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Ludwigsfelde Schüler sollen kentern
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01:16 02.07.2018
Ludwigsfelder Daimler-Oberschüler erlernen beim Kenterclub Siethen in der Projektwoche die Kunst des Segelns Quelle: Fotos: Jutta Abromeit (3)
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Siethen

Jason, Max und alle anderen sind sich einig: Das Segeln war angesichts des zurückgekehrten Sommers die beste Wahl für die Projekt- und fast letzte Schulwoche an der Gottlieb-Daimler-Oberschule Ludwigsfelde. Tatsächlich hätten Sonne, Wind und Temperaturen für die jungen Segel-Neulinge kaum besser sein können. Von Montag bis Donnerstag hatten sie auf dem See im Ortsteil Siethen weder Flaute noch Sturm.

Junge Landratten aus Ludwigsfelde wollten unbedingt wissen, wie sich ein Segelboot anfühlt und wie es ist, damit baden zu gehen. 13 Jungen und Mädchen der Gottlieb-Daimler-Oberschule stürzten sich in solch ein Abenteuer. In vier Tagen sollten sie nicht nur segeln lernen, sondern auch zu kentern und allein wieder ins Boot zu kommen.

Gabriel Pape aus der Klasse 8.4 kommt nach den vier Segel-Tagen am Ende mit trockenen Sachen aus dem Umkleideraum und erzählt: „Ich habe ja zum allerersten Mal in solch einem Boot gesessen, aber es hat sehr viel Spaß gemacht und ich überlege, wieder herzukommen.“

Jason Kiechtan (links) und Max Ole Hoebertz müssen gemeinsam versuchen, nach dem Kentern wieder ins Boot zu kommen. Quelle: Jutta Abromeit

Am Montag hatte es für ihn noch nicht danach ausgesehen und zum Dienstag mit der ersten eigenen Ausfahrt sagt er: „Da hatte ich noch Angst umzukippen.“ Nun hat er wie die anderen alle Übungsstunden an Land und „auf See“ in den Bootsklassen Ixylon und Cadet hinter sich und er hat gelernt, ganz bewusst zu kentern und aus eigener Kraft wieder einzusteigen.

Gabriel Pape war einer von mehr als 30 Bewerbern für das Projekt „Segeln“ beim Verein Kenterclub Siethen. „Aber letztlich konnten wir von allen Interessenten nur 13 Schüler teilnehmen lassen“, erzählt Geografie- und Sportlehrer Stephan Hintze. Er findet es toll, dass die Schule diese preiswerte Möglichkeit bekam. „Sonst wär’ so etwas gar nicht machbar“, sagt Hintze.

Einsteigen nach dem Kentern... Quelle: Jutta Abromeit

Auch für ihn hieß es am Montag, Theorie und Sicherheitsfragen zu verinnerlichen, dann ging’s zur Schnupperfahrt. Am Dienstag erfuhren die Kursteilnehmer, wie Segelboote aufgebaut sind, wie sie zu Wasser gelassen werden und was es heißt, eine Acht um die Wendetonne zu fahren.

...gar nicht so einfach. Quelle: Jutta Abromeit

Am Mittwoch wurde es ganz spezifisch: Die Jugendlichen lernten halsen  – die Richtung des Segels bei Schiebewind zu wechseln  – und zu wenden, zu kreuzen und mit Luv- und Lee-Vorfahrten wenigstens ansatzweise eine Ahnung von den Verkehrsregelen dieses Wassersports zu bekommen. „Ganz schön schwierig, alles hab’ ich noch nicht verstanden“, sagt ein Mädchen. Der Sportlehrer lacht: „Ich auch noch nicht, aber Spaß gemacht hat’s.“

Immer auf dem motorisierten Schlauchboot dabei waren Segel-Jugendtrainer Ralf Baum und Kenterclub-Sportwart Tilo Nicolaus, der selbst im Verein beim Vater und Vorsitzenden Alexander Nicolaus ausgebildet wurde. Der sagt: „Für uns ist es natürlich prima, solch eine Chance zu haben, sich bei Kindern und Jugendlichen zu präsentieren.“

Wer von den 13 Ludwigsfelder Daimler-Oberschülern nicht im Segelboot an der Reihe war, der vergnügte und bewegte sich beim Wassertreten oder beim Steh- beziehungsweise Sitzpaddeln. Quelle: Jutta Abromeit

Der Vereinsvorsitzende hofft, einige der Daimler-Schüler in den Ferien wieder zu sehen. Und er lädt sie gleich fürs kommende Wochenende zum Zuschauen ein. Denn Trainer und Segler im Kenterclub haben im Moment alle Hände voll zu tun, am Sonnabend und Sonntag gute Gastgeber für ihre offenen Vereinsmeisterschaften zu sein. Außerdem sind sie Ende Juli/Anfang August an der Ostsee Ausrichter für die Cadet-Weltmeisterschaften.

Diese Meisterschaften sind für die Schüler noch völlig fremde Welten. Aber Jason Kiechtan aus der 7.1 und Max Ole Hoebertz aus der 8.4 kommen erschöpft und glücklich an Land. Segeltrainer Ralf Baum hat ihnen als dem letzten Cadet-Paar, das das Kentern und das gemeinsame Einsteigen üben musste, gerade bescheinigt: „Ihr habt das am besten gemacht.“

Von Jutta Abromeit

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