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Luckenwalde Woidke nimmt Teltow-Fläming unter die Lupe
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Woidke nimmt Teltow-Fläming unter die Lupe
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00:23 19.04.2019
Finanzminister Christian Görke zu Gast im Biotechnologiepark: Beim Unternehmen Griessbach fragt er, wie die Wirtschaftslage ist und was die Mitarbeiter umtreibt. Quelle: Victoria Barnack
Luckenwalde

Wo drückt der Schuh? Einen ganzen Tag lang konnten die Einwohner von Teltow-Fläming ihrer Landesregierung am Dienstag direkt ins Gesicht sagen, was sie glücklich oder unglücklich macht.

Vom fehlenden Kitaplatz über die Suche nach einer Wohnung bis zu den Existenzängsten des Dorfladens: Die Brandenburger Führungsriege um Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) war seit Dienstagmorgen im Landkreis unterwegs, um sich über Sorgen und Nöte zu informieren.

Am Nachmittag tagt die Landesregierung gemeinsam mit der Kreisverwaltung zu aktuellen Problemen in Teltow-Fläming. Quelle: Victoria Barnack

Das Fazit: „Teltow-Fläming ist ein Spiegelbild des gesamten Landes Brandenburg“, sagte Woidke, „ein berlinnaher, strukturstarker Norden und einem eher ländlichen Süden mit geringerer Leistungskraft.“

Finanzminister besucht Biotechnologiepark

Finanzminister Christian Görke (Linke) gab am Vormittag den Startschuss für eine ganze Reihe von Vor-Ort-Terminen der Minister. Das Motto: Offen über Probleme reden.

Beim Schaltelemente-Hersteller Griessbach im Luckenwalder Biotechnologiepark ließ das erste große Thema nicht lange auf sich warten: Während die Umsätze steigen, wird die Suche nach qualifizierten Fachkräften für Geschäftsführer Jörg Zimmermann immer schwieriger. „Inzwischen richten wir unser Marketing nicht mehr nur auf die Kunden sondern auch auf potenzielle Mitarbeiter aus“, berichtet er.

Vertreter des Landkreises und der Landesregierung nutzten den Vor-Ort-Termin für eine Besichtigung der Fertigungshalle. Quelle: Victoria Barnack

Eine ganze Reihe von Maßnahmen hat das Unternehmen ins Rollen gebracht, um das wirtschaftliche Wachstum auch personell untersetzen zu können. Griessbach nimmt zum Beispiel am jährlichen Zukunftstag teil und bietet bezahlte Ferienpraktika an.

„30 bis 40 Schüler erhalten auf diese Weise jedes Jahr einen Einblick in unser Unternehmen, in der Hoffnung dass am Ende wenigstens ein paar von ihnen bei uns bleiben“, berichtet Zimmermann. Zu den fast 130 Mitarbeitern kommen momentan sieben Auszubildende.

Größtes Problem: Erfahrene Mitarbeiter in der Region halten

Problematisch wird es für das Unternehmen aber vor allem bei den Spezialisten und Ingenieuren. „Eine große Herausforderung ist es, die Menschen bei uns zu halten, wenn sie Berufserfahrung gesammelt haben“, erklärt der Geschäftsführer.

Fertigungsleiter Fabian Zimmer (r.) erklärt dem Finanzminister Christian Görke und Landrätin Kornelia Wehlan die Produktionsabläufe. Quelle: Victoria Barnack

Denn wenn die Ingenieure bei Griessbach eingearbeitet sind, sich vielleicht sogar in Teltow-Fläming eingelebt und eine Familie gegründet haben, kommen Fragen auf, bei denen der Arbeitgeber nur bedingt aushelfen kann. „Dann treiben unsere Mitarbeiter zum Beispiel die Suche nach Kitaplätzen oder Baugrundstücken um“, sagt er.

Landrätin thematisiert Probleme mit Landesregierung

Nicht nur die Mitarbeiter – auch Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) hatte sich diese Fragen auf ihre Liste für den Tag mit der Landesregierung geschrieben.

Sie stimmt dem Griessbach-Geschäftsführer zu: „Die Nähe zum Arbeitsort spielt zunehmend eine Rolle“, sagt sie, „das müssen auch wir im öffentlichen Dienst merken.“

Kabinett vor Ort: Kreisverwaltung und Landesregierung tagen gemeinsam im Luckenwalder Kreishaus. Quelle: Victoria Barnack

Kitaplatz, Wohnungssuche, Bahnanbindungen: Landrätin und Unternehmen in Teltow-Fläming treibt das gleichermaßen um. Deshalb wurden diese Probleme am Dienstag auch mit dem Ministerpräsidenten besprochen. „Auf solche Themen müssen alle Beteiligten gemeinsam ein Auge haben“, sagt die Landrätin.

Sie zieht ein überwiegend positives Fazit: Man habe sich offen und sachlich über verschiedenste Themen verständigt, so Wehlan. Neben den Themen Mobilität, Betreuung und Arbeitsmarkt standen auch die Zukunft des Luckenwalder Krankenhauses und des Künstlerhauses Schloss Wiepersdorf auf der Tagesordnung.

Von Victoria Barnack

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