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Kirchenkreis Zossen-Fläming diskutiert Flüchtlingsproblematik

Hauptthema der Kreissynode Kirchenkreis Zossen-Fläming diskutiert Flüchtlingsproblematik

Die Flüchtlingsproblematik war das Hauptthema der Kreissynode am Sonnabend im Luckenwalder Kreistagssaal. Das Parlament des evangelischen Kirchenkreises Zossen-Fläming setzte das Thema ganz oben auf die Tagesordnung, weil auch die Pfarrer und Kirchengemeinden in ihren jeweiligen Orten mit dem Leid der Flüchtlinge konfrontiert werden.

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Die Frühjahrstagung der Kreissynode Zossen-Fläming fand am Sonnabend im Kreistagssaal im Luckenwalder Kreishaus statt.

Quelle: Hartmut F. Reck

Luckenwalde. Die Flüchtlingsproblematik war das Hauptthema der Kreissynode am Sonnabend im Luckenwalder Kreistagssaal. Das Parlament des evangelischen Kirchenkreises Zossen-Fläming setzte das Thema ganz oben auf die Tagesordnung, weil auch die Pfarrer und Kirchengemeinden in ihren jeweiligen Orten mit dem Leid der Flüchtlinge, dem Problem ihrer Unterbringung und mit der oft ablehnenden Haltung der Einheimischen konfrontiert werden. Keine Frage ist es für die Christen, dass man den Flüchtlingen nicht nur Asyl, sondern auch Unterstützung gewähren muss. Dies sei ein Kernanliegen der Bibel, sagte die Jüterboger Pfarrerin Mechthild Falk, die sich in ihrer Stadt mit anderen Mitbürgern aktiv um Asylbewerber und Flüchtlinge kümmert.

"Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken", zitierte der Zossener Pfarrer Sandro Vogler zu Beginn der Frühjahrstagung die Bibel und las weiter aus dem 3. Buch Mose: "Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland. Ich bin der Herr, euer Gott."

"Deshalb verstehen wir uns ja auch als Kirche der Flüchtlinge", sagte die langjährige Potsdamer Ausländerseelsorgerin Monique Tinney, aber der zunehmende Flüchtlingszustrom sei sowohl für die Kommunen als auch für die Kirchengemeinden eine zunehmende Herausforderung. Sie warnte zugleich davor, die Flüchtlinge mit Hilfsangeboten zu überschütten. Vielmehr solle man ergründen, was die Neuankömmlinge wirklich bräuchten.

Der einzige Nichtkirchenmann bei der Synode las den 73 anwesenden Synodalen kurz die Leviten. Rainer Spangenberg von der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) empfahl, den Begriff "Flüchtlingsstrom" nicht zu verwenden, weil sich dies zu sehr nach Naturgewalt und anonymer Masse anhöre. Schließlich kämen von 1000 Asylbewerbern in Deutschland statistisch gesehen nur zwei in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald an. Und von den 20000 syrischen Flüchtlingen, deren Aufnahme die deutschen Innenminister zugesagt haben, kämen nur je 40 in die beiden Landkreise.

Spangenberg, der sich durch seine besonnene Art beim Moderieren von Bürgerversammlungen zum Thema Asylbewerberheime einen Namen gemacht hat, beschrieb die Stimmungen vor Ort als eine Spannbreite von großer Hilfsbereitschaft bis zur hasserfüllten massiven Abwertung von Flüchtlingen. Je größer die Übergangswohnheime seien, die nun neu geschaffen werden müssen, desto größer sei auch die Ablehnung in der Bevölkerung und desto eher ließen sich die Menschen von extremistischen Bauernfängern vereinnahmen.

In seiner anschließenden Arbeitsgruppe, in der es darum ging, wie man mit Vorbehalten in der Gemeinde und in der Gesellschaft umgehen könne, riet er davon ab, sozusagen von der Kanzel herab zu moralisieren oder die Menschen abzukanzeln, indem man sie gleich in eine Ecke stelle.

Von Hartmut F. Reck

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