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Luckenwalde Initiative räumt säckeweise Müll aus Stadtgebiet
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Initiative räumt säckeweise Müll aus Stadtgebiet
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00:21 20.03.2019
Die Initiative Luckenwalde lebendig gestalten hat an vier Straßen in Luckenwalde Müll aus dem Stadtgebiet geräumt. Quelle: Antonia Engel
Luckenwalde

An vier Orten sammelte die InitiativeLuckenwalde. Lebendig. Gestalten!“ am Sonntagvormittag Müll: im Kirchofsweg, in der Marienburger Straße, in der Frankenfelder Chaussee und am Bahnhof.

Teilweise schien der Müll noch von Silvester zu sein. An der Frankenfelder Chaussee fanden sich knapp 300 Plastikbecher an, die dort schon seit Wochen gelegen haben müssen und erst gestern ihren Weg in den Müllsack fanden.

„Wir haben im Laufe der Zeit gemerkt, dass das Umweltbewusstsein in Luckenwalde nicht sehr ausgeprägt ist“, stellt Ricarda Voigt, Gründungsmitglied der Initiative, mit Bedauern fest. Um dagegen ein Zeichen zu setzen türmte die Gruppe das Ergebnis ihrer Aktion am Sonntagabend in Müllsäcken, die der Bauhof gespendet hatte, vor dem Rathaus auf.

Erschreckend, was dort zustande kam. Selbst einige der Passanten wurden aufmerksam.

100 Zigarettenkippen pro Quadratmeter

Allein am Bahnhof lagen auf einen Quadratmeter fast 100 Zigarettenkippen. Ricarda Voigt hat mitgezählt. Ingesamt reinigte die Initiative dort rund 20 Quadratmeter, was knapp 2000 schadstoffverseuchte Kippen bedeutet. „Für den Boden und die dort wachsenden Pflanzen ist das pures Gift, da ist der sich nicht zersetzende Filter ist noch das geringste Problem“, sagt Ralf Eyssen. Mülleimer seien dort allerdings genügend vorhanden. „Dass die Kippen auf der Erde landen, muss wohl an den Leuten selbst liegen.“

Selbst einen alten Motorradhelm hat irgendjemand in die Stadtlandschaft geworfen. Quelle: Antonia Engel

Seit zehn Uhr morgens waren die Mitglieder auf den Beinen um zu sammeln. Sie wollten bis April mit dem Frühjahrsputz warten, da die Pflanzen erfahrungsgemäß dann schon einen großen Teil des Mülls überwuchert haben. „Wir wollen den Bürgern auch zeigen, dass Sie an vielen Stellen selbst Initiative ergreifen und den Mut haben können, was zu verändern“ sagte Anja Jürgen. Die promovierte Chemikerin ist seit dem Herbst 2018 mit dabei. „Man sollte die Natur nicht als einen großen Mülleimer ansehen“ appellierte Sie an die Bürger der Stadt.

Probleme, die Politik zu erreichen

Mehr Aufmerksamkeit für die Natur, Bewusstseinsentwicklung, einen geringeren Plastikverbrauch, eine interessiertere Öffentlichkeit wünschen sich auch anderen Mitglieder von den Luckenwalder Bürgern und vor allem von der Politik. Leider komme man mit den Abgeordneten schwerer ins Gespräch als gedacht. Deshalb kandidieren fünf der Mitglieder nun für Mandate in der Stadtverordnetenversammlung.

Unter ihnen ist auch Norman Heß. „Es ist unbedingt nötig, dort wieder frischen Wind reinzubringen. Die Strukturen in der SVV sind teilweise schon sehr verkrustet.“

Kleine Schritte

Auch der Geograph und Volkswirt Ralf Eyssen sieht in Luckenwalde eine Menge Baustellen und beobachtet gleichzeitig eine geringe Resonanz auf Verbesserungsvorschläge. „Aus dieser Not heraus habe ich mir Gleichgesinnte gesucht, um tatkräftig zu sein“, sagte er.

„Wir machen kleine Schritte, aber in die richtige Richtung“ sagt Ricarda Voigt. Zumindest erhoffen sie sich, die Bürger mit der Aufräumaktion etwas wach zu rütteln.

Von Antonia Engel

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