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Ludwigsfelde regelt Garagenpachten neu

Stadt passt Laufzeit und Kündigungsfrist ihren Bauplänen an Ludwigsfelde regelt Garagenpachten neu

Riesige Garagenkomplexe in der Autobauerstadt Ludwigsfelde sichern tausenden Fahrzeugbesitzern ihr Eigentum vor Langfingern, stehen aber auch Wohnbau- oder Zentrumsplänen im Wege. Die Stadt hat jetzt Garagenpachten und Kündigungsfristen angepasst. Die Pachten waren seit dem Mauerfall noch nie erhöht worden.

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Klaus Kail war sieben Jahre Vorsitzender der Garagengemeinschaft I Brandenburgische Straße.

Quelle: Abromeit

Ludwigsfelde. Die Mehrheit der Garagenbesitzer in Ludwigsfelde, deren privat gebautes „Autohaus“ auf städtischem Gelände steht, kann ihren Pachtvertrag nach 2019 für weitere fünf Jahre problemlos verlängern. Das ist eine der Konsequenzen aus einem Beschluss, den die Stadtverordneten am Dienstagabend bei nur einer Enthaltung fassten.

Dieses Votum gilt für rund 1900 Garagenbesitzer in Ludwigsfelde auf kommunalem Grund und Boden. Für sie und die Stadt gilt außerdem: Pachtverlängerungen und Pachtkündigungen müssen mindestens zwei Jahre im Voraus angezeigt werden. „Diese Pachtoption könnte im günstigsten Fall einigen Garagenkomplexen noch Jahrzehnte den Bestand sichern“, sagt Torsten Klaehn, der stellvertretende Bürgermeister und Fachbereichsleiter Bauen und Infrastruktur.

Für die anderen 366 Garagenbesitzer unterliegt der wetterfeste und abschließbare Unterstand allgemeinen gesetzlichen Regelungen. Ihr Bestand ist nur noch so lange zugesichert, bis die Stadt kommunal wichtige Bauvorhaben startet. Das heißt praktisch: Wer seine Garage in Ludwigsfelde an Bebel- oder Liebknechtstraße, an Curieplatz, Donaustraße, Schweitzer oder Brandenburgischer Straße hat, der hat Sicherheit wenigstens bis Ende 2024. Die ersten, mit denen die Stadt über die Kündigung der Pachtverträge und/oder Ersatzlösungen spricht, sind Garagenbesitzer an der Theodor-Fontane-Straße. Ihre Garagen zwischen Wohnblocks und Autobahn müssen zum Teil dem neuen Stadtzentrum beziehungsweise dessen Zufahrten weichen.

Teil zwei des Beschlusses beinhaltet ab Januar 2020 höhere Pachten. Sie sind laut Beschluss dann „den marktüblichen Stellplatzmieten anzupassen“. Wie berichtet gehen der Stadt Pachteinnahmen in Größenordnungen verloren, weil Besitzer ihre Garage zu einem Mehrfachen der Pacht untervermieten, sei es als Unterstellmöglichkeit für Autos, Anhänger, Möbel oder Gartengeräte, als Musiker-Probenraum oder Schrauberwerkstatt.

Für die 1900 Garagen mit längerem Bestand nimmt die Stadt zurzeit jährlich 190 000 Euro an Pacht ein, für die restlichen 366 sind es rund 37 000 Euro. „Die Stadt Ludwigsfelde hat für die Garagenkomplexe jährliche Ausgaben zwischen 15 000 und 25 000 Euro“, erklärte Klaehn den Stadtverordneten.

Die Garagenkomplexe sind zwar fast durchweg erdrückend betongrau, lediglich Türen oder mit Graffiti verzierte Stirnwände leuchten als Farbtupfer. Doch für manche Nutzergemeinschaft sind die unglaublich langen Schluchten auch fast täglicher Treffpunkt. Sei es zum Fachsimpeln unter aufgebockten Fahrzeugen oder zum Plausch an Garagentüren und Mitteilungskästen. Zwischen den nach Straßenverkehrsregeln angelegten Zufahrten gibt es sogar überdachte Grill- und Sitzplätze fürs Feierabendbier.

Von Jutta Abromeit

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