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Ludwigsfelde Umzug mit Fahrrad und Kinderwagen
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20:36 22.01.2019
Horst Kärger staunt, seine Erika hat ihr Hochzeitskleid noch. Sie sind das älteste Ehepaar, das sich nach dem Aufruf zum Standesamt-Jubiläum meldete.
Ludwigsfelde

Zu denen, die beim nächsten Ludwigsfelder „Kaffeeklatsch“ am Ehrentisch sitzen, gehören Erika und Horst Kärger. Sie hatten sich nach dem Aufruf in der MAZ zum Jubiläum „80 Jahre Standesamt in Ludwigsfelde“ gemeldet und sind bisher das am längsten verheiratete Paar, das noch in der Stadt lebt.

Trauschein der evangelischen Kirchengemeinde Saarmund; er bescheinigt Erika und Horst Kärger ihre fast 67-jährige Ehe. Quelle: Jutta Abromeit

Bei der beliebten Veranstaltungsreihe heißt es am 6.Februar „Wenn Treue Spaß macht, ist es Liebe“. Moderatorin und „Kaffeeklatsch“-Erfinderin Carla Karstädt sucht dafür Fotos, Geschichten und Rezepte aus langen Ehejahren. Ganz sicher haben die fröhlichen Kärgers jede Menge davon. Der heute 87-Jährige war als Flüchtlingskind mit den Eltern aus dem heutigen Polen gekommen. Als Jugendlicher ging er in der Region tanzen. „Doch das Mädel, das ich im Auge hatte, war immer schon auf dem Parkett, wenn ich kam“, gesteht er. Sie ergänzt: „Ich bin also sein Notnagel.“

Damals im Tanzsaal, 1951, unterhielten sie sich, radelten an jenem Samstag gemeinsam mit dem Rad heim. An seinem Gartentor sagt er, Mittwoch ist Kino, gab ihr einen Kuss und ging ins Haus. Sie sagt: „Den Rest musste ich allein weitergehen...“ Doch grundsätzlich ging es von da an gemeinsam weiter.

Drei Ziegenlämmer krönen die Hochzeitstafel

Im Frühjahr 1952 sagt er seinem Vater: „Papa, ich muss heiraten.“ Nachwuchs war unterwegs. „Er sagte nur: ,Junge, ich kann dir nicht helfen. Aber ich spendiere dir drei Ziegenlämmer.“ Die waren auf der Hochzeitstafel, als es Fleisch und Wein, Zucker und Zigaretten nur auf Bezugsschein gab, die Krönung.

Es gibt aus ihren ersten Ehejahren kaum Fotos. Doch ein Bild haben die Kärgers auf ihrer „Festplatte“ im Kopf: ihren Umzug Ende Oktober 1952 vom Gutshaus Fahlhorst nach Ludwigsfelde. Leise schneite es. „Wir hatten ja nicht viel, Fahrrad und Kinderwagen“, sagt er. Und sie erzählt: „Mein Mann schob das Rad, ich saß auf dem Gepäckträger und zog den Kinderwagen hinterher.“ So ging es bei Fahlhorst auf die Autobahn; das Paar wanderte an Ahrensdorf vorbei nach Ludwigsfelde durch die Holzhaus-Siedlung und bezog in der Motorenstraße, der heutigen Zillestraße, das erste eigene Quartier.

Beide lachen oft im Gespräch. Ginge es nach dem Volksmund, hätte ihre Ehe nicht lange halten können: Auf dem Weg zur Kirche Fahlhorst stand ihnen das ganze Dorf Spalier. „Wir wollten das noch mal sehen und drehten uns um“, sagt sie. Doch das hätten sie nicht gedurft, erklärt er: „Wer sich vor dem Ja-Wort in der Kirche umdreht, geht schnell wieder auseinander, hieß es.“ Doch es kam anders.

Noch immer treffen sie ihre Entscheidungen gemeinsam, haben sozusagen beide den Hut auf: er bei Finanzen und handwerklichen Dingen, sie in Küche und Haushalt. Früher nähte sie auch. „Doch das geht nicht mehr recht“, sagt die 86-Jährige mit Blick auf ihre Hände. Nun freuen sich die Kärgers, zum „Kaffeeklatsch“ eingeladen zu sein. Im Monat des Valentinstags sitzen sie im Klubhaussaal am Ehrentisch.

Von Jutta Abromeit

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