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Ludwigsfelde Bodenwellen gegen Motorrad-Raserei
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Bodenwellen gegen Motorrad-Raserei
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19:52 24.07.2018
Diese Motorrad-Hindernisse im Hornbach-Kreisel von Genshagen wurden jetzt aufgrund der Hinweise von der Kreisunfallkommission angebracht. Quelle: Jutta Abromeit
Genshagen

Der Hornbach-Kreisel unter der B101 bei Genshagen soll nicht mehr als Motorrad-Rennstrecke taugen. Das ist die Absicht der kürzlich beiderseits im Asphalt-Oval aufgebrachten weiß leuchtenden Querstreifen.

Mehr als 15 Jahre lang hatten sich dort zwischen Frühjahr und Herbst Motorradfahrer mit illegaler Raserei, zuletzt sogar als Geisterfahrer entgegen der Verkehrsrichtung.

Unfallkommission will Verkehr beruhigen

Neben Verletzten hatte es seit 2002 auch Tote gegeben, an manchen Wochenenden verteilte die Polizei Dutzende Verwarngelder.

Hubert Grosenick, Leiter des Straßenverkehrsamtes Teltow-Fläming, erklärt, dass die weißen Streifen im Hornbach-Kreisel auf Beschluss der Kreis-Unfallkommission angebracht wurden: „Sie sollen zur Verkehrsberuhigung und Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen.“

Motorradjagd 2015 im Ludwigsfelder Kreisel bei Hornbach Quelle: Jutta Abromeit

Allein in den vergangenen vier Jahren war es dort zu 109 Unfällen gekommen, vor allem beim Abbiegen von der B101 in den Kreisel oder wegen Fahrfehlern in der Anlage, so Grosenick. Bei Unfällen mit Verletzten sei die Häufigkeit von Motorrad-Beteiligung aufgefallen, so der Amtsleiter.

Zur Raserei und dem Katz-und-Maus-Spiel der Motorradfahrer mit der Polizei sagt er: „Einige Biker hatten die bauliche Gestaltung des Kreisels und der Strecken im angrenzenden Brandenburg Park für ihr ,Fahrtraining’ entdeckt und dabei sich und andere Verkehrsteilnehmer massiv gefährdet.“

Motorrad-Krach kaum auszuhalten

Zudem hatten Straßenverkehrsamt, Polizei und das Ordnungsamt Ludwigsfelde nach solchen Vorfällen permanent Beschwerden von Genshagenern wegen Lärmbelästigung auf dem Tisch.

Zu denen, die jetzt auf Besserung hoffen und sich immer wieder mit notierten Kennzeichen an Behörden gewandt hatten, gehören Bodo und Sylke Wende. Sie schreiben: „Der Krach der Motorräder ist nicht auszuhalten. Jedes Wochenende schreiben wir nette Nummernschilder auf und rufen die Polizei.“ Die sei auch stets schnell vor Ort und es tritt Ruhe ein.

Schild warnt vor Bodenwellen

„Bis es einem netten Berliner wieder einfällt, im Kreis zu fahren“, sagt das Ehepaar im Namen genervter Anwohner. Sie finden: „Die Strafen sind offenbar viel zu gering.“ Selbst im Dunkeln werde weiter gerast. „Es muss unbedingt etwas passieren.“

Das ist nun mit den Bodenwellen geschehen. Sie sollen Biker zwingen, vor Einfahrten und Kurven langsamer zu fahren. Das Land als oberste Verkehrsbehörde hatte den Bodenwellen zugestimmt, so Hubert Grosenick. Ein Schild verweist auf die neuen Hindernisse.

Mitarbeiter-Angst auf dem Weg zur Arbeit

Eine erste Abwehrmaßnahme gegen die Raserei war bereits 2004 ein bundesweites Novum: Die Straße zwischen den Kreisverkehren Schneider-Söhne und Hornbach Ost darf zwischen 16 und 6 Uhr kein Motorrad befahren.

Zustande gekommen war dieses Verbot damals auf Druck von der Brandenburg-Park-Verwaltung und Hornbach: Mitarbeiter hatten Angst vor den Rasern. Amtsleiter Grosenick sagt: „Die Unfallkommission beobachtet jetzt die Wirksamkeit der neuen Maßnahme.“

Von Jutta Abromeit

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