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Wandern im Dienste der Kunst

Schweizerin macht "Art-on-road"-Pilgerreise Wandern im Dienste der Kunst

Die Hitze allein reicht schon aus, da möchte man keinen Schritt zusätzlich gehen. Doch Marinka Limat legt täglich freiwillig rund 25 Kilometer zurück und das mit mindestens 20 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken.

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Marinka Limat ließ sich gestern vom Luckenwalder Museumsleiter Roman Schmidt einige seiner Schätze zeigen.

Quelle: Margit Hahn

Luckenwalde. Per Anhalter zu fahren kommt für sie nicht in Frage. Sie geht zu Fuß. Die Schweizerin hat sich am 25. Mai in ihrem Heimatort Fribourg auf den Weg nach Berlin gemacht.
Als sie ihre Kunstpilgerreise begann, schneite es noch. Seit zwei Monaten ist sie nun schon unterwegs. Am Sonnabend endet ihre Tour in Berlin. Die 29-Jährige hat an der Kunsthochschule in Bern studiert. Seit zwei Jahren arbeitet sie als freischaffende Künstlerin.

Die Idee zu dem Kunstprojekt „Art-on-Road“ entstand im Herbst 2012. Sie wollte sehen wie es ist, fern der Heimat und allein unterwegs zu sein und dabei auch an die eigenen Grenzen zu stoßen. Sie sieht ihren Weg aus künstlerischer Perspektive. Sie besucht in den Orten verschiedene Stätten bildender Kunst. Sie hatte gehofft, in Galerien und Museen schlafen zu können, doch dieser Wunsch ging nicht Erfüllung. Und so übernachtete sie überall dort, wo man ihr eine Bleibe anbot oder sie ihr Zelt aufschlagen konnte. Bisher hat das gut funktioniert. Obwohl es auch mulmige Momente gab, wie einmal, als ein Gewitter tobte. Da ist sie zurück in die nahe gelegene Kneipe und wartete, bis Donner und Blitz abgezogen waren. Oder als jemand mit der Taschenlampe in ihr Zelt leuchtete. „Mir ist fast das Herz stehen geblieben“, sagt Marinka Limat. Sie hatte überlegt, ob sie aus ihrem Zelt kriechen oder lieber gar nicht reagieren sollte. Da sie sich für Letzteres entschied, weiß sie bis heute nicht, wer der Taschenlampenleuchter war und was er von ihr wollte.

Es gab einige Stationen, die von vornherein geplant waren wie der Besuch der Kunsthallen in Karlsruhe, Mannheim und Frankfurt oder die Galerie für zeitgenössische Kunst in Leipzig. Die spontanen Begegnungen gefallen ihr am besten. Als sie zwischendurch eine Sehnenentzündung bekam, traf sie einen Arzt, der ihr riet, ein wenig kürzer zu treten. Aber er redete nicht nur, sondern massierte sie auch, sodass sie mit neuer Kraft weiterziehen konnte. In den ersten Wochen ihrer Pilgertour brauchte sie keine Pflaster, in den vergangenen Tagen immer öfter. „Der Rücken tut mir aber nicht weh. Ich glaube, es war doch gut, dass ich mich vorher vier Wochen lang im Fitnessstudio vorbereitet habe“, berichtet sie.

Überall, wo die junge Schweizerin hinkommt, wird sie freundlich aufgenommen. Am Sonntagabend klingelte sie in Kolzenburg bei Ina Landmann, die ihr nicht nur einen Schlafplatz und Essen anbot. Dort konnte Marinka Limat auch duschen, ihre Wäsche waschen und das Handy aufladen. Ebenso herzlich wurde sie gestern in der Luckenwalder Stadtverwaltung von Birgit Demgensky und Katharina Gegautzke empfangen. Sie erhielt einen Stadtstempel für ihr Buch, mit dem sie nachweisen kann, in welchen Orten sie auf ihrer Wanderung gewesen ist. Birgit Demgensky steckte ihr aus der Privatkasse noch einen kleinen Obolus zu. „Ich finde die Aktion ganz toll“, sagte Birgit Demgensky. Sie erteilte der wanderlustigen Schweizerin auf deren Bitte einen Segen. „Für mich ist das sehr wichtig. Es gibt mir Kraft. Es müssen keine gläubigen Menschen sein, die mich segnen“, sagte Marinka Limat. In Luckenwalde schaute sie sich dann noch das Heimatmuseum an und besuchte das Künstlerehepaar Stenzel.

Von Margit Hahn

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