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Luckenwalde Taxifahrer lassen AOK-Patienten stehen
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalde Taxifahrer lassen AOK-Patienten stehen
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13:07 17.04.2019
Taxifahrer sind nur innerhalb ihres Pflichtfahrgebietes verpflichtet, Krankenfahrten zu übernehmen. Quelle: Friedrich Bungert
Luckenwalde

Eine böse Überraschung erlebte Peter Fischer aus Luckenwalde kürzlich mit einer Krankenbeförderung in Potsdam. Der Luckenwalder musste sich stationär im Potsdamer Bergmann-Klinikum behandeln lassen. Für die Fahrt erhielt er von seiner Krankenkasse AOK einen Beförderungsgutschein.

Die Taxifahrt von Luckenwalde nach Potsdam klappte problemlos. „Doch als ich Tage später von Potsdam zurück nach Luckenwalde fahren wollte, lehnten etliche Taxifahrer vor dem Bergmann-Krankenhaus die Fahrt ab“, berichtet Peter Fischer, „angeblich, weil die AOK so schlecht bezahlt.“ Erst mit Hilfe der Krankenhaus-Rezeption gelang es, einen bereitwilligen Taxifahrer zu finden. Dieser wiederum wollte von den anderen Fahrern nicht gesehen werden, um keinen Ärger zu bekommen.

Bekanntes Problem

Der AOK Nordost ist das Problem bekannt. „In den letzten Wochen gab es Einzelfälle, bei denen Taxifahrer vor dem Klinikum Fahrten für AOK-Versicherte leider abgelehnt haben“, bestätigt Vize-Pressesprecher Dirk Becker. Die Entgelte für Krankenbeförderungen werden nicht landes- oder kommunalrechtlich festgelegt, sondern die Krankenkassen schließen Verträge mit Unternehmen ab. Die AOK Nordost übernimmt jährlich 700.000 Fahrten und damit über die Hälfte aller anfallenden Krankenfahrten im Land Brandenburg. „Wir haben allein mit 784 Unternehmen in Brandenburg Verträge geschlossen, darunter 32 Unternehmen in Potsdam“, so Becker.

Wie viel Vergütung andere Krankenkassen zahlen, sei nicht bekannt. „Aber die AOK Nordost hat in den letzten Jahren die Vergütung für Krankenfahrten kontinuierlich angehoben – allein 2015 um 20 Prozent“, so Becker. Die letzte Anpassung gab es in diesem Februar. Da sich die AOK jedoch an das Wirtschaftslichkeitsgebot halten müsse, könnten Vergütungsanpassungen „nur in bestimmten Rahmen von der Versicherungsgemeinschaft getragen werden“.

Laut Becker sind Taxifahrer lediglich innerhalb ihres Pflichtfahrgebietes verpflichtet, eine Krankenfahrt anzunehmen. „Da er bei einer Fahrt von Potsdam nach Luckenwalde sein Pflichtfahrgebiet verlässt, unterliegt er keiner Beförderungspflicht“, stellt Becker klar. Den AOK-Versicherten empfiehlt er, sich ein Unternehmen aus dem Wohnort oder dem nähren Umfeld zu suchen. Sie können sich auch an eines der Vertragsunternehmen wenden, die im Internet veröffentlicht werden.

Info: www.aok-gesundheitspartner.de/brb/krankentransport/vertragspartner/indes.html

Von Elinor Wenke

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