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Luckenwalde Umweltgruppe sorgt sich um heimische Natur
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09:06 30.06.2018
Mitglieder der Umweltgruppe: Ulrike Roblick, Heike Horenburg, Marina-Violetta Latusch-Müser und Ralf Eyssen (von vorn). Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Stadt und Natur sind Gegensätze. Die Stadt verdrängt die Natur, um sich auszubreiten. Doch es gibt eine Stadtnatur. Sie ist die Lebensgrundlage nicht nur für die dort wohnenden Menschen, sondern auch für Tiere, Insekten und Pflanzen. Dazu gehören Parks, Kleingärten, Grünstreifen oder (Vor-)Gärten, um die sich Gartenbesitzer, Hauseigentümer und städtische Einrichtungen kümmern.

Das geschieht aber nicht immer mit Sinn und Verstand, meinen zumindest die Mitglieder einer neuen Umweltgruppe, die sich in den vergangenen Monaten gebildet hat. Sie nennt sich „Luckenwalde.Lebendig.Gestalten!“. Ihre Mitglieder sind entweder von Berufs wegen Experten auf diesem Gebiet oder einfach engagierte Laien, denen die Umwelt am Herzen liegt.

Einheimische Wildpflanzen für einheimische Insekten

Zum Schutz der Stadtnatur gehört es vor allem, Insekten das zu bieten, was sie am dringendsten brauchen: einheimische Wildpflanzen. „Alles redet vom Insektensterben“, sagt Marina-Violetta Lautsch-Müser. Aber die unmittelbare Folge sei das Vogelsterben, betont die promovierte Medizinerin und Biologin. Sie wirbt vor allem für einheimische Wildstauden. So ist die Gruppe schon im Gespräch mit Kleingärtnern, Wohnungsgesellschaften und Behörden. Dabei will sie Aufklärungsarbeit darüber leisten, welche Pflanzen lebenswichtig sind für die Insekten und welche Ziersträucher nutzlos oder sogar insektenfeindlich sind. „Wir selber sind in einem Lernprozess und wollen unser Wissen weitergeben“, sagt Lautsch.

Gewisser Wissensvorsprung

Einen gewissen eigenen Wissensvorsprung bemerkt zum Beispiel Ralf Eyssen gegenüber Politik und Verwaltung. Er sitzt als sachkundiger Einwohner im Wirtschafts- und Umweltausschuss der Stadt. „Man merkt, dass sich die Leute kaum in die Thematik hineinknien“, sagt er. Dabei unterstelle man den Politikern und Verwaltungsmitarbeitern keinen bösen Willen, aber man merke schon, dass viele Maßnahmen nicht richtig durchdacht seien.

Heißschaum ist nicht umweltfreundlich

„Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr fallen einem Fehler auf“, sagt Eyssen. Sei es die Unkrautbeseitigung mit Heißschaum, was gar nicht so umweltfreundlich sei, wie behauptet. Sei es die übertriebene Pflege mancher Grünflächen, indem alles weggemäht werde, was an Wildkräutern gedeihen könne, sei es die zu geringe Wässerung der Straßenbäume. „Nichts gegen Pflege“, sagt Eyssen, „aber oft wird einfach zu viel getan, was sich dann als kontraproduktiv und auch als zu teuer erweist.“

Ordnung gegen Wildwuchs

„Es gibt leider eine eigentümliche Auffassung von Ordnung“, sagt Ulrike Roblick. Sie ärgert sich darüber, dass es oft das Ordnungsamt ist, das Pflegemaßnahmen auf Grünflächen anordnet – sicherlich aufgrund von Beschwerden von Bürgern, denen es zu unordentlich aussieht. „Man sollte unser Wissen nutzen, und nicht einfach alles gleich stutzen“, sagt Marina-Violette Lautsch. Und dieses Wissen will man auch mit Schulen und Kindergärten teilen, sagt Heike Horenburg, die selber als Lehrerin Erzieher am Oberstufenzentrum ausbildet und für die Natur sensibilisieren möchte.

Von Hartmut F. Reck

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