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Ludwigsfelde Geschichten von Mörderinnen
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15:10 29.01.2019
Lesung Veikko Bartel in Ludwigsfelde Quelle: Jutta Brekeller
Ludwigsfelde

„Es gibt so viele gute Menschen, die verdammt böse Dinge tun.“ In der Lounge des Ludwigsfelder Klubhauses kann man die Irritation spüren, die dieser Satz von Veikko Bartel auslöst. Der ehemalige Potsdamer Rechtsanwalt hat viele Jahre als Strafverteidiger gearbeitet und weiß viel über menschliche Abgründe. „Der Mensch ist zu allem fähig“, so seine Überzeugung. Am Montagabend stellte er sein Buch „Mörderinnen“ vor.

Lesung war gut besucht

Die von der Ludwigsfelder Brunnenbuchhandlung organisierte Veranstaltung ist gut besucht. Wie immer, wenn es Lesungen mit Strafverteidigern, Rechtsmedizinern und ähnlichen Berufsgruppen gehe, so die Organisatorin Sabine Marx. Die Ludwigsfelder hätten wohl einen Hang zum Verruchten, mutmaßt sie scherzhaft.

Lied von einem Mörder

Buchautor Veikko Bartel greift indes zur Gitarre und stimmt die Zuhörer mit einem Lied auf das Kommende ein. Den klugen, poetischen Text hat ein Mörder geschrieben. Ein bestialischer Mörder. Seine Geschichte kann man in Bartels demnächst erscheinenden Buch des Strafverteidigers über männliche Mörder nachlesen.

Schwer erträgliche Geschichte

Die Geschichte, die Veikko Bartel dann vorträgt, ist zunächst schwer zu ertragen und erzeugt am Ende unendliches Mitleid: Mit dem Ehemann, den beiden Kindern und mit der Täterin. Die Frau hat ihr neugeborenes Kind erstickt, gekocht und dann versucht, das Skelett in der Toilette an ihrem Arbeitsort hinunterzuspülen. „Sie ist die beste Mama, die es gibt“, sagen ihre Kinder und der Ehemann streichelt die Wange seiner Frau, als er im Gerichtssaal an ihr vorbeigeht.

Ein Muster gibt es nicht

Vier Geschichten hat der Autor in seinem Buch festgehalten. Es sind die Lebensgeschichten sehr unterschiedlicher Frauen, die auf verschiedene Weise und jeweils anderen Motiven töteten. Er sei bei diesen Fällen auf kein Muster gestoßen, sagt der Anwalt und Autor. Aber alle gingen mit tiefgreifenden Verletzungen einher.

Bartel empfand immer nur Neugier

Als Anwalt sei er immer mit Neugier an jeden Fall herangegangen, erzählt Bartel. Er wollte herausfinden, was seine Mandanten zu ihrer Tat getrieben hat. Beim Anhören der Geschichten habe er weder Abscheu noch Ekel empfunden, nur Neugier. Er habe die Täter auch nicht als Monster empfunden. „Das sind Menschen wie Sie und ich.“ Die meisten hatten zuvor ein unbescholtenes Leben geführt. Irgendwann haben sie getötet.

Bartel: Frauen haben höheres Leidenspotenzial

Frauen haben ein höheres Leidenspotenzial als Männer, so die Erfahrung von Veikko Bartel, der die Geschichten so vieler Menschen kennt, die zu Mördern wurden. Bei Frauen müsse sich mehr anstauen, bis ihre Hemmschwelle endet und sie töten, sagt er. Dann seien Frauen mitunter hinterhältiger und perfider als jeder Mann.

Ob es Anzeichen gebe, wenn bei einer Frau die Grenze erreicht sei, wollte ein ängstlicher Leser nach der Lektüre des Buches „Mörderinnen“ wissen. Doch Veikko Bartel kann dazu keine präventiven Hinweise geben. Die Menschen sind sehr unterschiedliche Wesen, jeder hat seine eigenen Grenzen.

Von Jutta Brekeller

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