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Teltow-Fläming Luckenwalderin schneidert seit 25 Jahren
Lokales Teltow-Fläming Luckenwalderin schneidert seit 25 Jahren
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11:50 20.03.2016
Schneidermeisterin Maxi Günzl us Luckenwald legt großen Wert auf Qualität. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Seit 25 Jahren hat Schneiderin Maxi Günzl den Meisterbrief in der Tasche. An ihr Prüfungsstück erinnert sie sich noch genau. Sie entschied sich für ein Kostüm. Am Ende musste es genauso aussehen, wie sie es auf Papier gezeichnet hatte.

„Die Proportionen und Details mussten stimmen, ebenso wie die Nahtverläufe, Taschen- und Knopfposition “, sagt Maxi Günzl. Entsprechend der Zeichnung wurde der Schnitt aufgestellt und entwickelt. Sie wusste, worauf es ankommt, denn sie hatte ja den Beruf der Schneiderin von der Pike auf gelernt. Nach einem Praktikum stand einst für sie fest: Das ist genau das Richtige! Sie besuchte die Modeschule in Hamburg und lernte das Schnitterstellen und Gradieren, das heißt Schnitte zu vergrößern oder zu verkleinern.

Mutter musste als Modell herhalten

„Meine Eltern haben mir damals die Meisterausbildung in Vollzeit finanziert“, berichtet sie. Und ihre Mutter musste auch als Modell herhalten, um ihr das Kostüm auf den Leib zu schneidern. „Ich hatte mich für ein klassisches Kostüm aus reinem Wollstoff entschieden, das sehr viel Handarbeit erforderte“, sagt sie.

Mit dem Kostüm allein war es nicht getan. Sie fertigte eine Futtertaille aus Rohnessel an, die wie eine zweite Haut sitzen musste. „Das sah zwar nicht so schön aus, sollte aber zeigen, dass man speziell für diese Kundin genau nach Maß gefertigt hat“, erklärt Maxi Günzl. Gut eine Woche dauerte es, bis das Meisterstück unter den kritischen Augen der Prüfungskommission fertig war. Die Jury war sehr streng. Maxi Günzl weiß noch, dass keine der Damen auch nur ein Wort sprach.

Kurse und ein Nähcafé an der Volkshochschule

Sie selbst setzt bei ihren Lehrgängen, die sie an der Volkshochschule Teltow-Fläming gibt, auf Freundlichkeit. Das hat sich längst rumgesprochen und so sind ihre Kurse immer schnell ausgebucht. Demnächst gibt es an der Volkshochschule ein neues Angebot: das Nähcafé. Es öffnet ein- bis zweimal im Monat. Dann zeigt Maxi Günzl Interessierten, wie ein neues Kleidungsstück entsteht oder wie aus alt neu gemacht wird. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen, den sie selbst bäckt.

Schneiderische Vorkenntnisse sind dafür nicht erforderlich. Die Teilnehmer lernen voneinander und sollen sich nicht unter Druck gesetzt fühlen. „Das ist viel schöner, als allein zu arbeiten. Die Gruppendynamik steht im Vordergrund“, fügt sie hinzu.

Auch ein Anfängerkurs ist für dienstagvormittags geplant. Start ist am 5. April. „Ich freue mich, meine jahrelange Erfahrung weitergeben zu können. Das ist inzwischen zu meinem Steckenpferd geworden“,sagt sie.

Von Margrit Hahn

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