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Ludwigsfelde Alarmstufe Rot für Sozialkaufhaus
Lokales Teltow-Fläming Ludwigsfelde Alarmstufe Rot für Sozialkaufhaus
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01:16 19.01.2019
Solbra-Vereinsvorsitzender Henri Vogel (l.) und Mitarbeiterin Sarit Thymian beraten Joana Thormeier und Nadin Uteß (v.ln.r.). Die suchen Möbel und Kleidung für ihre Babys. Quelle: Abromeit
Ludwigsfelde

Vieles an Trubel nimmt Solbra-Vereinschef Henri Vogel sehr gelassen; doch dass jetzt der Heizkessel im Sozialkaufhaus an der Thälmannstraße undicht ist, das macht ihm ernsthaft Sorgen: „Fällt der Kessel aus und unsere Räume im ,Haus der kleinen Preise’ werden nicht mehr warm, dann müssten wir tatsächlich schließen.“

Elektroheizungen oder Ölradiatoren in Betrieb zu nehmen, verbietet sich. „Auch die Elektrik im Haus ist so marode, dass wir Teile davon für Lager und Keller schon abklemmen mussten“, erklärt der Vereinsvorsitzende.

Reparatur unmöglich

Die Heizungshavarie ist deshalb Alarmstufe Rot für den Trägerverein, weil er mit dem Sozialkaufhaus praktisch seine anderen Projekte wie die Lebensmittel-Ausgabe im Waldhaus, den Ausländertreff „Esperanca“ oder die Fahrradwerkstatt subventioniert.

An die Reparatur des Heizkessels ist allerdings nicht zu denken. „Der ist zu alt, das hat uns ein Fachmann schon vorgerechnet“, sagt Vogel. So dampft weiter Heizungswasser aus dem undichten Kessel, mehrmals täglich muss es nachgefüllt werden – und es tropft.

„Tropfsteinhöhle“ wegen Leck im Dach

Wie berichtet ist das nicht die erste ernste Havarie in den maroden Baracken an der Thälmannstraße. Im Sommer 2017 war das Haus der kleinen Preise wegen einiger Lecks im Dach bei dem vielen Regen zur „Tropfsteinhöhle“ geworden. Damals konnte Dachdecker Dirk Marien helfen. Jetzt sieht es schlecht aus. „Der Kessel ist von 1990, und die ganze Anlage noch ein paar Jahrzehnte älter“, erklärt der Solbra-Chef.

Der Auszug aus diesem Domizil sei wegen der vielen Havarien ohnehin für spätestens Ende des Jahres geplant gewesen. Doch was soll nun passieren, fragt sich Henri Vogel. „Wir müssen eine Alternative schneller finden als gedacht, eine andere Lösung sehe ich nicht.“ Doch wie eine solche Lösung aussehen kann, das weiß er im Moment beim besten Willen nicht. Und er sagt: „Jeder Stadtverordnete ist eingeladen, sich das hier anzuschauen und schnell mit eine Alternative zu finden, wenn es das Sozialkaufhaus weiter geben soll.“

Täglich viele Kunden

Solbra-Mitarbeiterin Sarit Thymian und ihre Kollegen haben neben den Bedürftigen, die sich über das Angebot informieren oder das Haus kennen lernen wollen, täglich zwischen 40 und 50 Kunden. Hinzu kommen Menschen, die Spenden bringen.

Am Mittwochvormittag etwa berät Sarit Thymian die beiden Mütter Joana Thormeier und Nadin Uteß. Die stehen mit ihren Babys suchend zwischen gebrauchten Möbeln. Außerdem schauen sie nach Kleidung für ihre acht Monate und ein Jahr alten Sprösslinge. Joana Thormeier sagt: „Für uns wäre es ganz, ganz schlimm, wenn dieses Haus schließen würde. Wir müssen zurzeit wirklich mit jedem Cent rechnen.“

Basis für Zuschüsse würde wegbrechen

Auch Henri Vogel legt Zahlen vor: Im vergangenen Jahr hatte der Verein ein Gesamtbudget von 400 000 Euro. 180 000 davon erwirtschaftete er mit dem Sozialkaufhaus; 160 000 kamen als Zuschüsse vom Bund, von Land und Kreis sowie als Spenden. 35 000 Euro waren ein direkter Zuschuss von der Stadt, 25 000 kamen indirekt für die Erledigung von Aufgaben im Waldhaus dazu.

„Wir waren jetzt so gut aufgestellt, dass wir für 2019 keine Förderanträge an die Stadt stellen wollten“, erklärt Vogel. „Aber ohne das Sozialkaufhaus würden nicht nur vielen Kunden die preiswerte Einkaufsmöglichkeit und uns die Umsätze dort fehlen“, so der Vereinsvorsitzende. „Sondern es würde auch die Basis für die meisten externen Zuschüsse wegbrechen.“

Mehr Informationen zum Verein Sozialmanagement im Land Brandenburg (Solbra) e.V. im Internet unter www.solbra.de

Von Jutta Abromeit

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