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Luckenwalde Muslimische Bestattungen am Waldfriedhof
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Muslimische Bestattungen am Waldfriedhof
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17:28 12.03.2019
Die Stadt hat auf dem Waldfriedhof ein muslimisches Gräberfeld vorbereitet. Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Auf dem Luckenwalder Waldfriedhof sollen künftig muslimische Bestattungen möglich sein. Die Stadt hat ein entsprechendes Gräberfeld für vorerst 15 Erdbestattungen vorbereitet. Darüber informierte Michaela Hoffmann, Abteilungsleiterin im Grünflächenamt, den städtischen Ordnungsausschuss und den Stadtentwicklungsausschuss.

In Luckenwalde leben 1600 Ausländer, davon rund 1000 mit Fluchterfahrung, viele von ihnen mit muslimischem Glauben. Das entspricht fünf Prozent der Bevölkerung. Laut Hoffmann wurden bisher 90 bis 95 Prozent der in Deutschland Verstorbenen muslimischen Glaubens in deren Heimatländer überführt. Doch aufgrund der Zuwanderung und der demografischen Entwicklung ist künftig mit einem höheren Bedarf an muslimischen Bestattungen zu rechnen.

Erste Anfragen 2017

„Im Herbst 2017 gab es die ersten Anfragen, ob muslimische Bestattungen in Luckenwalde möglich sind“, berichtete Michaela Hoffmann. Zuvor hatte das Innenministerium über Modalitäten für derlei Bestattungen informiert. Vertreter von Stadt, Kirche und muslimischen Bestattern trafen sich 2018 zu einer Gesprächsrunde, um sich über Rituale und rechtliche Regelungen zu verständigen.

„Es war sehr angenehm, wie wir Kompromisslösungen gefunden haben“, berichtete Michaela Hoffmann.

Separates Gräberfeld

Muslime sollen nur unter Muslimen bestattet werden. „Deshalb hat die Stadt ein separates Grabfeld angelegt“, sagte Michaela Hoffmann. Das 150 Quadratmeter große Areal befindet sich im hinteren Bereich des Friedhofes unweit der Trauerhalle. Die Grabstellen sind nach Südosten (Mekka) ausgerichtet. Die Fläche wurde begradigt, mit Erde aufgefüllt und mit einer Tuja-Hecke abgeschirmt.

„Für muslimische Angehörige gelten die gleichen Bestattungsgebühren wie für alle anderen auch“, versichert Michaela Hoffmann, also beispielsweise 470 Euro für das Ausheben und Schließen der Gruft und 960 Euro für ein Erdeinzelgrab. Für das Anlegen des Grabfeldes seien der Stadt keine zusätzlichen Kosten entstanden.

Ein Sarg ist Pflicht

Nach muslimischem Ritual wird der Leichnam nach der Waschung in weiße Leinentücher eingewickelt, muss aber nach hiesigem Friedhofs- und Bestattungsrecht trotzdem in einen Sarg gebettet werden. Das religiöse Gebot, Verstorbene innerhalb von 24 Stunden zu bestatten, ist hierzulande nicht umsetzbar.

Die Gruft herzustellen, ist Aufgabe der Friedhofsmitarbeiter; Angehörige des Verstorbenen dürfen aber beim Schließen des Grabes mithelfen. Um das ewige Ruherecht zu gewährleisten, können Erdeinzelgrabstellen für 25 Jahre erworben und danach verlängert werden. Bisher gibt es keine Anmeldungen und die Stadt geht davon aus, dass dies eher die Ausnahme sein wird. Die ortsansässigen Bestatter haben nicht die Voraussetzungen für muslimische Riten und verweisen in solchen Fällen an muslimische Bestatter, zum Beispiel in Berlin.

Aufgeschlossen

Für Ausschussvorsitzende Sabine Bölter (Linke) war es „sehr erfrischend, wie hier nach Lösungsvorschlägen gesucht wurde“. Dietrich Maetz (FDP) begrüßt grundsätzlich, dass diese Bestattungsform künftig möglich ist. „Aber wir sollten sicherstellen, dass bei einer Nutzung der Trauerhalle während der Zeremonie nicht das christliche Kreuz verdeckt wird“, sagte Maetz.

Von Elinor Wenke

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