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Luckenwalde Klinik Luckenwalde: Patienten sollen von Insolvenz nichts mitbekommen
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00:22 16.12.2018
Betriebsratsvorsitzender Jens König. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Die Nachricht vom Insolvenzantrag der DRK-Krankenhausgesellschaft Thüringen-Brandenburg, zu der auch die Luckenwalder Klinik gehört, bescherte Jens König überlange Arbeitstage und eine schlaflose Nacht. Der 55-Jährige ist Vorsitzender des Betriebsrates im Krankenhaus Luckenwalde mit mehr als 500 Beschäftigten und auch Chef des Gesamt-Betriebsrates, der für vier Krankenhäuser mit mehr als 1500 Mitarbeitern zuständig ist.

Jens König: „Jetzt haben wir Klarheit“

Die Betreibergesellschaft hatte am 12. Dezember einen Antrag auf „Insolvenz in Eigenverwaltung“ beim Amtsgericht Mühlhausen gestellt. „Schon allein der Begriff Insolvenz löst bei den Kollegen die wildesten Gedanken aus“, sagt Jens König. Er will aber keinen Pessimismus verbreiten. Im Gegenteil. „Ich bin zuversichtlich, dass wir den Weg, der jetzt eingeschlagen wird, erfolgreich bestehen“, sagte er der MAZ. Die unsichere Finanzlage, insbesondere in der Klinik Bad Frankenhausen, habe wie ein Damoklesschwert über den Mitarbeitern gehangen. „In den letzten Tagen waren viele verunsichert. Jetzt haben wir Klarheit und ich sehe das als Chance, gut aus der Situation herauszukommen“, so König.

Der Begriff „Insolvenz in Eigenverwaltung“ bedeutet, dass der Krankenhausbetrieb mit der bestehenden Geschäftsführung vorerst unverändert weiterläuft und die Gesellschaft von zwei externen Anwälten und einem sogenannten Sachwalter für die nächsten drei Monate unterstützt und kontrolliert wird.

Das DRK-Krankenhaus Luckenwalde. Quelle: Margrit Hahn

Jens König ist sich sicher: „Das Luckenwalder Krankenhaus wird nicht im Erdboden verschwinden.“ Den Beschäftigten legt er nahe, der Klinik nicht den Rücken zu kehren, sondern weiterhin bestmögliche Arbeit zu leisten. „Die Patienten sollen so wenig wie möglich von den Problemen mitbekommen“, sagt er. Nach seiner Einschätzung hat die Belegschaft die Informationen zur Insolvenz „relativ gefasst und ruhig“ aufgenommen.

Mitarbeiter melden sich nicht selbst bei der Arbeitsagentur

Das dürfte auch mit den finanziellen Regularien zusammenhängen, die der Sprecher der Krankenhaus-Gesellschaft, Martin Wohlrabe von der Gesellschaft Consilium, erläutert: „Die Gehälter und Löhne werden in den kommenden drei Monaten von der Arbeitsagentur bezahlt.“ Die Mitarbeiter müssen sich aber nicht einzeln bei der Arbeitsagentur melden.

Die Regelung bedeutet, dass die Betreibergesellschaft dieses Geld einspart und in den nächsten drei Monaten wieder einen finanziellen Puffer aufbauen kann. Danach sei das Unternehmen wieder in der Pflicht, die Gehälter zu bezahlen, so Wohlrabe gegenüber der MAZ.

Alle vier Standorte sind im Rennen

Alle vier Krankenhaus-Standorte, neben Luckenwalde noch Sömmerda, Sondershausen und Bad Frankenhausen, werden laut Wohlrabe im nächsten Vierteljahr ganzheitlich betrachtet. Auch der Standort Bad Frankenhausen, für den der Betreiber schon die Schließung zum 31. Dezember angekündigt hatte, ist weiterhin im Rennen.

Für den Standort Luckenwalde gebe es keinen Grund, „die Pferde scheu zu machen“, so Wohlrabe. Allerdings sei die Prüfung „völlig ergebnisoffen“. Er hofft, dass das Verfahren in einem halben Jahr abgeschlossen werden kann.

Von Elinor Wenke

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