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Ludwigsfelde Das Brückenfest unterm Autobahn-Südring gibt’s nicht mehr
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01:16 10.03.2019
Marina Khan (vormals Ujlaki) erfand das Ludwigsfelder Brückenfest, hier mit den Teilnehmerkarten aller Jahre. Nun ist sie neue Vorsitzende des Vereins Kulturforum Ludwigsfelde. Quelle: Jutta Abromeit
Ludwigsfelde

Die Geschichte des überregional bekannten Ludwigsfelder Multi-Kulti-Events Brückenfest ist geschrieben – die letzte Auflage im vergangenen Jahr war für die Veranstalter so unbefriedigend, dass sie nun einen Schlussstrich zogen.

Künftig gibt es kein Brückenfest mehr, stattdessen wird zu einem „Picknick der Kulturen“ eingeladen. Und das wechselt zudem den Veranstaltungsort: Am zweiten Wochenende im September gibt es nun an der Brennerei auf dem Gutshof Genshagen ein multikulturelles Wochenende.

So sah es mehr als 15 Jahre lang aus beim Ludwigsfelder Brückenfest; hier der Jahrgang 2009. Quelle: Mike Jentsch

Außerdem warten die Veranstalter mit einer weiteren Änderung auf: Brückenfest-Erfinderin Marina Khan, in der Stadt bekannt unter ihrem vorherigen Namen Ujlaki, wurde zur neuen Vorsitzenden des Kulturforums Ludwigsfelde gewählt. Dieser gemeinnützige Verein war aus dem Freundeskreis Brückenfest hervorgegangen und seit seiner Gründung 2007 Träger des Brückenfestes, stets unter Leitung des Vorsitzenden Tino Flörke.

Der ist in der Stadt und in der Musikszene vor allem als Leiter der kommunalen Musikschule bekannt. Deshalb war die Doppelfunktion vor allem bei der Sponsoren-Suche fürs Brückenfest eher hinderlich. Diese Hürde hofft der Verein nun mit der Neuwahl des Vorstands genommen zu haben.

Mitarganisatorin Katrin Werlich (l.) von Al Globe, dem Potsdamer Haus der Kulturen, beim Brückenfest in Ludwigsfelde Quelle: Jutta Brekeller

Die Idee eines Brückenfestes war hervorgegangen aus dem Fest der Kulturen 2002. „Es ging damals um das Verbindende, das haben ja Straßen und Musik gemeinsam“, sagt Marina Khan. Die Verkehrstrasse Paris-Moskau, die direkte Autobahn zwischen Ost- und West-Europa, verläuft als Berliner A-10-Südring mitten durch Ludwigsfelde. Beim Bau 1936 bis 38 lag sie am Rande der Siedlung Ludwigsfelde. Nach dem Zweiten Weltkrieg teilte sie den stetig wachsenden Ort länger als die Mauer Berlin, es gab lediglich den Durchlass der damals noch zweispurigen Potsdamer Straße.

Seit dem Fest der Kulturen hatte Marina Khan, damals Integrationsbeauftragte der Stadt Ludwigsfelde, Al Globe mit ins Boot geholt, das brandenburgische Haus der Kulturen. „Der Slogan unseres Festes war ,Vielfalt ist Mehr-Wert“, erzählt die inzwischen 67-Jährige. Und sagt: „Für das ,Picknick der Kulturen’ haben wir den Slogan ,Vielfalt genießen’.“

Clown Lu Lu beim Brückenfest in Ludwigsfelde Quelle: Krischan Orth

Egal, welche Worte über dem Event standen: Wer das Brückenfest einmal in seinen besten Jahren zwischen tausenden Besuchern erlebte, dem bleiben feurige Rhythmen und stille Melodien in Erinnerung, im Freien tanzende und mitsingende Menschen, begeistert von solchen Bands wie den 7 Hippies oder rumänischen Bauernbands, internationalen Musikgruppen aus Israel oder Finnland oder kurios agierende Musikanten, die mit ausgefallenen Instrumenten begeisterten. „Musik muss auch in der neuen Form als Picknick auf jeden Fall wieder dabei sein, das war meine Bedingung“, sagt die neue Vereinsvorsitzende.

Die griechischen Tänzer von "Just Dance" aus Kalamata proben auf der Wasserfläche im Aktivpark für ihren Auftritt fürs Brückenfest 2016 Quelle: Jutta Abromeit

Auch jetzt gehe es um Verbindendes: „Wir wollen vor dem Hintergrund der Zuwanderung von Flüchtlingen und EU-Bürgern mit vielfältigen Begegnungen zwischen den hier lebenden Menschen kulturelle Brücken schlagen. Diesen Gedanken wollen wir beibehalten und weiter entwickeln“, erklärt Marina Khan; es gehe über kulturelle Differenzen und Unverständnis hinweg um ein friedliches und inspirierendes Miteinander.

Die alte Rohsprit-Brennerei auf dem ehemaligen Gutshof in Genshagen –hierher wird künftig zum „Picknick der Kulturen“ eingeladen. Quelle: Jutta Abromeit

Vom 6. bis 8. September will der Verein auf dem Gutshof Genshagen Möglichkeiten zum Mitmachen anbieten, ob beim gemeinsamen Essen bereiten, Musizieren oder mit anderen Aktionen. „Die Werte, die solch ein Festival vermittelt, stehen für eine vielfältige Lebenswelt, in die ja längst Einflüsse anderer Kulturen eingezogen sind“, sagt die mehrsprachig kommunizierende Rentnerin. Für sie steht fest: „Ein Leben mit diesem inter- und transkulturellen Backround ist für uns eine Bereicherung.“

Von Jutta Abromeit

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