jahren erreichten die Flüchtlingszahlen Rekordwerte. Fast alle Kommunen mussten die vielen Menschen vor allem aus Syrien irgendwie unterkriegen und versorgen. Der Landkreis Teltow-Fläming verteilte die ihm zugewiesenen Flüchtlinge auf diejenigen Kommunen, die dazu am ehesten in der Lage waren.

Fast einzige Flüchtlingskoordinatorin

Die Kreisstadt Luckenwalde hatte dabei den größten Teil zu bewältigen. „Es zeichnet diese Stadt aus“, so sagt Anke Habelmann im MAZ-Gespräch, „jemanden zu beschäftigen, der sich zu 100 Prozent darum kümmert.“ Und dafür ist sie seitdem als Koordinatorin für Flüchtlingsintegration zuständig. Und Luckenwalde sei neben Ludwigsfelde die einzige Stadt im Kreis, die überhaupt noch eine Koordinatorin hat.

Vielfältige Aufgaben

Und diese hat vielfältige Aufgaben zu erfüllen, etwa sich der Sorgen und Probleme der Flüchtlinge, aber auch ihrer Helfer anzunehmen. Denn die Unterstützung der Flüchtlingsfamilien kann ziemlich belastend sein. „Viele sind auf Dauer überfordert“, weiß Habelmann. Vielen fehle auch irgendwann die Kraft, oder sie seien enttäuscht, wenn die von ihnen betreuten Familien nicht die Wege gehen, die man ihnen aufgezeigt habe.

Überwindung kultureller Differenzen

Am schwierigsten sei die Überwindung kultureller Differenzen und die Sprachvermittlung. Vor allem die Frauen versteckten sich hinter ihrer Religion und ihren Kindern und verharrten in ihrer traditionellen Rollenzuteilung. „Wir kommen an manche Frauen nicht heran“, bedauert Habelmann. Da seien Veranstaltungen wie das Kultur- und Streetfoodfest auf dem Bahnhofsvorplatz ein „Türöffner“. Mit Essenszubereitung könne man die Flüchtlingsfrauen immerhin mal rauslocken. „Es ist schön, wenn sich dann alles auf dem Platz vermischt“, sagt sie, „eine Verbrüderung wäre sicherlich zu viel verlangt.“

Schon viel erreicht

Auch wenn man nicht zu viel erwarten dürfe, meint Anke Habelmann schon, dass in Luckenwalde viel erreicht wurde, besonders wenn man nach Cottbus oder Chemnitz schaut. Auch wenn es hier Zwischenfälle gab wie die Schlägerei auf dem Turmfest 2017, so blieb dies doch die Ausnahme.

Die Projektgruppe „Vielfalt als Chance" wird geleitet von Stephan Gruschwitz und seinen Mitarbeiterinnen Anke Habelmann (M.) und Birgit Peter. Quelle: Hartmut F. Reck

Der beste Weg zur Integration sei immer noch die Vermittlung in Arbeit, sagt sie. Genau darum bemühe sich nun die Stadt Luckenwalde im Verbund mit Trebbin und Nuthe-Urstromtal im Rahmen des neuen Förderprogramms „Vielfalt als Chance“, das vom Europäischen Sozialfonds und vom brandenburgischen Sozialministerium zu 100 Prozent finanziert wird. Hierbei sollen bereits entwickelte Netzwerke ausgebaut und Kooperationsmöglichkeiten mit anderen Institutionen ausgelotet werden, um geflüchtete Menschen in Ausbildung und Arbeit zu bringen.

Optimistisch und realistisch zugleich

Anke Habelmann ist auch drei Jahre nach dem Höhepunkt der Flüchtlingszuwanderung optimistisch: „Ja, wir werden es schaffen, die Menschen, die auch ein Interesse daran haben, zu integrieren.“ Zugleich ist sie realistisch genug, um auch zu sagen: „Nein, es ist utopisch anzunehmen, auch die zu integrieren, die es nicht wollen.“ Das gehe übrigens auch nicht mit Deutschen, die sich dem Arbeitsmarkt verweigern. „Aber wenn wir es schaffen, friedlich miteinander umzugehen, haben wir viel erreicht“, sagt sie.

Von Hartmut F. Reck

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