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Luckenwalde Zukunft der Bauruine hängt an zwei Baufirmen
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22:07 18.02.2014
Die Investruine von Human Biosciences fällt ins Auge. Ein Bauschild nennt alle Institutionen, die das Vorhaben unterstützt haben Quelle: Margrit Hahn.
Luckenwalde

Das Insolvenzverfahren gegen den Bauherren des Firmengebäudes, das Unternehmen Human Biosciences (HBS), ist am 31.Januar eingeleitet worden. Bis Anfang März dürfen Gläubiger noch ihre Forderungen anmelden. Einen Monat später wird es eine Gläubigerversammlung geben, so Voigt-Salus gegenüber der MAZ. Erst dann wird man einen Überblick über die Verbindlichkeiten des Unternehmens haben, dessen holländischer Geschäftsführer und der amerikanisch-indische Firmengründer in Untersuchungshaft sitzen. Ihnen wird Konkursverschleppung und Fördermittelbetrug vorgeworfen. Auch wird von Fluchtgefahr ausgegangen.

Ob die Ansprüche der Gläubiger durch einen etwaigen Verkauf der Konkursmasse befriedigt werden können, darf mangels ausreichender Masse bezweifelt werden. Diese besteht im Wesentlichen aus dem Grundstück im Biotechnologiepark, das nach MAZ-Informationen zu 100 Prozent im Eigentum der HBS ist.

Doch damit kann der Insolvenzverwalter nicht viel anfangen, weil sich die beiden Baubetriebe, die den Rohbau des Firmengebäudes errichtet haben, eine Bauhandwerkersicherungshypothek auf die Immobilie im Grundbuch haben eintragen lassen. Es liegt also an der Finsterwalder Bauunion und der Firma Züblin, was aus der Bauruine einmal werden wird. Im schlimmsten Fall, besonders wenn sich beide Hauptgläubiger nicht einigen können, oder ihnen der zu erwartende Verkaufserlös zu gering erscheint, bleibt der Baukörper so stehen, und sie bleiben auf ihren Forderungen sitzen. Oder sie lassen es zu, dass das Grundstück Gegenstand der Insolvenzverwaltung wird, oder sie beantragen eine Zwangsversteigerung.

Wie es nun weitergeht, kann niemand sagen, auch nicht der Insolvenzverwalter: „Wir sind noch ganz am Anfang des Verfahrens“, sagt Voigt-Salus.

Derweil reiben sich Politiker und Wirtschaftsförderer immer noch die Augen, wie es passieren konnte, dass es nun wohl doch nicht zu der Produktion von medizinischen Heilpflastern kommen wird, auf die man so große Hoffnungen gesetzt hatte. „Ich weine dem Projekt bittere Tränen nach“, gesteht Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD). Sie ist nach wie vor davon überzeugt, dass es nicht darauf angelegt war, Fördermittel zu erschleichen. Dafür sei zu viel investiert worden, nicht nur an Geld, sondern auch an Planung und Einsatz. „Ich fand das Produkt plausibel wie viele andere Leute auch, die mehr davon verstehen als ich“, sagt die Bürgermeisterin.

Sie hofft nun, dass das Gebäude von einem anderen Investor erworben wird. Dabei muss es sich übrigens nicht unbedingt um eine Biotechnologiefirma handeln.

Von Hartmut F. Reck

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