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Luckenwalde Teltow-Fläming: Mehr Tote auf den Straßen
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Teltow-Fläming: Mehr Tote auf den Straßen
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14:46 28.02.2019
Einer von mehr als 5000 Unfällen in Teltow-Fläming: Im August kollidierten fünf Laster und ein Kleintransporter vor einer Baustelle auf der Autobahn 10 zwischen Rangsdorf und Genshagen. Quelle: Aireye
Luckenwalde

Weniger Unfälle, mehr Verkehrstote in Teltow-Fläming: Die Bilanz der Polizei über das Verhalten im Straßenverkehr im Jahr 2018 fällt gemischt aus. Mit einem leichten Rückgang der Unfallzahlen liegt der Landkreis zwar im Durchschnitt.

Doch entgegen des landesweiten Trends sind zwischen Großbeeren und Dahme wieder mehr Menschen im Straßenverkehr ums Leben gekommen, acht an der Zahl.

Das Unfalljahr 2018 in Zahlen

5007 Verkehrsunfällezählte die Polizeiinspektion Teltow-Fläming im Jahr 2018. Das sind 2,9 Prozent weniger als 2017.

715 Menschen wurden dabei verletzt, 215 von ihnen schwer. Die Zahl der Verletzten ist im Gegensatz zum gesamten Land Brandenburg gesunken. Es gab aber neun Prozent mehr Schwerverletzte als im Vorjahr.

Acht Menschen starben 2018 auf den Straßen in Teltow-Fläming. 2017 waren es sechs Tote. Landesweit ging die Zahl der Getöteten bei Verkehrsunfällen leicht zurück.

Immer öfter kracht es nicht nur wegen Drogen und Alkohol am Steuer. Mehr als 300 Mal verunfallten Autos wegen zu geringen Abstands und Drängelns. Das sind fast 45 Prozent mehr als 2017.

Trauriger Spritzenreiter bei den Unfallzahl ist weiterhin Ludwigsfelde. Statisch gesehen krachte es hier jeden Tag mindestens zwei Mal.

Denn im Ortsteil Genshagen befindet sich mit dem „Hornbach-Kreisel“ seit vielen Jahren der schlimmste Unfallschwerpunkt des Landkreises. Der Kreisverkehr mit seinen Zu- und Abfahrten zur B 101 und seinem untypisch ovalen Verlauf, wird vor allem von Motorradfahrern als eine Art Trainingsstrecke für riskantes Kurvenfahren genutzt.

Mit weißen Querstreifen als Motorrad-Hindernisse versucht die Polizei die Unfallzahlen im Hornbach-Kreisel von Genshagen zu senken. Quelle: Jutta Abromeit

Auch andere bekannte Unfallschwerpunkte schlagen sich auf die neue Statistik nieder. In Luckenwalde befinden sich gleich zwei von ihnen: Schon seit 1998 steht die große Ampelkreuzung in Luckenwalde, in der die Trebbiner Straße, die Beelitzer Straße, der Haag und der Markt in Verlängerung der Salzufler Allee aufeinander stoßen, auf der Liste der Unfallkommission.

Seit Jahren kracht es immer wieder an der Kreuzung in Luckenwalde, wo sich Trebbiner Straße, Beelitzer Straße, Haag und Salzufler Allee treffen. Quelle: Peter Degener

Nur wenige hundert Meter weiter wurde an der Kreuzung Salzufler Allee/Kirchhofsweg ein weiterer unfallträchtiger Schwerpunkt ausgemacht.

Insgesamt zählte die Polizei fast 700 Unfälle in der Kreisstadt. Sie liegt mit 200 Unfällen weniger auf Platz zwei hinter Ludwigsfelde. Am dritthäufigsten krachte es 2018 in Blankenfelde-Mahlow.

Mehr Unfälle wegen Alkohol und Drogen am Steuer

Ein Negativtrend fällt bei der offiziellen Verkehrsunfallbilanz besonders auf: Unfälle mit Alkohol- und Drogeneinfluss nahmen zuletzt drastisch zu. Auch hier liegt Teltow-Fläming in brandenburgweiten Schnitt.

2018 sind die Unfälle wegen Alkohol hinterm Steuer sowie die Verletztenzahlen in diesem Bereich jeweils um fast 50 Prozent gestiegen.

Mit Schnelltest können Polizisten Autofahrer vor Ort auf Drogen testen. Quelle: Victoria Barnack

Bei den Betäubungsmitteln ist der Anstieg noch extremer: 13 Mal so viele Personen wie im Vorjahr wurden dadurch verletzt. Insgesamt gab es 160 Prozent mehr Unfälle unter dem Einfluss von Drogen wie Heroin, Ecstasy, Cocain oder Cannabis.

„Das ist erschreckend“, kommentierte Innenstaatssekretärin Katrin Lange (SPD) die neuen Zahlen. Denn in ganz Brandenburg gab es nach acht Toten in 2017 nun 15 Tote durch Alkohol am Steuer. „Gemessen am Jahr 1991 sind wir aber nach wie vor auf einem guten Weg. Damals starben 931 Menschen bei Verkehrsunfällen“, sagte Lange.

Noch immer viele Tote wegen Raserei

Die meisten Menschen sterben im Straßenverkehr allerdings weiterhin wegen Raserei. Bei vier der acht Getöteten in Teltow-Fläming steht als Hauptunfallursache zu schnelles Fahren zu Buche.

Und das obwohl die Polizei ihre Kontrollen in 2018 verstärkt hatte. „Im Ergebnis wurden beispielsweise pro Tag durchschnittlich über 5000 Verkehrsverstöße durch Polizisten auf unseren Straßen geahndet“, berichtete der stellvertretende Polizeipräsident Roger Höppner. „Das ist der höchste Wert in den vergangenen zehn Jahren.“

In 2018 hatte die Polizei ihre Kontrollen auf den Straßen verstärkt. Quelle: Victoria Barnack

Die neuen Zahlen von der Polizeiinspektion Teltow-Fläming vermitteln auch einen positiven Trend: Junge Fahrer verursachen weniger Unfälle.

In 2018 ging in diesem Bereich nicht nur die Gesamtunfallzahl zurück. Es wurden auch ein Drittel weniger Menschen durch Fahranfänger verletzt.

Senioren verursachen Unfälle meist selbst

Entgegengesetzt ist die Entwicklung derweil bei der Generation 65 Plus. Mehr als 1000 Mal waren Senioren an Verkehrsunfällen in Teltow-Fläming 2018 beteiligt. In drei von vier Fällen waren die Über-64-Jährigen selbst am Unfall Schuld.

Außerdem stieg nicht nur die Gesamtzahl sondern auch die Zahl der dabei verletzten Senioren in den vergangenen zwölf Monaten an.

Von Victoria Barnack

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