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Ludwigsfelde Geschichten von der Arbeit
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Geschichten von der Arbeit
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00:30 31.05.2018
Jeder Akteur auf der Bühne erzählte authentische Geschichten aus dem Arbeitsleben. Quelle: Jutta Brekeller
Ludwigsfelde

Auf der Bühne ertönt leises Hämmern. Die Darsteller klopfen mit Holzschuhen und Holzlöffeln auf einen Balken der Bühne. Immer wieder ist während des gut 60-minütigen Stücks „Feierabend – eine Geschichte der Arbeit in Ludwigsfelde“ das Geräusch zu hören. Dann erfährt man: Es soll an jene erinnern, die einst im KZ-Außenlager Daimler-Benz in Genshagen/Ludwigsfelde Zwangsarbeit leisten mussten. Auch das ist zum Thema Arbeit zu sagen. Bei der Premiere des Stückes – eine Idee der Theaterpädagoginnen Sharon On und Laura Söllner – am Freitagabend im Klubhaus Ludwigsfelde kommen viele Facetten der Arbeit zusammen.

Laien auf der Bühne

Die acht Darsteller auf der Bühne sind Laien. Ohne Theatererfahrung, darauf legen die Israelin On und die Österreicherin Söllner wert. Es sind Menschen aus Ludwigsfelde und Umgebung, die ihre Geschichten von der Arbeit erzählen. Die Nähe zum Publikum schafft das Künstlerduo nicht nur durch Szenen aus dem Leben in der Stadt Ludwigsfelde, sondern auch, indem es das Publikum auf die Bühne holt. So sitzt man beieinander. Fast wie bei einem Gespräch unter alten Kollegen.

Geschichten vom ersten selbst verdienten Geld

Die Akteure sind zwischen 16 und 76 Jahre alt. Die Jungen haben Praktika hinter sich, sind an erste Grenzen gestoßen: Die eine ist zu klein für den Polizeidienst, kritisch beäugt in einem Männerberuf. Aber alle haben Träume: „Ich werde mal Sängerin“, sagt Sarah mit trotzigem Selbstbewusstsein. Die Älteren haben ein langes Berufsleben hinter sich. Oft in nur einem Betrieb, nach 1990 dann in vielen. Oder in gar keinem mehr. Von der Lohnrechnerin im Autowerk zur Ladenhilfe bei Bolle. Sie erzählen Geschichten vom ersten selbst verdienten Geld, von kleinen Karrieren und solchen, die nie zustande kamen. Erzählt wird von Belästigungen am Arbeitsplatz, davon wie sehr Schichtarbeit die Gesundheit und das soziale Leben beeinträchtigt. Alles sehr eindringlich. Oft sind es nur Satzstücke. Zum Beispiel, wenn Auszeichnungstexte verlesen werden.

Hin und wieder gerührt

Hin und wieder bemerkt man auch die Rührung, die die Akteure befällt, wenn sie die kleinen Geschichten ihres Lebens vortragen. „Ich hatte Gänsehaut, als ich von meinem Vater erzählt habe“, gesteht Ines Richter nach der Vorstellung. „Er war von Anfang an hier im Autowerk.“

Seit November 2017 haben Sharon On und Laura Söllner mit ihren Akteuren am Stück gefeilt. Herausgekommen ist ein kurzweiliger Theaterabend, der nachdenklich macht. Ähnlich wie die Teilnehmer an dem Performance-Projekt: „Je mehr wir über Arbeit gesprochen haben, desto mehr merkten wir, was wir im Leben geleistet haben“, sagt Ines Richter. Die Akteure des Stückes sind Sarah Fegger, Andrea Klucke, Hartmut Klucke, Astrid Korsch, Christa Ränker, Ines Richter, Bärbel Strauch und Jeanett Urban.

Die nächsten Aufführungen sind am 30. Mai und am 1. Juni jeweils um 20 Uhr.

Von Jutta Brekeller

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