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Ludwigsfelde Geflüchtete Schüler gestalten Ausstellung
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Geflüchtete Schüler gestalten Ausstellung
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06:13 14.06.2018
Olin Alhamad (18) und Batool Alhussain (18, v.r.) aus Syrien sowie Fachabiturienten des OSZ bei der Eröffnung der Ausstellung. Quelle: Ujlaki
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Ludwigsfelde

Eine Fotoausstellung mit dem Titel „Eindrücke“ ist gegenwärtig am Oberstufenzentrum Teltow-Fläming in Ludwigsfelde zu sehen. Die am Montag eröffnete Schau wurde von zugewanderten Schülern gestaltet, die derzeit einen Bildungsgang der Berufsfachschule besuchen. Sie eignen sich dort eine berufliche Grundbildung an und lernen, um Schulabschlüsse für die Sekundarstufe I nachzuholen.

Fokus auf Heimatländer und die Flucht nach Europa

Im Fokus der Ausstellung steht die Sicht der Jugendlichen auf ihre Heimatländer und die Flucht nach Europa. So berichten sie über den Alltag, das normale Leben in ihren Ländern. Die Bildtafeln zeigen unter anderem landestypische Speisen, eine traditionelle Hochzeitsfeier in Afghanistan, die syrische Hauptstadt Damaskus ist in ihrer Schönheit vor der Zerstörung durch den Krieg zu sehen.

Initiatorin: Über das Leben in den Herkunftsländern ist in Europa wenig bekannt

Initiatorin Narmin Bodagh-Liebig, die am Ludwigsfelder OSZ unterrichtet, kam selbst vor vielen Jahren aus einem Kriegsgebiet: „Ich weiß, dass von dem ganz normalen Leben dieser Länder hier in Europa nicht viel bekannt ist, da in den Medien aus diesen Regionen überwiegend Bilder von Krieg und Zerstörung zu sehen sind“, erzählt die Lehrerin. Deshalb kam ihr die Idee, mit den Schülern der BFS-G-Plus Klassen dieses Fotoprojekt zu starten. „Die Mädchen und Jungen waren zunächst nicht davon begeistert. Sie wollten nicht über die oft traumatischen Erfahrungen von Krieg und Flucht erzählen.“ Aber Bodagh-Liebig konnte die Schüler überzeugen, vom Reichtum ihrer Kultur und den Schönheiten ihres Landes zu berichten. „Viele Menschen in Deutschland denken, wir haben in unserem Heimatland primitiv in Hütten gelebt oder wir seien Islamisten, weil die Mädchen ein Kopftuch tragen“,meinten Ola (19). Diesen Vorurteilen wollen die jungen Syrer, Somalis und Afghanen begegnen.

Beeindruckende Fluchtbeschreibung

Beeindruckend ist auch eine persönliche Beschreibung der Wirren und beschwerlichen Umstände einer Flucht über die Türkei nach Griechenland. Die Teilnehmer haben private Fotos organisiert, Gedichte geschrieben und Texte zu den Fotos verfasst. Batool Alhussain (18) aus Syrien möchte eine Ausbildung zur Krankenschwester machen. „Ich und alle Syrer sind nicht gekommen, um zu spielen, Geld zu verdienen oder Probleme zu machen, sondern um Frieden zu suchen. Wir wollen eine gute Arbeit finden und ein neues Leben anfangen“, sagt sie. „Zwischen Asche und Hoffnung“ heißt ein Gedicht, dass Batool für die Ausstellung geschrieben hat.

Die Ausstellung im OSZ ist noch bis September zu sehen.

Von Marina Ujlaki

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