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Ludwigsfelde Baustart mit Betonkugel-Fund
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Baustart mit Betonkugel-Fund
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22:15 11.12.2018
Kurz nach dem offiziellen Baustart stieß die Baggerschaufel auf diese Betonkugel – die Zisterne des früheren Tanzlokals „Sanssouci“. Quelle: Fotos: jutta Abromeit (2)
Ludwigsfelde

Eine fast 20 Jahre alte Lücke mitten in Ludwigsfelde wird geschlossen: Am gestrigen Mittwochnachmittag feierten die Stadt Ludwigsfelde und der Berliner Investor Laborgh den Baustart für 119 Mietwohnungen, für 14 Miet-Reihenhäuser und sieben Gewerbeeinheiten. Dafür will Laborgh Investment 30 Millionen Euro investieren.

Stadt und Investor Laborgh feiern in Ludwigsfelde mit dem 1.Spatenstich für 119 Mietwohnungen, 14 Reihenhäuser und sieben Geschäfte in bester City-Lage das Schließen einer Wunde.

Ab Sommer 2020 sollen die zu Drei Vierteln barrierefreien Wohnungen bezugsfertig werden. Das gesamte Ensemble zwischen Potsdamer Straße und Dachsweg will die Firma im Herbst 2020 abschließen.

Heide-Apotheke schließt zum 15. Dezember

Laborgh-Geschäftsführer Florian Lanz hatte sich vor seiner Rede die Geschichte der Stadt und ihrer Vorläufersiedlungen angeschaut, er schlug den Bogen vom Jahr 1120 über den Bau der Bahnstation an der Anhalter Bahn 1841 bis zur Gegenwart. Die Besonderheit an Ludwigsfelde, weshalb man gern hier baue, so Lanz, sei die zentrale Lage nahe an Berlin und Potsdam bei gleichzeitiger Selbstständigkeit der Kommune.

Vor diesem Baustart hatte es über Jahre immer neue Hindernisse gegeben. Nachdem das Tanzlokal „Sanssouci“ und ein Vier-Familien-Haus dort abgerissen worden waren, konnte der Komplex mit Hotel „Ambassador“ und Brunnen-Buchhandlung seinerzeit nur zur Hälfte entstehen. Jetzt wird um ihn herum gebaut. Zu den Eigentümer-Wechseln der Grundstücke vom Mahlower Fleischermeister Rainer Bendig und dem Lichtenrader Reinhard Luding kamen Planänderungen und zuletzt unerwartet lange Verhandlungen mit der Heide-Apotheke. Die schließt zum 15. Dezember – ob sie in Ludwigsfelde wieder öffnet, lässt Apotheker Frank Lietzmann bisher offen.

Elf Euro netto kalt pro Quadratmeter

Lanz sagte am Mittwoch: „Vor exakt vier Jahren haben wir hier in Ludwigsfelde angefangen. Dass es nun trotz aller Barrieren und Steine soweit ist, dafür danken wir dem Bürgermeister und der Stadt, das zeugt von Durchhaltevermögen.“ Die erste Baugenehmigung sei erteilt, so der Firmenchef, die für den zweiten Abschnitt erwarte man in Kürze. Entstehen würden Wohnungen zu marktüblichen, für Ludwigsfelde geeignete Mieten, so Lanz. In der Laborgh-Pressemitteilung stehen sowohl für die Wohnungen als auch die Reihenhäuser Netto-Kaltmieten von elf Euro je Quadratmeter.

Bürgermeister Andreas Igel (SPD) sagte: „Es ist eine lange Wunde, die geschlossen wird. Das liegt an Ihrem Durchhaltevermögen und unserer Geduld.“ Ähnlich formulierte es Architektin Barbara Elwardt: „Weil sich die Planungen über so viele Jahre hinzogen, ist es letztlich auch ein Stück Stadtreparatur.“

Am Dachsweg wird es in zwei Jahren leiser

Während die Gäste nach dem doppelten Baustart mit Spaten und Bagger feierten, arbeiteten die seit Montag aktiven Bauleute weiter. Und dabei stieß die Baggerschaufel völlig unerwartet auf ein Stück Stadtgeschichte: Ein großer Betonklotz.

Es war nicht, wie sich später herausstellte, die ehemalige Zisterne der Gaststätte „Sanssouci“, in der es nach dem Krieg Schulessen gab, die auch Restaurant und als Tanzlokal ein beliebter Treffpunkt war. Gefunden wurde der Mini-Bunker eines früheren Einfamilienhausbesitzers. Der hatte nach der Nazizeit Angst vor weiteren Kriegen und Bombenabwürfen. Spätere Grundstücksbesitzer machten aus der Betonkugel dann einen Wasserbehälter, deshalb das Rohr daran.

Mit den nun begonnenen Neubauten wird es für Dachsweg-Anwohner nach der Bauzeit leiser. Sie bekommen praktisch ein Stück Schallschutz.

Von Jutta Abromeit

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