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Alternative zu anonymen Beerdigungen

Neue Bestattungsform auf Friedhof in Luckenwalde Alternative zu anonymen Beerdigungen

Der Erinnerungsgarten wurde vor einem Monat am evangelischen Friedhof "Vor dem Baruther Tor" eingeweiht. Auf der Urnen-Begräbnisstätte, die wie ein kleiner Park wirkt, wird eine Alternative zu einer anonymen Bestattung geschaffen.

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Der Erinnerungsgarten fällt durch seine Gestaltung auf.

Quelle: H. F. Reck

Luckenwalde . Es tut sich einiges auf dem evangelischen Friedhof „Vor dem Baruther Tor“. Macht der Gottesacker noch vielerorts einen fast verwilderten Eindruck, so merkt man doch, dass die Friedhofsverwaltung und die Luckenwalder Kirchengemeinde langsam System in die Gestaltung bekommen.

Am augenfälligsten ist der neu angelegte „Erinnerungsgarten“. Diese Urnen-Begräbnisstätte, die vor einem guten Monat eingesegnet wurde, wirkt wie ein kleiner Park neben den sonst üblichen Grabanlagen. Auf den ehemaligen Grabstätten der Familien Mahrt und Hiltmann, deren Namen noch an der Friedhofsmauer prangen, wurden vier durch geschwungene kleine Wege unterteilte Urnenfelder angelegt. Dort finden keine anonymen Bestattungen statt, wie ursprünglich falsch berichtet, sondern hier soll vielmehr eine Alternative dazu geschaffen werden, die aber auch die Vorteile für Hinterbliebenen mit sich bringen.

„Es wird alles ganz genau aufgezeichnet, wer wo bestattet ist“, betont Pfarrerin Stephanie Hennings. Zwar gebe es für die Bestatteten keine eigenen Steine, dafür würden deren Namen in einen Marmorquader gemeißelt, der auf dem jeweiligen Urnenfeld aufgestellt wird.

Der erste Marmorblock steht schon da, ist aber noch unbeschriftet, obwohl ein noch recht frischer Trauerkranz darauf hinweist, dass dort bereits eine erste Urnenbeisetzung stattgefunden hat. „Wir haben auch schon eine ganze Reihe von Anfragen, ob man sich dort nicht einen Platz reservieren lassen kann“, berichtete Pfarrerin Hennings. Deshalb überlege man, eins der vier Felder für solche Reservierungen freizuhalten.

Das relativ große Interesse nach so kurzer Zeit hat seinen Grund: Die Grabstelle kostet zwar anfangs etwas mehr als ein herkömmliches Urnengrab, macht sich aber auf Dauer „bezahlt“, weil keine jährlichen Zusatzkosten für die Pflege erhoben werden. Denn um die müssen sich die Hinterbliebenen nicht kümmern. Dafür sorgen ganzjährig die Friedhofsgärtner, so dass man – wie bei anonymen Bestattungen – keine Arbeit mit der sonst üblichen Grabpflege hat, aber die Beerdigungsstätte eben nicht anonym ist.

Wer dennoch Blumenschmuck ablegen möchte, kann dies gerne tun. „Auch bei der Bepflanzung des Erinnerungsgartens gibt es noch Mitsprachemöglichkeiten“, sagt Stephanie Hennings. Ziel sei es, dass es im Erinnerungsgarten ständig blüht. Und an die Besucher dieses neuartigen Urnenfeldes hat man auch gedacht. Zwei Bänke stehen am jeweils anderen Ende des Erinnerungsgartens und laden dazu ein, sich der verstorbenen Verwandten oder Bekannten zu erinnern.

Von Hartmut F. Reck

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