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Luckenwalde Mit Tandems gegen Ängste und Vorurteile
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Mit Tandems gegen Ängste und Vorurteile
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06:13 13.08.2018
Das Mut-Team aus Rudolf Wein, Gert Treuter und Mia Anders (v.l.) in Luckenwalde. Der Smiley steht für alle Betroffenen, die sich nicht trauen, sich zu offenbaren. Quelle: Antonia Engel
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Luckenwalde

 Von Potsdam über Luckenwalde nach Erfurt – und all das auf zwei Tandems und in einer Woche. Die drei Mitglieder des Mut-Teams, Gert Treuter, Mia Anders und Rudolf Wein, und setzen sich mit dieser Tour für einen offeneren und weniger schambehafteten Umgang mit psychischen Krankheiten, vor allem der Depression, ein. Sie machten am Sonnabend in Luckenwalde Station.

Unterschiedliche Anzeichen

Es ist für viele ein verhasstes, angeblich überflüssiges und totgeschwiegenes Thema und das, obwohl die Anzahl an der Depressionen Erkrankten immer weiter steigt. Einige trauen sich deshalb nicht mal, sich zu offenbaren, aus Angst vor den Reaktionen von Angehörigen oder einer vorzeitigen Kündigung. Das muss sich ändern, finden die drei vom Mut-Team. Eigentlich sollten sie bei ihrer Tour doppelt so viele sein, aber drei der Teilnehmer sind dann doch ausgefallen. Und das sei okay so. „Depression sieht bei jedem anders aus“ sagt Wein. Der eine zieht sich zurück, der andere stürzt sich in die Arbeit, man müsse aufmerksam sein und die Zeichen erkennen. Und man müsse vor allem wissen, was man gegen die Krankheit tun kann. Das gilt für Betroffene und Angehörige. „Immer wieder Hilfe anbieten, obwohl man abgewiesen wird, ist schwer aber wichtig“, sagt Treuter.

Nicht nur Medikamente helfen

Man solle auch nicht ausschließlich auf ein Wunder von Chemiekonzernen hoffen. Auch banale Dinge wie Fahrradfahren und reden könnten helfen. „Die Natur, die Gemeinschaft, die Routine und die Bewegung tut vielen gut“ sagt Anders. In einer Gruppe komme man leicht ins Gespräch, man wisse von einander und müsse sich nicht verstellen. Die Tour sei für viele eine schöne Entschleunigung und eine Möglichkeit, sich an kleinen Dingen zu freuen, in einem viel zu hektischen Leben, in dem jeder nach schneller, höher und besser schreit. Wofür, fragen sich die Teilnehmer. „Wir müssen alle insgesamt sensibler werden“ sagt Treuter. Es sei wichtig, psychische Krankheiten wie jede andere auch zu akzeptieren, selbst, wenn sie nicht sichtbar und für nicht Betroffene schlecht nachzuvollziehen ist. „Depressionen machen einen nicht weniger leistungsfähig“ sagt Anders. Eine Welt in der Offenheit und Akzeptanz eine größere Rolle spiele als Perfektion wäre sein Traum.

Anlaufstellen für Betroffene

Anlaufstellen für Betroffene: Sozialpsychatrischer Dienst Teltow-Fläming: Am Nuthefließ 2, Luckenwalde Tel. 03371/6083872, E-Mail: gudrun.olle@teltow-flaeming.de, oder die Telefonseelsorge (bundesweite Anlaufstelle): Tel. 0800/1110111.

Von Antonia Engel

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