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Ludwigsfelde Schmuseabend mit Ministerpräsident Dietmar Woidke in Ludwigsfelde
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00:22 20.04.2019
Der Bürgerdialog mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Klubhaus Ludwigsfelde. Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Einen Schmuseabend mit dem Landesvater erlebte das Klubhaus Ludwigsfelde: Der von politischen Gegnern im Vorfeld als unzulässige Wahlwerbung der regierenden Genossen kritisierte Bürgerdialog mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fand trotz der nahenden Wahlen am 26.Mai nicht nur statt. Er lockte Interessierte und Diskutierfreudige aus der gesamten Region in die Autobauerstadt: Aus Jüterbog, Berlin, Treuenbrietzen, Luckenwalde, Rangsdorf oder Zossen waren ebenfalls Gäste im Saal.

Wahlkampf oder echter Bürgerdialog mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) – Interessierte und Diskutierwütige einer ganzen Region kamen ins Klubhaus Ludwigsfelde, um das herauszufinden.

Und Woidke präsentierte neben seinem halben Kabinett, das für detaillierte Antworten einsprang, Verständnis, Unterhaltsames aus seinem Politiker-Alltag und teils sehr konkrete Antworten. Außerdem überraschte die gastgebende Kommunalverwaltung mit einer Video-Botschaft von Bürgermeister Andreas Igel (SPD).

Der Ludwigsfelder Rolf Schmidt wollte wissen, wie es in Brandenburg nun mit den Straßenbaubeiträgen und den Windrädern weitergeht. Quelle: Jutta Abromeit

Vize-Rathauschef Christian Großmann (SPD) verriet: „Der macht Urlaub am anderen Ende der Welt.“ Igel grüßte das Forum mit Bild und Wort aus Neuseeland. Außerdem erklärte der Bürgermeister sozusagen als Einstimmung: „Das Wachstum holt uns mit voller Wucht ein und wirft Fragen auf, die es heute Abend zu beantworten gilt.“

Azubis suchen bezahlbare Wohnungen

Und es wurde gefragt: nach den Flughäfen Tegel und Schönefeld, nach erneuerbaren Energien, dem Umgang mit immer mehr Windrädern, nach Fördermitteln für Straßen und Radwege. Die Zwillinge Svenja und Sarah Feggeler wollten wissen: „Wir sind Azubis und wollen studieren, in Berlin oder Potsdam. Aber wir wollen weiter hier in Ludwigsfelde wohnen, doch es gibt für uns nirgends bezahlbare Wohnungen.“

Sarah Feggeler fragt Dietmar Woidke nach bezahlbarem Wohnraum. Quelle: Jutta Abromeit

Woidke verwies aufs Studentenwerk in Uni-Städten und dann an Großmann. Der sagte: „Ich weiß, dass der Bürgermeister als Vorsitzender des Aufsichtsrates der kommunalen Wohnungsgesellschaft dabei ist, Ideen zu sammeln, um Dachgeschosse auszubauen.“

Die Biologin und Chemikerin Christiane Lorey aus Treuenbrietzen meldete sich zu Wort: „Drei Forstämter in der Region haben jetzt die Bekämpfung von Schädlingen mit einem Mittel angeordnet, das alle Insekten tötet, auch Rote Waldameisen und alle anderen Nützlinge. Und das vor dem Hintergrund, dass wir gerade überall das Insektensterben feststellen und bekämpfen. Das ist eine Katastrophe!“ Als ehemaliger Landwirtschaftsminister erklärte Woidke: „Es gibt nicht nur Schwarzweiß. Ich gebe Ihnen meine Karte, lassen Sie uns darüber reden.“ Er habe eine enge Beziehung zum Imker-Verband und sagte: „Da müssen wir un bedingt was tun.“

Einige der lokalen Fragen gab Woidke umgehend an die Männer aus dem Rathaus Ludwigsfelde weiter. So wollte ein Garagenbesitzer wissen: „Wir haben vor wenigen Tagen eine Pachterhöhung um 140 Prozent bekommen mit der Begründung, das wäre an die ortsüblichen Mieten angelehnt. Man kann doch nicht nur die Zwecke der Stadt berücksichtigen, sondern muss doch auch unsere Probleme sehen.“

Großmann: „Wir reden drüber“

Großmann antwortete: „Auch wir schauen mit unterschiedlichen Interessen auf die Garagen: Es fehlen Stellplätze und Garagen werden als Band-Probenräume oder Abstellkammern genutzt.“ Der stellvertretende Bürgermeister bot an: „Kommen Sie auf uns zu und wir reden drüber.“ Der Satz bescherte ihm Lob von Woidke und Beifall im Saal.

Und dass ihm Ludwigsfelde nicht nur von offiziellen Terminen wie Grundsteinlegungen, Richtfesten oder Inbetriebnahmen und Eröffnungen in den Gewerbe- und Industrieparks bekannt ist, bewies er mit Kartoffelpuffer-Episoden beim Kaffeeklatsch in Löwenbruch oder bei Edeka, wo zugunsten der Feuerwehr gerührt und gebacken wurde. Außerdem, so Woidke, sei er er als Landkind mit Kartoffelpuffern sozusagen groß geworden.

Auch nach dem offiziellen Ende ging der Bürgerdialog mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Klubhaus Ludwigsfelde weiter. Quelle: Jutta Abromeit

Parteigenossen verließen das Klubhaus mit Kommentaren wie „Hat er doch toll gemacht“ oder „War eine prima Veranstaltung“. Gäste, die selbst Fragen gestellt und statt konkreter Antworten Gesprächsangebote oder Visitenkarten von Zuständigen der Landesregierung bekommen hatten, sagten: „Da bin ich ja mal gespannt, ob das klappt“ oder „Ich werde nicht locker lassen“.

Von Jutta Abromeit

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