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Luckenwalde Unternehmer saniert alte Villa an Industriestraße
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00:24 01.03.2019
Die alte Villa an der Industriestraße wird derzeit gesichert und dann saniert. Quelle: Margrit Hahn
Luckenwalde

Wenn es nach Anton Mertzlufft ginge, wäre das alte Wohnhaus in der Industriestraße in Luckenwalde längst saniert – und er schon vor über einem Jahr eingezogen. Doch wenigstens passiert nun etwas. Das dreigeschossige Gebäude wurde 1922 vom Kaufmann Georg Hiltmann errichtet. Seit 1989 stand es leer. „So viel ich weiß, überlegte schon mein Großvater Fritz Wahl, das Haus zu sanieren“, sagt Anton Mertzlufft. Der 26-jährige ist Geschäftsführer der Wahl GmbH & Co. KG in Luckenwalde, die Kabeltrommeln für das In- und Ausland produzieren. Zum Unternehmen gehören acht Mitarbeiter. Gefertigt werden Kabeltrommeln im Durchmesser von 60 Zentimeter bis zu 2, 80 Meter. Die alte Villa steht genau gegenüber von dem Werk. Wobei Villa angesichts des maroden Bauwerkes hochgegriffen klingt.

Seit 1989 stand die alte Villa an der Industriestraße leer. Jetzt wird sie saniert – einige Eindrücke aus dem Haus.

Anfangs benötigte Anton Merztlufft keine Baugenehmigung für die Arbeiten, weil es sich um eine Sanierung handelt. Doch dann änderte sich das, sodass nun neben anderen Behörden auch die Forst hinzugezogen wurde, die die Bäume auf dem Grundstück gleich als ganzen Wald ausgewiesen hatte. Vor einiger Zeit musste zudem noch der Kampfmittelräumdienst angefordert werden, um eine Übungsgranate zu entfernen, die dort gefunden wurde.

Dachdeckerfirma aus der Region

Mertzlufft beauftragte eine Dachdeckerfirma aus der Region, die derzeit dabei ist, das Dach neu zu decken, damit die Schäden durch Regenwasser nicht noch größer werden. „An so einem geschichtsträchtigen Gebäude zu arbeiten, ist schon etwas Besonders“, sagt Dachdecker Stephan Faltin.

Betriebswohnungen in den 1960er Jahren

Schon Ende der 1960er Jahre befanden sich Betriebswohnungen in dem Gebäude. Damals waren Mitarbeiter des damaligen Wälzlagerwerkes dort untergebracht. Elektriker Wolfgang Schiller, der jahrelang im Wälzlager tätig war erinnert sich daran, dass die Industriestraße schließlich zu einer reinen Werkstraße wurde und dort ab Mitte der 1970er Jahre niemand mehr wohnte. Die alte Villa wurde als dann Lagergebäude für die Betriebsküche des Wälzlagerwerkes genutzt. Und außerdem erwies sich das Haus als Fundgrube: Vier alte Buchungsmaschinen von einem Lochstreifencomputer aus dem Wälzlagerwerk, die bisher im Obergeschoss des Gebäudes standen, wurden von DDR-Computer-Enthusiasten aus Halle geborgen. Der Maschinen sollen die Sammlung der Robotrontechnik erweitern.

Gute Zusammenarbeit mit der Stadt

Bei der Sanierung lobt der neue Eigentümer Anton Mertzlufft die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt bei der Sanierung. „Die Stadt hat mich sehr unterstützt“, so der Unternehmer. Ihn interessieren außerdem weitere Details aus der Geschichte des Hauses, er hofft, dass es Zeitzeugen und Fotomaterial gibt, um mehr über das Gebäude zu erfahren.

Von Margrit Hahn

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