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Luckenwalde Kreisstadt soll Standort für Hochschul-Präsenzstelle werden
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Kreisstadt soll Standort für Hochschul-Präsenzstelle werden
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00:21 02.02.2019
Dana Mietzner im Gespräch mit Luckenwalder Gästen. Quelle: Gerald Bornschein
Luckenwalde/Wildau

Dass Hochschulen ein hohes Potenzial an Kreativität und Entwicklungstempo freisetzen, dürfte unbestritten sein. Umso bedauerlicher ist es, dass der Landkreis Teltow-Fläming bisher über keinen derartigen Standort verfügt. Deshalb entwickelt Luckenwalde als Regionaler Wachstumskern derzeit gemeinsam mit der Technischen Hochschule (TH) Wildau und der Fachhochschule (FH) Potsdam ein Konzept für eine Präsenzstelle im Zentrum der Kreisstadt.

Wie Wirtschaftsförderer Stephan Gruschwitz erklärt, wurde das ursprüngliche Vorhaben „aufgebohrt“. Unter dem Titel „Wissenschaft geht in die Region“ sieht das Arbeitspapier vor, die seit 2017 leerstehende, 800 Quadratmeter große Halle des Gewerbehofs Luckenwalde als offene Werkstatt zur Verfügung zu stellen. Hier sollen Interessierte Zugang zu modernen Produktionsverfahren wie dem 3D-Druck erhalten, um neueste Technologien zu testen oder innovative Ideen zu entwickeln.

Bildungslabor der TH Wildau ist Vorbild

Vorbild dafür ist das Venture Innovation Lab (Vinn Lab) der TH Wildau, das eine kreative und einfache Nutzung innovativer Rapid Prototyping-Technologien anbietet. Ergänzend dazu sollen die Kompetenzen der FH Potsdam in den Bereichen Mobilität und Digitalisierung eingehen, angedacht ist etwa eine Modellteststrecke für autonomes Fahren.

Die Förderung der besonderen Ausrichtung der geplanten Präsenzstelle wird derzeit vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur geprüft.

Die Luckenwalder Stadtverordneten, die im September 2018 über die geplante Nutzungsänderung des Gewerbehofs informiert wurden, machten sich nun in Wildau ein Bild von Möglichkeiten und Er-folgsaussichten. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide und Mitarbeitern der Verwaltung ging es per Bus zur TH. Hier wurden die Kreisstädter von Dana Mietzner, Leiterin der Forschungsgruppe Innovations- und Regionalforschung, begrüßt. Gemeinsam mit Markus Vossel, Leiter Forschungsservice der TH, Frank Hartmann und Markus Lahr stellte sie Eckpunkte der Arbeit und das Vinn Lab vor.

Technologische Ausstattung für viele Nutzer

Das Labor entstand als sogenannter „Makerspace“ angeregt durch die Maker-Bewegung des Bostoner MIT (Massachusetts Institute of Technology). Hier wird die erforderliche Hardware bereitgestellt, freier Zugang dazu ermöglicht sowie über Austausch Wissen vermittelt. Rund 1.000 Nutzer pro Jahr nehmen das Angebot wahr, etwa 70 Prozent davon sind Studierende. Dazu kommt eine ebenso große Anzahl Schüler zwischen fünf und 18 Jahren vor allem von Oberschulen und Gymnasien. Laut Markus Lahr ist die Bildung eine der Schlüsselaufgaben des Labs. Doch auch mit Unternehmen wird erfolgreich zusammengearbeitet.

Markus Lahr präsentiert den 3D-Drucker. Quelle: Gerald Bornschein

Die technologische Ausstattung ist gut, neben 3D-Druckern mit bis zu einem Kubikmeter Bauraum stehen 3D-Scanner, 3-Achs-Portalfräse, Laserschneider oder Schneidplotter zur Verfügung. Diverse Workshops und eine faire und einfache Kostenabrechnung unterstützen die Verbreitung der neuen Technologien. Auch für Luckenwalde ist das Lab als niederschwelliges Angebot geplant. Für die Nutzung der Maschinen ist kein Ingenieurstudium erforderlich.

Wie Markus Vossel erläutert, ist das Neuland in der Organisation. Die Einrichtung soll im interaktiven Dialog mit Bürgern und Institutionen vor Ort erfolgen. Natürlich ist dafür Fachpersonal nötig, vorerst ist die Besetzung von zwei Stellen durch die TH Wildau und einer durch die FH Potsdam vorgesehen.

Stadtverordnete zeigen sich angetan

Man rechnet sich durch die Positionierung in Luckenwalde gute Chancen aus. Benachbarte Makerspaces gibt es erst in Potsdam, Cottbus, Brandenburg an der Havel oder Halle (Saale). Auch die Installation eines „Co-Working-Spaces“ für vernetztes Arbeiten, zu dem parallel die Wirtschaftsjunioren Teltow-Fläming Ideen einbringen werden, ist im Konzept enthalten.

Die Stadtverordneten zeigten sich vom Vinn Lab und von der Idee der regionalen Präsenz angetan. Margitta Haase (Linke) lobte die informative Veranstaltung und meint: „Das ist eine sehr vernünftige, zukunftsweisende Nutzung der Immobilie“. Hans Buchner (SPD) gab zu bedenken, dass die Fortführung des Projekts auch nach dem Auslaufen der Fördermittel in zwei oder fünf Jahren gesichert sein muss. Die konkrete Umsetzung wird im Wirtschaftsausschuss der Stadt diskutiert.

Von Gerald Bornschein

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