Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Luckenwalde Spargelfeld direkt am Grundstück
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Spargelfeld direkt am Grundstück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:30 02.08.2018
Mario Bailot zwischen seinem Grundstück und dem Spargelfeld in Liebätz Quelle: foto: Margrit Hahn
Anzeige
Liebätz

 Mario Bailot wohnt in Liebätz nur wenige Meter von einem Spargelfeld entfernt. Er kritisiert, dass bei windigem Wetter, so wie vor kurzem, das Feld gespritzt wird. „Das Zeug weht zu mir rüber und brennt in den Augen“, sagt der 69-Jährige. Er hat sich schon mehrmals wegen dieses Problems bei dem Spargelhof, der das Feld bewirtschaftet, angerufen. Dort versicherte man ihm, dass bei Windlage nicht gespritzt wird. Allerdings hat Mario Bailot Aufnahmen, die zeigen, wie gespritzt wird und die Ladung zu ihm herüberweht. Grundsätzlich ist er nicht dagegen, dass gespritzt wird, aber er möchte die Substanz weder in seinem Garten, noch in den Augen oder auf dem Kuchen haben.

Staub und Gestank

Inzwischen hat er die Zäune in seinem Garten zugehangen, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Zudem ist er froh, dass zwischen Wohnhaus und Spargelfeld seine Scheune steht. Trotzdem macht sich bei der Trockenheit jede Fahrzeugbewegung auf dem Acker in Form eines Sandsturms bemerkbar. „Es staubt so sehr, weil es kaum noch Grasnarben gibt“, stellt der Liebätzer fest. Auch sei der Geruch, wenn gewässert wird, unangenehm. In der Zeit wenn der Spargel gestochen wird, erleichtern sich Erntehelfer direkt vor sein Grundstück, weil die Toiletten zu weit entfernt stehen.

Mario Bailot hat das Grundstück in Liebätz vor zehn Jahren gekauft und fühlt sich ansonsten im kleinsten Ort von Nuthe-Urstromtal sehr wohl. Dass ihm die Folien auf den Spargelfeldern nicht gefallen sei seine persönliche Sache, findet er. Auch gebe es im Ort und in den Nachbardörfern unterschiedliche Sichtweisen auf die Spargelbauern, vor allem bei denjenigen, die das Land verpachten.

Spargelfeld direkt vor der Nase

Seit zwei Jahren hat Bailot das Spargelfeld direkt vor seiner Nase. Seit dem vergangenen Jahr haben Staub, Geruch und Sprühnebel zugenommen. „Am besten ist es, wenn ganz zeitig am Morgen gespritzt wird oder kaum Wind ist“, sagt er. Als er sich darüber beklagte, dass sein Gesicht brennt, wurde ihm empfohlen, es sofort abzuwaschen. Man beruhigte und versicherte ihm, dass keine giftigen Stoffe verwendet werden.

„Wir verwenden generell Pflanzenschutz nach gesetzlichen Vorgaben. Dabei handelt es sich um ein Kupferpräparat“, sagt Sven Hager, Geschäftsführer der Spargelhof Klaistow Produktions GmbH & Co.KG mit Sitz in Hennickendorf. Ihm sei wichtig, die Anwohner und Umgebung von landwirtschaftlichen Nutzflächen so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. „Die Mitarbeiter sind geschult und unterwiesen, um auf alle Eventualitäten reagieren zu können“, fügt Hager hinzu. Er verweist darauf, dass die Bodenqualität in der Region kaum etwas anderes als Spargel und Heidelbeeren zulassen. Darauf hat sich das Unternehmen spezialisiert, man spricht von standortangepasster Landwirtschaft.

Reihenabstände vergrößert

Die Reihenabstände beim Spargel wurden für mehr Luftdurchlässigkeit von zwei auf drei Meter erweitert. „Auf den Fahrzeugen befinden sich Wind- und Temperaturmesser, so können ideale Bedingungen für den Pflanzenschutz geschaffen werden“, sagt Hager. Auch werde teilweise bereits morgens um 4 Uhr gespritzt. Ganz ließen sich Beeinträchtigungen aber nicht verhindern. Zudem bemühe man sich Grasnarben stehen zu lassen, damit es nicht so staubt. In zu hohem Gras würden sich aber Mäuse halten. In den Bewässerungsschläuchen befindet sich nach Aussage von Sven Hager entweder reines Wasser oder mit Düngezusatz. In Bezug auf die Toilettennutzung erklärt er, dass am Feldrand Toiletten aufgestellt wurden und die Erntehelfer schriftlich belehrt wurden, diese zu nutzen.

Das Spargelfeld in Liebätz bleibt wohl auch in den kommenden fünf Jahren erhalten. „Die Ländereien sind dazu da, Nahrungsmittel zu produzieren“, so Hager.

Von Margrit Hahn

Familie Scholze aus Gottsdorf hat die Reiselust gepackt. Wie lange sie mit ihrem Wohnmobil bleiben, steht noch nicht fest. Sie hoffen unterwegs andere Weltenbummler zu treffen.

05.08.2018

Im Woltersdorfer Haus der Generationen beweist Jugendarbeiterin Elke Schmidt Kreativität. Es wird gemalt, gebastelt, gekocht und genäht.

05.08.2018

Liebevoll pflegt und bepflanzt die Seniorin Monika Wystraszewski in Luckenwalde öffentliche Baumscheiben. Doch jetzt haben dreiste Diebe elf Winter-Astern gestohlen.

01.08.2018
Anzeige