Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Luckenwalde Die gute Fee auf dem Friedhof
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Die gute Fee auf dem Friedhof
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:21 27.10.2018
kümmert sich freiwillig um Gräber auf dem Friedhof Jüterboger Tor Quelle: Elinor Wenke
Luckenwalde

Sie ist kaum 1,50 Meter groß und schon lange Rentnerin, aber flink wie ein Wiesel und fleißig wie eine Biene. Fast jeden Tag in der Frühe sieht man sie über den Friedhof am Jüterboger Tor huschen. Erika Hohlfeld sieht dort an den Grabstätten nach dem Rechten und hilft, wo Not am Mann ist. „Ich mache das freiwillig und gern“, sagt die 84-Jährige, „und freue mich, wenn ich anderen behilflich sein kann.“

Wenn Blumen, Sträucher oder Bäumchen Wasser brauchen, ist sie mit der Gießkanne zur Stelle. Auch die Harke ist immer griffbereit. Flugs werden Laub und Eicheln weggekehrt, in einem Karton gesammelt und an den Sammelbehältern entleert. „Manche Leute können gesundheitlich die Gräber nicht mehr pflegen, andere gehen arbeiten und haben wenig Zeit“, begründet die Luckenwalderin ihren ehrenamtlichen Einsatz. Sie selbst zeigt sich bescheiden und sieht ihr Engagement ganz und gar nicht als bemerkenswert.

Viele kennen sie noch als Kindergärtnerin

Anders viele Friedhofsbesucher, denen sie schon lange angenehm aufgefallen ist. „Erika Hohlfeld ist wie eine gute Fee“, schwärmt Doris Ullrich. Hergen und Bernd Teapal, die das Grab ihrer Eltern pflegen, freuen sich jedes Mal, wenn Erika Hohlfeld schon mal mit der Gießkanne zu Werke war. „Sie ist ganz eifrig und dabei selbst so bescheiden“, lobt auch Dieter Kranke.

Erika Hohlfeld kam 1945 aus Polen nach Luckenwalde. Vielen ist sie noch als Kindergärtnerin bekannt. Unter anderem im damaligen Luwal-Kindergarten oder in der Kurzen Straße betreute sie hunderte Kinder in mehreren Generationen. Ihr Mann ist schon 1997 verstorben. Jetzt schaut sie regelmäßig am Grab ihres Bruders und ihrer Schwägerin vorbei. „Das wird von den Kindern schön gepflegt“, befindet sie zufrieden, „trotzdem gibt es immer was zu pusseln.“

Extrem trockener Sommer

Wenn an den Gräbern Blumen vertrocknet sind, nimmt Erika Hohlfeld sie aus der Vase, sagt den Angehörigen aber Bescheid und erntet meist ein Dankeschön. „Dieser trockene Sommer war extrem“, erzählt sie, „da musste täglich gegossen werden.“ Jetzt im Herbst sorgen das Laub und die vielen herunter gefallenen Eicheln für genug Arbeit.

Wenn sie nicht gerade auf dem Friedhof harkt oder gießt, geht Erika Hohlfeld mit älteren Leuten spazieren, hört ihnen zu, schenkt ihnen Zeit und Trost. In der Zeit, die dann noch bleibt, freut sie sich über einen Besuch von Sohn, Enkeln und Urenkeln.

Von Elinor Wenke

Nach 14-monatiger Bauzeit ist die Brücke fertig und die Lindenstraße in Luckenwalde kann wieder genutzt werden. Das neue Bauwerk samt Pumpwerk kostete 1,05 Millionen Euro.

26.10.2018

Rollstuhlfahrer Hartmut Schulze hat die neue Rampe für die Kapelle auf dem Waldfriedhof getestet. Sein Urteil fällt negativ aus.

26.10.2018

Jörg Haering und sein Team kochen täglich 50 bis 80 Mittagessen. Der gelernte Maurer hat es nicht bereut, sich in der Gastronomie selbstständig zu machen.

25.10.2018