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Luckenwalde Stundenlange Suche nach Kinderarzt
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00:22 15.03.2019
Um abgehört zu werden, musste die Mutter mit ihrem Sohn stundenlang umherfahren. Quelle: icture alliance
Luckenwalde

 Maria Krause aus Nuthe-Urstromtal erlebte am 21. Februar eine wahre Odyssee. Sie machte sich Sorgen um ihren knapp dreijährigen Sohn, dem bei Hustenanfällen fast die Luft wegblieb. Sie suchte ihre Hausärztin auf, damit das Kind abgehört werden kann, die war jedoch im Urlaub Ein Schild an der Tür verwies Patienten an eine Vertretung.

Keine Kinder unter drei Jahren

Dort fuhr die Mutter mit ihrem Sohn hin, der im Mai drei Jahre alt wird. Als sie ihr Kind in dieser Praxis anmelden wollte, erklärte man ihr, dass Kinder unter drei Jahren nicht angenommen werden. „Leider gab es bei meiner Hausärztin keinen Hinweis darauf“, so die Mutter. In der Vertretungspraxis wurde ihr das Luckenwalder Krankenhaus empfohlen. Doch die Ärztin im Krankenhaus war in Urlaub und ihre Vertretung Donnerstag und Freitag nicht im Haus. Die Mutter versuchte dann telefonisch mit einem Kinderarzt in Jüterbog Kontakt aufzunehmen, wo man sie unfreundlich abwies. Man gab ihr den Rat, es in Trebbin zu versuchen. „Ich wollte doch nur, dass mein Kind abgehört wird,“, sagt die Mutter. Bevor sie nach Trebbin fuhren, rief sie vorher an. Endlich bekam sie grünes Licht.

Nicht das erste Mal

„Es war nicht das erste Mal, dass sich in Luckenwalde niemand fand, der mein Kind untersuchte“ kritisiert sie. Ihrer Ansicht nach dürfte es nicht sein, dass man von einem zum anderen fahren muss. Im Februar versuchte sie daher tagelang jemand bei der Kassenärztlichen Vereinigung ans Telefon zu bekommen, um den Fall zu schildern. „Am Servicetelefon fühlte man sich nicht zuständig. Ich wurde ans Patiententelefon verwiesen, wo ich trotz mehrmaliger Versuche niemanden erreicht“, erklärt sie.

Sie kann nicht nachvollziehen, dass sie stundenlang umherfahren muss, um einen Arzt zu finden, der ihr Kind untersucht. „Kümmert sich die Kassenärztliche Vereinigung darum, dass es solche Ausfälle nicht gibt?“, fragt sie.

Rechtzeitig abstimmen

Wie Christian Wehry, Pressesprecher der Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) auf MAZ-Anfrage betont, sei die Vertretung von ambulant tätigen Ärzten im Sicherstellungsstatut geregelt. Darin heißt es, Abwesenheiten und Vertretungen müssen unter den niedergelassenen Kollegen rechtzeitig so aufeinander abgestimmt werden. Dauert die Abwesenheit länger als eine Woche, muss dies inklusive des Vertreters der KVBB gemeldet werden.

Zu dem Fall von Maria Krause kann Christian Wehry wenig sagen. Es bestehe die Möglichkeit, den Einzelfall zu prüfen. Dazu könne sich Maria Krause schriftlich an das Beschwerdemanagement der KVBB wenden, sich mit einer Prüfung inklusive der Weitergabe ihrer persönlichen Daten an die jeweiligen Ärzte einverstanden erklären und diese von der Schweigepflicht entbinden.

Patiententelefon nicht besetzt

Wie Wehry einräumt, war das Patiententelefon aufgrund eines Personalengpasses im Februar nicht besetzt. Anrufer wurden auf die Online-Arztsuche sowie auf die Informationsdienste der Krankenkassen verwiesen. Die Versorgungssituation bei den Kinder- und Jugendärzten im Landkreis sei nach den Vorgaben der Bedarfsplanung gut, so Wehry. Zum 31. Dezember gab es zwölf ambulante Kinderärzte. Das entspricht einem Versorgungsgrad von 177,8 Prozent.

Von Margrit Hahn

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